(356) COMMON CAUSE


PORT25 präsentierte den Besuchern zwei Monate lang eine Ausstellung bildender Kunst zwischen medialer und realer Welt!

Gerade in der Winterzeit gehören Besuche der hiesigen Museen vermehrt zu unseren Programmangeboten. Jedes Museum ist anders und jedes Museum bietet einen anderen Einblick in Gedanken und Inspirationen der jeweiligen Künstler. So auch der Raum der Gegenwartkunst, der sich regelmäßig modern, abstrakt aber vor allem jugendliche und zeitgemäß präsentiert.

Hier konnten wir in den letzten beiden Jahren eine Reihe interessanter Vernissagen und Veranstaltungen besuchen, sowie interessante Menschen kennenlernen und Bildende Kunst in Hülle und Fülle in uns aufnehmen.

So auch in der Ausstellung „Common Cause“ von Simone Demandt und Margret Eicher. Ein Schwerpunkt dieser Mischung aus Ausstellung und Installation sind die globalen Veränderungen des Kulturbetriebs. Filmische Selbstdarstellungen präsentierten in ellipsenförmigen Leinwänden, die schräg von der Decke herabhängen, eine medienangehauchte Reise durch die aktuelle bildende Kunst. PLANET MUSUEM nennt sich diese Installation, bei der man sich unbedingt setzen sollte, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren, denn der Effekt, der durch die Leinwände erzielt wird, ist ähnlich, wie der eines 360°-Kinos. Das gleichzeitige Verfolgen des Geschehens auf den einzelnen Leinwänden war nur schwer möglich. Selbst die Konzentration auf eine Leinwand war nicht einfach, da das Auge ständig abgelenkt wurde, von dem, was auf den anderen Leinwänden gerade passierte. Ähnlich, wie das aktuelle digitale Zeitalter, das den Fokus und die Konzentration nur auf den aktuellen Moment – ein Bild, oder eine Kurzinformation – lenkt, aber nicht mehr auf den inhaltlichen Wert, prasselten die Informationen auf den Betrachter hernieder, und ließen ihm kaum Zeit, diese zu verarbeiten, geschweige denn sie richtig zu verstehen.

Daneben präsentierten sich wunderschöne barocke Teppiche, die ebenfalls kongenial mit aktuellen Themen verschmolzen wurden. So zeigten die großförmigen Tapisserien von Margret Eicher zum Beispiel Frauenhelden wie Laura Croft, aber auch Comicstars wie das Pokémon Pikachu. Des Weiteren stellte die Künstlerin Politik und Krieg in authentischen Gefühlen dar und machte durch diese geniale Provokation sehr stark auf die Missstände in der Welt aufmerksam. Der Teppich „Freiheit auf den Barrikaden“, bot eindrucksvoll den Zahn der Zeit dar, und der darauf zu sehende, solidarische Aufschrei eines Volkes in Richtung einer Welt, die derzeit nur noch von ein paar wenigen Mächtigen kontrolliert und bestimmt wird, war das beste Beispiel dafür.     

Ein besonders toller A-Ha-Effekt war auch der textile Bildträger „Die Entstehung der roten Rose“ von Gottlieb Schick. Dieses Bild des frühen 19. Jahrhunderts entfaltete allerdings erst sein wahres „Ich“ mit dem Blick durch das Fernrohr. Erst dadurch erkannte man das markante Detail des Bildes glasklar. Was wir dort sehen konnten, wollen wir allerdings nicht verraten.

Das Archiv der gemeinsamen Arbeiten „Common Cause“ stand im Mittelpunkt des Ausstellungsraumes, und zeigte sowohl Stillleben als auch bewegte Szenen auf Bildschirmen. Hier legten die beiden Künstlerinnen buchstäblich den Finger ganz tief in die Wunde bestimmter Ereignisse, denn dieses Symbol war nahezu auf allen Bildern erkennbar.

Der bunte Medienkomplex, der sowohl Natur als auch Kultur und die moderne Zeit verinnerlichte, schickte den Betrachter auf eine Zeitreise vom 17. Jahrhundert bis heute und verknüpfte mehrere Schauplätze und Geschehnisse miteinander.

Ebenfalls ein absoluter Hingucker waren die Pigmentdrucke „Planet Models“ von Simone Demandt aus dem Institut für Botanik und Landschaftsökologie der Ernst-Moritz-Arndt Universität in Greifswald. Hier zierten 13 gestochen-schafe Drucke eine Längswand des Raumes der Gegenwartkunst.

„Common Cause“ war einmal mehr etwas ganz Anderes, und wir freuen uns heute schon auf „Das was bleibt“, die nächste Ausstellung im PORT25.

Bildbearbeitung: Jannik Jansen

 

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