(430) Ärzte ohne Grenzen


Wie gefährlich sind Cholera, Ebola und Malaria? – Was ist eigentlich eine Schlafkrankheit? – Und wie wertvoll ist sauberes Wasser? – Ärzte ohne Grenzen informierten über ihre Einsätze in Krisengebieten!

        

Sie arbeiten in den Entwicklungsländern der Dritten Welt und in gefährlichen Kriegsgebieten oftmals unter absolut unzumutbaren hygienischen Zuständen und Arbeitsbedingungen. Häufig fehlen ihnen die wichtigsten Dinge, wie zum Beispiel Medikamente oder Salben, um kranke Menschen zu heilen oder ihre Wunden zu versorgen. Sie sehen und erleben den Hunger der dortigen Bevölkerung und die damit verbundenen hochansteckenden Krankheiten tagtäglich innerhalb ihrer Arbeit. Vor allem wissen sie wie wichtig sauberes Trinkwasser ist, um Epidemien zu verhindern.

Die Ärzte ohne Grenzen oder auch international „MEDECINS SANS FRONTIERES“ genannt informierten eine ganze Woche lang auf dem Heidelberger Uniplatz über ihre Arbeit und ihre Herausforderungen vor denen sie tagtäglich stehen.

Um den interessierten Besuchern einen authentischen Einblick in ihre Arbeitswelt zu gewähren, präsentierten die Verantwortlichen sowohl einen Operationssaal, als auch ein Krankenlazarett in einem etwas kleineren, aber durchaus sehr eindrucksvollen Format. Übergroße Bilder von den Zuständen in den jeweiligen Versorgungszelten führten den Besuchern die Alltagssituationen der Ärzte und Helfer vor Augen, und machten deutlich, dass diese Arbeit alles andere als ein Zuckerschlecken ist. Düstere und nachdenkliche Bilder flimmern vor unseren Augen, und wir nehmen diese traurige Situation mehr oder weniger fassungslos zur Kenntnis. Unter solchen Bedingungen operiert werden, oder operieren zu müssen. Das ist alles andere als schön, und deshalb gelten unser ganz großer Respekt, sowie unsere Hochachtung allen Ärzten und Helfern, die sich dazu bereiterklären unter diesen Bedingungen zu arbeiten und zu helfen.

„Wie wichtig ist eigentlich sauberes Trinkwasser?“ – Was für uns tagtäglich ganz selbstverständlich erscheint, ist in diesen Ländern Luxus. 20 Liter Wasser haben die dortigen Menschen täglich pro Person zur Verfügung. Mit dieser Menge müssen sie auskommen. 20 Liter hört sich jetzt im ersten Moment vielleicht viel an, doch diese Menge relativiert sich ziemlich schnell, berücksichtig man die Tatsache, dass man damit neben dem Durst stillen auch alle anderen Existenzbedürfnisse wie Kochen, Körperpflege, Wäsche waschen und Toiletten- und Stuhlgänge abdecken muss. Spätestens jetzt wird deutlich, dass 20 Liter nicht wirklich viel sind. Vor allem müssen diese 20 Liter Wasser erst einmal desinfiziert werden, sprich von evtl. Krankheitserregern und Keimen befreit. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder das Wasser wird abgekocht, oder man verwendet Chlor. Da das Abkochen des Wassers für eine ganze Dorfbevölkerung sehr aufwendig ist, setzen die dortigen Helfer Chlortabletten ein. Hierbei müssen sie allerdings aufpassen, dass sie nicht zu viel Chlor verwenden, sonst schmeckt anschließend das Wasser nicht mehr.

Auch die Kanister müssen desinfiziert werden. Krankheiten und Epidemien werden vor allem durch verunreinigtes Wasser und auch fehlender Körperhygiene übertragen. Das Berühren der Kanisteröffnung kann schon ausreichend sein, um zum Beispiel eine Cholera auszulösen.  

Das desinfizierte Wasser wir dann meist von den dortigen Frauen in einem Kanister auf dem Kopf nach Hause getragen. Mitunter müssen diese täglich einen Laufweg von gut 20 Kilometern in Kauf nehmen, um ihre Familie mit Wasser versorgen zu können. Unvorstellbar.

Als nächstes erklärte uns der Mitarbeiter drei typische Krankheiten dieser Regionen; Cholera, Malaria und Ebola. Wir erfuhren wie sie entstehen, und vor allem wie die dortigen Helfer sie bekämpfen und sich vor diesen Krankheiten schützen. Cholera ist noch die am Einfachsten zu behandelnde Krankheit. Dennoch kann der Betroffene bei dieser Magen- und Darmerkrankung am Tag bis zu 15 Kilogramm an Körpergewicht verlieren. Speziell präparierte Feldbetten, unter denen ein Eimer positioniert ist, ermöglicht dem Patienten seine Notdurft auch im Liegen zu verrichten.

Um weitere Keimbildungen und die Verbreitung der jeweiligen Krankheitserreger zu verhindern gibt es dort ausschließlich Plumpsklos mit einer Luke, die mit dem Fuß geöffnet und wieder geschlossen werden kann. Da es in einigen Regionen auch kein Toilettenpapier gibt, stehen den Menschen dort Blätter, Stroh aber auch Steine zur Verfügung. 

      

Malaria und Ebola sind weit schwerer in den Griff zu kriegen. Während Malaria noch medikamentös behandelbar ist, gibt es für Ebola noch keine richtigen Wirkstoffe. Eine Quarantäne ist jedoch auf jeden Fall erforderlich, denn Ebola ist hochansteckend. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt oder Blut, insbesondere Samenflüssigkeit und Muttermilch. Bis zu zehn Wochen nach der Genesung kann eine an Ebola erkrankte Person diesen Virus noch auf Dritte übertragen. Deshalb müssen die Mitarbeiter im Quarantänebereich spezielle Schutzanzüge tragen.

Gegen Ende der Führung erklärte uns der Mitarbeiter noch wie ein komplettes Lazarett aussieht, und wie die einzelnen Stationen versorgt werden. Eine Information über die berüchtigte Schlafkrankheit, die primär von der Tsetsefliege übertragen wird, und die Nervenzellen teilweise so blank legt, dass beim Betroffenen im Endstadium auch kontinuierliche Dämmerzustände eintreten können, ließ uns nicht nur mit einem neuen Wissen nach Hause gehen, sondern auch mit dem Eindruck, dass die Ärzte ohne Grenzen hier eine Arbeit leisten, die aller Ehren wert ist, und auf jeden Fall von Bund- und Ländern finanziell unterstützt werden muss. Wie sagen Danke für diesen tiefen und lehrreichen Einblick. Mehr Informationen findet ihr unter diesem Link: Ärzte ohne Grenzen.

 

Diese Berichte könnten euch auch interessieren:

MA-Weltkulturerbe Gaming For Good Internationales Frühstück Willkommensfest 2015

 

Back To Rojava K♥banê 1. Int Fußballturnier Smile-Box-Aktion

 

 

ANIMUS KLUB

„Doch zu helfen, dass wir helfen, liegt allen in unserer Hand!“ – (PUR, SOS, 2006)

      

„Hat euch unser Bericht gefallen?“ – Wenn ja, dann würden wir uns über euer „Like“ und einen Kommentar auf Facebook sehr freuen. Vielen Dank

Tweet about this on TwitterPrint this pageShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone