(140) 16. Internationales Straßentheater (1. Tag)


16. Internationales Straßentheater faszinierte die Metropolregion Rhein-Neckar mit genialen Künstlern und sehenswerten Shows – (1. Tag)

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Das Internationale Straßentheater ist für uns jedes Jahr mit ganz großem Abstand das beste, großartigste und sensationellste Highlight, das es in der Metropolregion Rhein-Neckar gibt. Kein anderes Ereignis schafft es unsere Kinder und Jugendlichen so zu begeistern wie die Künstler, die auf diesem Festival auftreten. Seit Jahren schon zu einer Größe herangewachsen, die zweieinhalb Tage die Innenstadt von Ludwigshafen beansprucht und jedes Jahr Zehntausende Besucher anlockt, gaben auch in diesem Jahr wieder 21 Künstler der Stadt Ludwigshafen ihre Offerte, und wie immer waren alle Genres dieses Metiers vertreten. Artistik, Clownerie, Cabaret, Jonglage, Musik, Pantomime, Puppentheater, Slap-Stick, Tanz, Schauspiel, Zirkus und natürlich wie immer unglaublich viel Extravagantes.

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Angefangen hat unser diesjähriger Besuch mit den FLUNKER PRODUKTIONEN aus Deutschland, die heute mit ihrem LOBBÜRO auf dem Ludwigsplatz anwesend waren. Ein riesiger Stelzenmann erwartete uns an einem vergleichbar hohen Kassenhäuschen, wo er Eintrittsbälle für das Lobbüro verteilte. „Wurden Sie heute schon gelobt?“, fragte der große Mann die vorbeilaufenden Zuschauer?“ … Flunker 20Flunker 19„Nein, noch nicht?“ … „Dann wird es aber höchste Zeit, dass Sie unser Lobbüro besuchen, und sich das abholen, was Sie heute wirklich verdient haben!“.

Nach einer Begrüßung und einer kleinen Gymnastischen Übung betraten dann sechs Freiwillige das Terrain des Lobbüros, bei dem sich gleich darauf ein Fenster öffnete und eine „Gute Fee“, die lieben ungelobten Menschen begrüßte. Drei Stationen gab es nun zu durchlaufen, um sich das gebührende Lob abzuholen. Am Ende durften die Teilnehmer sogar noch das Innere des Büros betreten, und erfuhren darin weitere positive Anerkennung. Während die „Gute Fee“ die Beteiligten lobte, präsentierte der Stelzenmann den Anwesenden ein amüsantes Handpuppentheater für Kleinkinder.

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Nach diesem schönen Mitmachtheater erwartete uns am Rathausplatz die englische Artistenformation MIMBRE. Die drei äußerst beweglichen Damen führten uns vor, was man alles mit und auf einer Parkbank machen kann, und wie viele unterschiedliche Möglichkeiten es tatsächlich gibt, darauf Platz zu nehmen. Das Stück „BENCH“, zu Deutsch – „Parkbank“, eine Mischung aus pantomimischen Spiel, parallelen Tanzeinlagen und bärenstarker Akrobatik, schilderte einerseits auf eine ganz charmante Art und Weise das Alltagsleben der Menschen, aber andererseits auch, konträr dazu, eine völlig verkehrte – nämlich eine auf dem kopfstehende Welt – die ja heute ebenfalls zum „normalen“ Alltagsleben dazugehört.

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Süffisante Annäherungsversuche arteten dabei aus in neuartige, aber nicht immer bequeme Sitzstellungen, und unmöglicher Körperverbiegungen. Ein gekonntes Schauspiel in Gestik und Mimik verbunden mit perfekter Körperbeherrschung faszinierte den Zuschauer nebenbei nicht nur die Augen, sondern riss sie zu sehr vielen Applausstürmen hin.

BArto 50Als drittes Stand nun der belgische Gummi-Clown BARTO auf unserem Programm. Gleich vorweg; so etwas wir noch niemals gesehen. Der belgische Meister der Kontorsion ist der Inbegriff der Bewegungskunst, gepaart mit einer Clownesque der Superlative. „Habt ihr Barto 12schon einmal einen Menschen gesehen, der durch einen Kleiderbügel steigt, und sich dabei fast mit allen Gelenken um 360 Grad verbiegt?“ … „Nein, noch nicht, ja dann habt ihr etwas Großartiges verpasst, denn was dieser schlangenähnliche Tausendsassa da auf der Hauptbühne vor dem Rathauscenter abzog, war der absolute Wahnsinn.

Und wisst ihr, was das Schönste war, zaubern, seiltanzen und jonglieren, konnte dieses Unikum auch noch. In einer fast 45 minütigen Show gab BARTO ein breites Spektrum seines außergewöhnlichen Könnens dem Publikum zum Besten, und zeigte den völlig verdutzen Zuschauern, auch noch wie man mit dem Popo voran durch eine Tonne durchgehen kann, oder schoss wie wild mit einem Toilettenrollenmaschinengewehr durch die Gegend und tanzte mit Fackeln auf dem „Hochseil“. Unglaublich, was es alles Tolles auf dieser Welt gibt. Man muss es halt nur wissen, und man muss halt einfach nur hingehen.

