(368) Zirkus Konfetti


Tango-Jonglage, Stelzenmännchen-Fußball und Peter-Pan-Artistik! – Zirkus Konfetti präsentierte einen fantastischen Zirkusmarathon im Hermann-Maas-Haus!

      

Gleich vorweg. Es war ganz großes Kino, was uns die junge Zirkustruppe von Peter Böhme bei ihrer Jahres-Show servierte. Ganz nach dem gesunden Motto: „Zirkus muss nicht perfekt sein, und Zirkus muss auch nicht immer lebensgefährlich oder übermäßig spektakulär sein, sondern Zirkus muss einfach nur gut sein, und sowohl den Zuschauern als auch den Akteuren richtig Spaß machen“, präsentierte uns diese rund 30-köpfige Kinder- und Jugend-Combo ein ganz tolle Vorstellung.

Seit 2003 gibt es nun schon diesen Heidelberger Kinder- und Jugendzirkus Konfetti rund um den Artisten Peter Böhme, und seit einigen Jahren präsentiert diese talentstarke Truppe einmal jährlich in einer Jahres-Show ihr Können.

Anders als bei den kommerziellen Zirkusgruppen, wo nur die „sehr guten“ Künstler etwas präsentieren dürfen, also die Akteure, die alles „perfekt“ beherrschen, kommen hier auch die „etwas Kleineren“ zum Zuge. So werden auch Nummern vorgeführt, die noch nicht ganz ausgereift sind, oder an denen die Künstler in naher Zukunft wahrscheinlich noch ein wenig feilen werden. Genauso, und nicht anders, sollte Zirkus eigentlich auch sein und präsentiert werden. Es genügt einzig und alleine der Mut vor ein größeres Publikum zu treten und einfach etwas vorzuführen.

Dementsprechend war nicht nur die Aula des Hermann-Maas-Hauses proppevoll, sondern auch das Programm mit 20 Darbietungen prall gespickt. Alleine der Ablaufplan für Regie und Technik erstreckte sich auf stolze 10 Din-A4-Seiten (!?!). Wir hatten also einiges zu erwarten. Nach der offiziellen Begrüßung von Peter Böhme und der Abgabe der Moderation an die Kinder, gab es erst einmal ein Warm-Up zu bewundern. Laufen auf einer Kugel mit Hula-Hoops oder Schwingbändern, sowie Balancieren über ein Drahtseil und kleine akrobatische Übungen, gehörten zu den Anfangspräsentationen. Als krönender Abschluss gab es dann noch eine Show-Einlage Einradfahren.

        

Dabei verblüfften uns die Kinder mit einem Verkehrsszenario oder besser gesagt Chaos. So wurde ein Einradfahrer wegen zu schnellen Fahrens geblitzt. Gleich darauf passierte ein Unfall, bei dem beide Fahrer zu Boden fielen, und von Sanitätern abtransportiert werden mussten. Gefahren wurde auch über Wippen und durch Pylonen. Höhepunkt war hier eine kleine Einlage im Hochradfahren.

Danach gab es eine moderne Modeschau. Als Catwalk diente hier das gespannte Drahtseil. Vier Modepüppchen erschienen in den verrücktesten Kleidern, teils mit Perücke, teils mit speziell präparierten Haaren, und liefen in diesem Aufzug mit Hilfe der Betreuer gekonnt über das Seil. Auch das Paarlaufen auf dem Seil, einer vorwärts, und der andere Rückwärts wurde präsentiert.

Nun war es an der Zeit für die erste Jonglage und einen weiteren Balancierakt. Zunächst wurden „Zaubertüchlein“ in die Luft geworfen. Gleich darauf folgten Bälle und als Höhepunkt dann die Jonglage jeweils auf dem Rücken einer Person. Ad hoc rollten drei Bälle in die Arena, und die Kinder präsentierten uns balancierend auf ihnen die unterschiedlichen Gezeiten mit Tüchern und Bällen. Mal Sonne, mal Regen, mal Hagel und mal Schnee. Es passierte viel in der Arena.

