(153) Der Nußlocher Schafhof


„Willkommen in Colorado!“ – ANIMUS-KLUB-KIDS besuchten den Nußlocher Schafhof und interviewten den Schäfer Alexander Wagner!

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Nach drei ziemlich actionreichen Wochen, standen nun auch einmal als gesunder Ausgleich einige erholsamere Programme auf unserem Aktivitätsplan, wobei unser Besuch im Nußlocher Schafhof nicht weniger abenteuerlich begann, als das Unterfangen Mitternachtslabyrinth in Ladenburg aufhörte. Über eine „Rodeo-Road“, die sowohl von ihrer allgemeinen Beschaffenheit, als auch von IMG_2971 IMG_2841der Anzahl ihrer Schlaglöcher einer sibirischen Gebirgsstraße problemlos Konkurrenz machen könnte, erreichten wir das etwas außerhalb von Nußloch liegende und direkt an den Wald angrenzende Gehöft des Schafhofes. So war es für uns auch nicht verwunderlich, dass uns anstatt Schafe, zunächst einmal fünf prächtige Bullen, ganz cool und relaxt von oben bis unten anmusterten, als wollten sie zu uns sagen: „Hey, liebe Animus-Klub-Kids – Willkommen in Colorado!“

IMG_2795Herzlich begrüßt von Schäfer Alexander Wagner und seiner Mutter Hella begann IMG_2790gleich darauf unsere interessante Führung über das riesige Gelände auf denen derzeit 120 englische Suffolk-Schafe ihr zu Hause haben. Anders als bei den Menschen gibt es bei Schafen keine größeren Integrations- oder Anpassungsprobleme. Schnell fühlten sich die englischen Vierbeiner trotz unserer derzeitigen klimatischen Gegebenheiten „pudelwohl“, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass der Schäfer sich teilweise mit ihnen auf Englisch unterhält, und sie so jeden Tag ein bisschen Heimat genießen können.

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Als erstes stürmten wir natürlich ziemlich aufgeregt den Stall, und mussten sogleich feststellen, dass sich die Schafe sofort nachdem wir den Raum betreten hatten, in eine Ecke flüchteten. Eine typische Reaktion – ein Urinstinkt – den die Schafe immer dann zeigen, wenn sie sich bedroht fühlen. Schafe sind nämlich sehr ängstliche und scheue Tiere.

IMG_2768IMG_2771Schafe sind genauso wie Kühe Widerkäuer und haben vier Mägen. Das männliche Schaf nennt man Bock oder Widder; das weiblich bezeichnet man als Mutterschaf, Au oder Aue. Es gibt aber auch sehr lustige Namen für das weibliche Schaf, wie zum Beispiel Zibbe oder Heideschnucke.

Im Stall stellten wir dann Alexander Wagners Innenraum ein wenig auf den Kopf, denn wir wollten die vielen „süßen Schnuckel“ unbedingt füttern. Das Füttern der Tiere ist eine ganze Menge Arbeit, denn 120 „Mäuler“ müssen erst einmal gestillt werden. Zum Essen bekommen die Schafe regelmäßig Gras und eine Getreidemischung. Sie fressen aber auch sehr gerne Heu. Aus diesem Grund ist ein IMG_2839IMG_2766Schaf auch ein ideales Haustier, denn wer so eins zu Hause im Garten stehen hat, der benötigt weder einen Rasenmäher noch eine Heckenschere, denn „frisches Rasengras“ oder Blätter von Gebüschen fressen diese putzigen Tierchen am Liebsten.

Nachdem wir uns im Stall so richtig „ausgetobt“ hatten, führte uns Alexander Wagner auf eine der großen Weiden. Hier erfuhren wir, dass ein Schaf bis zu vier Liter Milch am Tag gibt, und dass die Wagners die Milch zur Käseproduktion weitergeben.

Auf der Weide stehen ebenfalls Essenströge für Futter und Wasser. Gerade wenn es sehr heiß ist, IMG_2966IMG_2786trinken die Schafe auch sehr viel. Einmal im Jahr, meistens Anfang Mai, werden die Tiere geschoren. Die daraus gewonnene Wolle kann man entweder in Reinform, oder als Decken, Westen und Felle bei den Wagners im Laden käuflich erwerben. Ebenfalls kann man dort samstags in der Zeit von 10-16 Uhr verschiedene Schafskäsesorten und Wurstarten, aber auch Kosmetikartikel wie Lammfettcremes oder Schafsmilchseife kaufen.

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Im Innenhof hatten Wagners einen kleinen Imbiss für uns vorbereitet. Leckere Schafskäse- und Salami-Sticks mit Oliven verfeinert, warteten auf uns genauso, wie ganz frisch gepresster Apfelsaft und natürlich Schafsmilch. Frischgepressten Apflesaft oder Schafsmilch gibt es nur auf Bestellung, da sie am besten schmecken, wenn sie frisch getrunken werden. IMG_2799IMG_2800Anfangs noch ein bisschen zögerlich, griffen unsere Kiddies dann aber doch alle zu, um zum ersten Mal die teilweise für sie unbekannten Köstlichkeiten zu probieren.  

Nach diesem gaumenfreudigen Intermezzo besuchten wir noch die große Wiese, auf der die fünf Büffel immer noch schön brav unter dem Schatten der Bäume lagen, und mit ihren Blicken jede unserer Bewegungen verfolgten. Hungrig sahen die Kammeraden zum Glück nicht aus. Aber Rinder sind ja sowieso Vollvegetarier, sodass wir keinerlei Angst haben mussten, heute noch als Dessert von ihnen verspeist zu werden. Hier IMG_2843erfuhren wir von Alexander Wagner, dass es sich bei den Rindern nicht um „Colorado-Büffel“, sondern um schottische Galloway handelte.

Ganz besonders gefiel uns der weiße Galloway. Einen weißen Büffel, oder besser gesagt, ein weißes männliches Rind hatten wir bisher noch nie gesehen, und hier sitzt einer ganz cool bei uns in Nußloch unter einem Baum, und lässt es sich, umringt von vier weiblichen Gefährten, einfach nur richtig gut gehen. 

IMG_2854Interessant war für uns auch zu sehen, dass es zwischen den Schafen und den Rindern, oder auch unter den Schafen selbst, keinerlei Streitigkeiten gab, und alle zusammen ganz friedlich miteinander lebten.

IMG_2883Mittlerweile hatten die scheuen Tiere bemerkt, dass wir nichts Böses von ihnen wollten, und da wir uns auch ziemlich still verhielten, kamen sie immer näher zu uns heran. Offensichtlich wollten sie uns besser kennenlernen, und ehe wir uns versahen, waren wir umringt von einer ganzen Horde Schafe.

IMG_2865Die Galloway-Rinder störte das aber nicht im Geringsten. Sie waren einfach nur rundum glücklich, verfolgten aufmerksam das Geschehen, das sich vor ihnen auf der Weide abspielte, und ließen es sich weiter im Schatten der Bäume gut gehen.   

Gegen Ende fütterten wir dann noch ziemlich reichlich die Milchschafe, wobei Milchschaf eine sehr lustige Bezeichnung dieser Schafe ist, denn Milch konnten diese Schafe leider nicht geben, da es sich bei ihnen ausschließlich um Böcke handelte. Ob das männliche Milchschaf nun auch „Milchbock“ oder „Milchschnuckler“ genannt wird, das wissen wir jetzt nicht, und das haben wir leider den Schäfer vergessen zu fragen. Aber vielleicht wisst ihr das ja! 

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Wenn JA, dann schickt uns doch einfach eure Antwort bitte unter alexander.hoefer@animus-klub.de zu. Mitmachen dürfen alle Kinder im Alter von 7 bis 14 Jahren. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Der erste, der uns die richtige Antwort sendet, gewinnt freien Eintritt beim Dampf-Tag am 19. September im Mannheimer Technoseum.

Nach dieser Fütterung machten wir uns dann wieder ganz langsam und vorsichtig über die holprige „Schlagloch-Avenue“ auf den Nachhauseweg, allerdings nicht, ohne uns vorher noch einmal ganz besonders bei dem Schäfer Alexander Wagner und seiner Mutter Hella für ihre tolle Führung und ihre große Gastfreundschaft zu bedanken.

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Bleibt zum Schluss noch zu erwähnen, dass es unserem Jannik dort so gut gefallen hat, dass ihm der Schäfer erlaubte noch einmal an einem Vormittag vorbeizukommen und bei den alltäglichen Arbeiten mitzuhelfen. So durfte unser Jannik ganz früh morgens den Schafen das Frühstück bringen und den Babyschafen den Schoppen verabreichen, den Stall ausmisten, die Tiere auf die Weide führen, und auch den Schottischen Galloway mit dem Traktor ihr Futter ins Areal fahren. Ferien in Nußloch einmal ganz anders. Wir sagen Danke. Unser Video-Interview mit dem Schäfer Alexander Wagner folgt in Kürze, da wir als Nußlocher Verein, so die Gemeinde Nußloch, leider KEINE Werbung für eine Nußlocher Firma machen dürfen, und wir entschuldigen uns hiermit bei allen Rathaus-Rundschau-Lesern dafür, dass die Gemeinde in ihrem Mitteilungsblatt unseren Bericht zensiert hat.  

 

ANIMUS KLUB

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