(130) Klettern in Nußloch


Das Herz für Kinder bleibt ganz kühl, nur ein Abziehbildgefühl – Es klebt an einem Autoheck – Es schlug noch NIE am rechten Fleck! – (PUR, 1988)

Gammler - Gerüst 2

Über den erbärmlichen Zustand der Nußlocher Spielplätze haben wir ja in den letzten Jahren bereits ausführlich berichtet, genauso, wie über die Gleichgültigkeit und das Desinteresse der Nußlocher Bevölkerung und der Politik hinsichtlich deren regelmäßiger Verwahrlosung.  

Aber die Frage, warum sich so gut wie NIEMAND aus der Bevölkerung oder der Politik dafür interessiert, dass die Spielplätze vor unseren Augen ständig verdrecken, und jedes Jahr in einen derartig desaströsen Zustand kommen, konnten wir bisher noch nicht hinreichend beantworten, oder Gammler 13höchstens, und das ist schon traurig genug, mit dem sichtbaren und schmerzhaft spürbaren sozialen Zerfall unserer Wohlstandsgesellschaft begründen, einer Gesellschaft, in der offensichtlich bei einem ganz großen Teil der erwachsenen Bevölkerung, und insbesondere bei den Eltern, Untugenden wie Faulheit, Gleichgültigkeit, aber vor allem Verantwortungslosigkeit gegenüber ihren Kindern, ihren Mitmenschen und ihrer Umwelt einen ganz festen Platz in ihrem Leben eingenommen zu haben scheinen. 

Den sozialen Zerfall einer Gesellschaft erkennt man nämlich nicht an der Schönheit der Häuser, an der Größe der Autos oder an der Sauberkeit und Gepflegtheit von sichtbaren Wahrzeichen, sondern den sozialen Zerfall erkennt man daran, dass lebenswichtige Dinge (!), wie zum Beispiel die regelmäßige Pflege und Sauberkeit von Spielplätzen, Kreisel 4Feldern, Wäldern und Straßenrändern einerseits, sowie das eigentliche Zusammenleben der Menschen oder das Spielen der Eltern mit ihren Kindern andererseits UNWICHTIG geworden sind, und UNWICHTIGE Dinge – auf Nußloch bezogen –  wie zum Beispiel die regelmäßige Pflege und Säuberung dreier Verkehrskreisel, sowie unnötig aufgestellter zusätzlicher Hochblumenkübel, bzw., das Polieren von unserer bildschönen „Eisentusnelda“ auf dem Lindenplatz, aber auch ein Spielergebnis, ein Tabellenplatz, sowie ein sportlicher Erfolg einer Mannschaft, oder eben das Spielen eines Vereines in einer bestimmten Leistungsklasse für die Menschen WICHTIG(ER) sind – als das eigentliche WOHL der Kinder. 

Schwein 1Seit letzter Woche gibt es allerdings eine offizielle Ursache dafür, warum sich in Nußloch so WENIGE oder fast überhaupt KEINE Menschen (Eltern), bzw. Politiker dafür interessieren, ob die Spielplätze vor ihrer Haustüre vergammeln, oder unzählige Verbotsschilder das Spielen für Kinder generell einschränken (verbieten), bzw., warum so wenige Eltern AKTIV mit ihren Kindern spielen, sich mit ihnen richtig beschäftigen etc., denn Deutschland wurde in der neuen, im Stern veröffentlichten Studie – „Deutschland – Land der Kinderfeinde!“ – mit ganz großem Abstand  zum kinderfeindlichsten Land Europas gewählt. 

 

„Sieben von zehn Mitbürgern halten Deutschland für ein kinderfeindliches Land!“

Distel 2  Distel 4  Betty 04  Steinbolzer 1

Und damit jetzt jeder verstehen kann, WARUM Deutschland hier völlig zurecht die Krone oder die berühmte rote Laterne Europas tragen darf, und dass das Ergebnis dieser Studie wirklich richtig ist, dafür möchten wir heute mit unserem neuen Video „Klettern in Nußloch“ ein weiteres, ganz deutliches Paradebeispiel für die Kinderfeindlichkeit in unserem Land hinzufügen, zumal der Unterschied zwischen einem schlechten und einem sehr guten Spielplatz, immer noch der ist, dass der schlechte Spielplatz selbst auch dann schlecht ist, bzw. bleibt, wenn er von einer Gemeinde saubergemacht und gepflegt worden ist.  

 

Klettern in Nußloch!