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Ein Genie der ganz besonderen Art erwartete uns dann wenig später mit dem Franzosen Ivan Chary und dem Programm „Les Aventures du PETIT MONSIEUR“. Nachdem bereits der Gummi-Clown BARTO unsere Lachmuskeln enorm strapazierte, setzte der Franzose mit seinem pantomimischen Programm „Deux Secondes“ in dieser Hinsicht noch einen drauf. Komödiantisches Strassentheater 201541Körpertheater könnte man das, was der Franzose hier präsentierte wohl am besten bezeichnen. Eine Kiste mit der Aufschrift „Ne pas ouvrir“ zu Deutsch – „Bitte nicht öffnen!“, sorgte für allerlei Trubel. Strassentheater 201544Besonders nach dem unerlaubten Öffnen entstand auf der Bühne ein Tohuwabohu, das die Schwierigkeit ein Pop-Up-Zelt wieder zusammenzubauen in den Fokus des Geschehens rückte.

„In zwei Sekunden abgebaut und wieder verstaut!“, so heißt es ja in der Bedienungsanleitung. Was dann allerdings in den 30 Minuten passiert, bis das Zelt tatsächlich wieder in der Position war, dass man es problemlos in zwei Sekunden wieder verstauen konnte, das haben wir von einem Meister der Extraklasse direkt vor Augen geführt bekommen; ein Meister, der sich unglaublich kinderlieb präsentierte, und während dieser Zeit einige Kinder minutenlang einen Teil seiner großartigen Show werden ließ.

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Nach diesen zwei, für das Zwerchfell doch sehr anstrengenden Darbietungen, konnten wir es bei der nächsten Vorführung etwas ruhiger angehen lassen, denn die bekannte, mobile Brass-Band BLAAS OF GLORY spielte in der Bismarckstraße. Unüberhörbar trötete die total verrückt Combo bekannte Hard-Rock und Heavy-Metal-Songs im Brass-Gewand. So erklangen Hits wie „The Final Countdown“ von
Europe, „Living On A Prayer“
von Bon Jovi oder „Rock You Like A Hurricane“ von den Blaas 2Scorpions, zwar durchaus deutlich Strassentheater 201551erkennbar, aber in einem völlig anderen Sound, eben mit Pauke und Trompete.

Die Band, die auch schon in WACKEN, dem größten Hard-Rock-Festival Deutschlands rockte, schreckte auch nicht davor zurück den Song „The Ace of Space“ von Motörhead zu spielen und blies sich auch gekonnt durch AC/DC’s Highway To Hell.

Nach dem Gebläse bekamen wir die beiden holländischen Künstler von ARTDISH zu sehen. „Tom, Tom & The Bombardon“ heißt das neue Objekttheater, das die beiden Künstler hier im vorderen Bereich der Bismarckstraße präsentierten. Die beiden Akteure, mit wunderschönen Masken, als Art 16Art 3deutlich sichtbare Senioren verkleidet, rücken durch ihre Inszenierung eine Personengruppe in den Mittelpunkt, die häufig von unserer Gesellschaft nicht mehr sichtbar wahrgenommen oder wertgeschätzt wird.

In ihrer wundersamen Inszenierung zogen die beiden nicht nur mit einer Tuba und einem Bombardon fast wie Troubadoure durch die Innenstadt und ließen hin und wieder ein kleines Lied erklingen, sondern sie sie stupsten ab und zu auch ganz frech einige Passanten mit ihren Spazierstöcken an, um sie zu einem überraschenden Tänzchen einzuladen. Auch das Posieren mit Menschen, die gerade auf einer Bank ein Päuschen eingelegt hatten, war Teil der Show, und verdeutlichte dem Zuschauer, dass die Liebe im Alter nicht rostet.

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Zeit für den Höhepunkt des ersten Tages, und die gehörte den Zirkus-Artisten der spanischen FIVE-FOOT-FINGERS. Gerade noch im Bürgerhof einen einigermaßen guten Sitzplatz ergattert, wurden wir wenig später Zeuge eines atemberaubenden Spektakels, denn die fünf Akteure entpuppten sich als wahre Multitalente. Nicht nur, dass sie alle klettern konnten wie die Affen, und eine Stange schneller hochliefen, als unsereins die Treppe, verwöhnte uns diese Truppe mit einem exzellenten Cabaret, bei 5 Foot 215 Foot 34dem die Künstler ständig in andere Rollen schlüpften, und jeder von ihnen einmal am Abend als Direktor verkleidet durch die Show führte. Dass der neu umgebaute Bürgerhof an diesem Abend tobte wie verrückt, brauchen wir hier sicherlich nicht erwähnen. Es war ein berauschender Abend, der mit einem Ritual, nämlich einem würdigen Foto der Band mit der jubelnden Zuschauermenge beendet wurde. 

Wie immer vermögen auch die schönsten Bilder nicht das große Können und die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Darsteller widerzuspiegeln, aber sie gewähren einen sehr guten Einblick in das, was wir auf dem Straßentheater wieder alles erlebt haben und verewigen diese wunderschönen Eindrücke und Momente ein Leben lang.

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Eine ganz besonderen Dank geht wie immer an Ilona Schäfer vom Hack-Museumsgarten, die uns wieder ein paar zusätzliche und ganz exzellente Bilder für unseren Artikel zur Verfügung gestellt hat. 

 

 

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