(391) Fit für Lügen?


Pressearbeit zwischen postfaktisch und praktisch! – Bettina Gaus, die politische Korrespondentin der taz bezog im DAI Stellung zu dem aktuellen Aufwind der Populisten, sowie der Fake News und den „alternativen Fakten“!

Es sind derzeit drei, der ganz großen Hauptthemen in den Medien, vor allem in den sozialen Netzwerken. „Populismus“, „Fake News“ und „alternative Fakten“. Kein Tag vergeht, in dem nicht irgendwelche Verunglimpfungen, Falschmeldungen oder populistische Parolen auf den sozialen Netzwerken gepostet und geteilt werden. Seit dem wir alle „Journalisten“ sein können, wird auf „Teufel-komm-raus“ der „Gefällt-mir-Button“ gedrückt, und jede Menge Informationen weltweit verbreitet. In diesem Zusammenhang machen sich viele Menschen überhaupt keine Gedanken mehr darüber, ob diese Meldungen nun richtig sind, oder eben „Fakes“. Seit einigen Jahren verwischen die Grenzen zwischen wahr und unwahr ziemlich schnell.

Die sozialen Netzwerke sind besonders für ungebildete Menschen ein idealer Zufluchtsort, nicht nur ihre Langweile mit dem sintflutartigen „Abklicken“ und Weiterleiten trivialer Bildchen, Schönmalereizitaten aber auch „Fake-News“ zu kompensieren, sondern sie stellen ihnen auch jede Menge Plattformen und Foren zur Verfügung, auf denen sie ihre sozialen Unfähigkeiten und Inkompetenzen hinter Pseudonymen verstecken und anonym agieren können. CYBERMOBBING hat sich etabliert.

Besonders über den Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump kursieren jeden Tag unzählige nervige Bildchen und Satireartikel, sowie Meldungen, die richtig sein könnten, aber sich dann doch als falsch oder versteckte Satire herausstellen. Dumme Menschen lassen sich offensichtlich nicht nur gerne berieseln, sondern auch vergleichbar gerne „verarschen“!

Bei Bettina Gaus von der taz, die in der letzten Woche im Rahmen der neuen Informationsreihe des Deutsch-Amerikanischen Institutes „Fühlen statt Fakten – Willkommen im Populismus“ zu Gast war, wächst deshalb auch der Drang hin zum Qualitätsjournalismus.

Die politische Korrespondentin, die sowohl in den Staaten gelebt hat, als auch lange Jahre das Parlamentsbüro ihrer Zeitung leitete, kritisierte die teilweise sehr schlechte Recherche in vielen Presseartikeln, und wünschte sich in diesem Zusammenhang erst einmal die eigene Sprache zu überprüfen. „Long-Read“, also das Lesen langer, gut recherchierter und informativer Texte, seinen derzeit der Renner bei den Lesern.

Transparenz statt Populismus. Leider leben viele Leute heutzutage aufgrund der Medien in ihrer persönlichen Blase, sprich, in ihrer eigenen Interessenswelt, mehr oder minder gefangen, so dass sie für Informationen, die sich außerhalb ihres Interessengebietes befinden, nicht mehr wirklich erreichbar oder zugänglich sind.

Früher gab es die Stammtische, an denen die Sprüche in einem geschlossen Rahmen geklopft wurden. Heute werden diese Stammtischparolen öffentlich und in den sozialen Medien ausgetragen und verbreitet. Jeder der glaubt etwas zu sagen zu haben oder seinen Senf zu einem bestimmten Thema unreflektiert dazugeben zu müssen, kann das unbegrenzt tun.

In diesem Zusammenhang fiel auch der Wortjargon oftmals ganz stark aus dem Rahmen. Die verbalen Attacken gegenüber anständigen Journalisten überschritten nicht selten die Grenze der sachlichen Kritik, so Bettina Gaus in ihren Ausführungen. Wüste Beschimpfungen und Beleidigungen gehören für die Korrespondentin mittlerweile nicht nur zum Alltagsgeschäft der Journalisten dazu, sondern auch zu dem traurigen Umgangston in den sozialen Medien. Letzteres haben auch wir als ANIMUS KLUB schon am eigenen Leib zu spüren bekommen. Was nicht gefällt oder gesellschaftskritisch ist, wird von Gegnern entweder gnadenlos verbal attackiert oder per „Dislike-Button“ und „Shitstorms“ niedergemacht. Selbst vor „Naziparolen“ schreckten die als anonym agierenden Angreifer in der Vergangenheit nicht zurück. Es ist nicht nur sehr traurig, sondern auch in höchstem Maße beunruhigend, wie in den sozialen Netzwerken Menschen miteinander umgehen und untereinander agieren. „Unsoziale Netzwerke“, wäre hier aus unserer Sicht die treffendere Bezeichnung.   

In diesem Zusammenhang äußerte der RNZ-Redakteur und Moderator des Abends Fehrmann, dass er bisher noch niemals beleidigende Briefe oder Mails von Lesern erhalten hätte.   

„Was Sie kriegen keine beleidigenden Mails von Gegnern? – Dann machen sie aber etwas falsch!“, so die humorvolle Bemerkung von Frau Gaus, die gleich darauf noch auf die aktuelle politische Situation in Deutschland und die bevorstehende Bundestagswahl zu sprechen kam.

Der Hype, sowie die große Zustimmung für Martin Schulz, war auch für die gestandene Korrespondentin eine Überraschung. Martin Schulz hätte etwas thematisiert, was der SPD in den letzten zehn Jahren und besonders unter den Sozialreformen Schröders abhandengekommen sei, nämlich soziale Gerechtigkeit. Ob Martin Schulz jedoch nach den großen Wählerenttäuschungen, wie zum Beispiel Hartz IV, Leih- und Zeitarbeit, Rettungspakete für die Banken, Maut, etc., im September bei den Wählern wirklich punkten könne, um dann Anstelle von Angela Merkel das Kanzleramt zu übernehmen, hält Bettina Gaus allerdings zum jetzigen Zeitpunkt für höchst unwahrscheinlich.  

 

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