Unser Beitrag zu dem Thema: „Deutschland – Land der Kinderfeinde!“

 

Kinderfeindlichkeit, Ausländerfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Mobbing resultieren ALLE aus einem UNGESUNDEN Zusammenleben der Menschen miteinander, in Kombination mit einer schlechten Erziehung (Sozialisierung), sowie fehlender Anerkennung und Wertschätzung der Menschen, für die Dinge, die im Leben wirklich wichtig sind, nämlich Liebe, Wärme, Empathie, Toleranz und Rücksichtnahme.

Gammel 01Kinderfeindlichkeit beginnt also schon im Kleinen. Sie fängt an bei erziehungsresistenten Eltern und einer verantwortungslosen Erwachsenenbevölkerung, denen ALLES, außer ihre persönliche Bedürfnisbefriedigung oder IHR Erfolg egal ist. Salopp gesagt, beginnt die Kinderfeindlichkeit bei dem verantwortungslosen Vater, der lieber das Europapokalspiel „FC Barcelona gegen Inter Mailand“ anschaut, anstatt mit seinem Sohn oder seinen Kindern aktiv auf dem Spielplatz Fußball zu spielen. Sie geht weiter über die verantwortungslose Mutter, der es wichtiger ist zu erfahren, wer heute wieder in den familienfeindlichen Serien oder Daily-Soups, wie zum Beispiel „Lindenstraße, GZSZ oder Rote Rosen“, mit wem intrigieren wird, anstatt sich in dieser Zeit mit ihren Kindern zu beschäftigen, ihnen eine schöne Geschichte vorzulesen, oder zusammen mit ihnen etwas zu kochen oder zu backen etc.

Gammel 03Es sind die verantwortungslosen Eltern, die lieber ihre Kinder vor die Spielkonsolen setzten, anstatt mit ihnen gemeinsam ein tolles Gesellschaftsspiel zu spielen, zu musizieren oder im Wald spazieren zu gehen etc. Und es sind ganz besonders verantwortungslose Politiker, die lieber für teures Geld ein unbrauchbares Klettergerüst kaufen, um sagen zu können: „Wir machen etwas für unsere Kinder!“, anstatt sie wirklich SICHTABR etwas für die Kinder und Jugendlichen machen. Kinderfeindlichkeit, beginn also in der Tat, genauso wie alle anderen Dissozialitäten auch, ganz unten, sprich bei JEDEM einzelnen selbst.   

Steinbolzer 28Der ANIMUS KLUB hat zur Kenntnis genommen, und bedankt sich dafür in aller Form dafür, dass die Gemeinde, sowohl einige Spielplätze, als auch die „Distel-Allee“ bei der Bismarckstraße und das Feld nach unseren drei sehr kritischen Berichten des letzten Monats endlich einmal gesäubert hat. Das Problem mit dem Gammel 0228.000-Euro-teuren Klettergerüst auf dem Gammler lässt sich allerdings nicht so einfach lösen, wie das Mähen des Unkrautes, es sei denn, die Gemeinde veranstaltet eine Auktion, um das Gerüst zu versteigern, und findet einen „Vollidioten“, der bereit wäre, diese horrende Summe für dieses Gerät zu bezahlen.

28.000 Euro! – Was hätten wohl richtig gute Sozialpädagogen, die ja bekanntlich aus NICHTS schon etwas Wunderschönes gestalten, mit diesem Geld ALLES für die Nußlocher Kinder und Jugendliche machen können?

Bitch 6  Distel 1  Gammler 6  Andernos 3  Motte 6

Das Herz für Kinder bleibt ganz kühl, nur ein Abziehbildgefühl. – Es klebt an einem Autoheck. – Es löst sich ab und liegt im Dreck! (PUR, 1988)

 

 

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ANIMUS KLUB

Gute Jugendarbeit ist sichtbar und spürbar. Vor allem möchte eine gute Jugendarbeit etwas zum Wohle der Kinder und Jugendlichen verändern, und macht in diesem Zusammenhang auch auf die schweren gesellschaftlichen und sozialen Missstände aufmerksam, bzw. sagt der Gesellschaft, allen voran den Erwachsenen (den Eltern), sowie den verantwortlichen Politikern, was sie (ver-)ändern müssen, wenn sie wollen, dass ihre Kinder und Jugendliche zukünftig ihr Verhalten gegenüber ihnen (ver-)ändern, denn erst dann, wenn die Erwachsenen (die Eltern) und die verantwortlichen Politiker ihr Verhalten gegenüber den Kinder und Jugendlichen (ver-)ändern, erst dann werden auch die Kinder und Jugendlichen in der Lage sein, ihr Verhalten gegenüber den ihnen und ihrer Umwelt zu verändern. (Alexander Höfer)  

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