        

Das erste ganz große Highlight des über zweistündigen Zirkusmarathons servierten uns zwei geniale Diabolo-Künstler. Diese wirbelten ihre Diabolos mal synchron, mal jeder für sich und mal total paradox durch die Luft. Blitzschnelle Drehbewegungen, die uns ein wenig an den Jo-Jo-Weltmeister NAOTO erinnerten, bekamen wir vor Augen geführt. Bei ihrer Choreografie brachten die beiden Blitzartisten sogar das Kunststück fertig durch eines der Diabolos hindurchzuspringen. Begleitet zu der Musik und einem frenetischen Beifall warfen die beiden ihre Diabolos kurz darauf auch noch kopfüber zu ihrem Partner.

      

Nun folgte der erste Akrobatikblock. Dieser begann mit „Über-Flaschen-Laufen“. Ja, ihr habt richtig gehört. Ein Mädchen lief über leere Sektflaschen. Im großen Beifall der Zuschauer bekamen wir die Information, dass heute ein Kind der Zirkustruppe zu Gast bei Kai Pflaume und seiner Sendung „Klein gegen Groß“ wäre. Wer sich also dafür interessiert, ob dieses Kind wirklich schneller, oder über mehr Flaschen drüber laufen kann, als der herausgeforderte Erwachsene, der sollte im März die nächste Sendung „Klein gegen Groß“ auf gar keinen Fall verpassen.

Begleitet von der wunderschönen Musik von Johanna Panizzi am Flügel, zeigten die Kinder nun ihr akrobatisches Können, und bewegten dabei ihre Körper in die unmöglichsten Positionen. Natürlich gab es hier und da auch die eine oder andere Hilfestellung von Peter Böhme, der es sich auch nicht nehmen ließ von den Kindern „auf den Arm“ genommen zu werden. Ja, es war schon sehr beeindruckend, was uns die kleinen „großen“ Akteure des Zirkus Konfetti hier zeigten, und dementsprechend gab es auch dankbaren Applaus seitens des Publikums.

Eine Vorführung am Trapez, bei denen sich die wendigen Mädchen in geniale Positionen brachten, beendete den ersten Teil der Vorstellung, und entließ die Zuschauer in die Pause.

     

Nach der Pause gab es noch einmal ein ähnliches Programm, nur ganz anders. Beeindruckend war hier die geniale Tango-Jonglage, bei denen die Partner nicht nur zu Tangoklängen miteinander jonglierten, sondern gleichzeitig bei ihrer Jonglage auch noch den einen oder anderen Tanzschritt zusammen vorführten. Hier bekamen auch die „Anfänger“ die Chance das erste Mal vor ein größeres Publikum zu treten, um die Erfahrung auf der Bühne zu sammeln.

      

Die kleine Aufführung von Peter Pan am Trapez war ebenfalls ein toller Hingucker, denn die Kinder traten in passenden Maskeraden auf und spielten bekannte Szenen aus dem großen historischen Werk in Musicalform. So flogen Bienchen durch die Lüfte, und es tanzen Käfer zu schwingenden Künstlern, und gen Ende wurde natürlich auch der böse Pirat gefangengenommen und dazu verurteilt seine Künste am Trapez zum Besten zu geben. Leider haben wir hier keine Aufnahmen. 

Gleich darauf betraten drei riesige Stelzenmännchen die Arena und fingen an Fußball und Basketball zu spielen. Der dafür notwendige Korb, wurde dann mit einer Räuberleiter gestellt. Treffsicher verwandelten die Riesen den Ball im „Netz“ und tanzten gleich darauf vor Freude los.

Zum Finale der Marathon-Show gab es noch einmal Akrobatik in Reinkultur. Dieses Mal partizipierten alle Akteure des heutigen Tages und glänzten einmal mehr mit genialen Formen und Stellungen. Der absolute Höhepunkt war dann noch der Aufbau einer 20-mannstarken Pyramiede. Respekt können wir hier nur sagen.  

      

Fazit: Zirkus braucht wirklich keine spektakulären Feuerschlucker oder waghalsige Trapez- und Seiltanzartisten. Zirkus braucht nur Kinder und Jugendliche, die mit sehr viel Freude bei der Sache sind, und ein Publikum, das die wahre Zirkuskunst zu schätzen weiß. Es war eine wunderschöne Vorstellung.

 

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ANIMUS KLUB

Um etwas Großes zu erreichen, darf man nicht vergessen, den kleinen Dingen sein Herz zu schenken! – (Zitat: unbekannt)

      

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