(438) Käsebrezelfestival


Junge-Junge-Boule-Turnier im C-HUB und ARAL-TANKE-Verabschiedungsparty mit JUNGBUSCH-Mucke und der legendären Käselaugenbrezel! – ANIMUS KLUB unterstützt Aktion gegen die Gentrifizierung eines Stadtteils!

    

Der Mannheimer Jungbusch ist nicht der schönste Stadtteil Mannheims. Düster, oft auch vermüllt, schäbige Häuser mit dunklen und schmutzige Hinterhöfe, dreckige-verschmierte Fassaden. So präsentiert er sich seinen Besuchern. Aufgrund dieses Äußeren meiden daher viele Menschen diesen Stadtteil, der im Innern doch so viel Kunst und Kultur miteinander verbindet, und in dem daher auch so viele unterschiedliche Kulturen zusammenleben.

Der Jungbusch ist aber nicht nur ein Anziehungsmagnet für Künstler– Popakademie, PORT25, C-HUB, zeitraumexit, B-Seiten-Festival, Hofatelier 17 sie alle offenbaren dort der Öffentlichkeit enorme kreative Inputs, sondern er ist auch der Stadtteil für Menschen, die mit ihrem Lohn gerade mal so über die Runden kommen können.

      

Nun soll dieser Stadtteil aufgewertet werden. Gebäude und Wohnungen wurden an Investoren verkauft, die sie gerade wunderschön sanieren. Die Folge davon. Die Mietpreise schossen explosionsartig in die Höhe, einige so hoch, dass sie vor allem von den Geringverdienern nicht mehr bezahlt werden können. Derzeit bezahlt eine Bekannte von Max Freudenberg – einem der drei Hauptverantwortlichen von Käsebrezel e.V. – für ihre 48 Quadratmeterwohnung stolze 900 Euro Miete im Monat.

„Wir erhöhen ihre Miete! – Wir kaufen ihr Viertel auf! – Wir mobben Sie aus Ihrer Wohnung! – Sicher, sorgfältig und skandalös!“ – Dieser Slogan ziert derzeit Häuserfassaden – (siehe Facebook-Video von DASDING Rhein-Neckar – Jungbusch in Gefahr?). Aktuell ist dieser Film auch auf unserer Facebookseite anschaubar. 

Der Konflikt zwischen einer Reihe von Bürgern und der Stadt wird zunehmend schärfer. Der Unmut und die Verärgerung der Menschen über den Ausverkauf und die Luxussanierung ihres Stadtteils erreichten am letzten Samstag beim 1. Käsebrezelfestival ihren Zenit, denn Aktivisten besetzten unweit der Veranstaltung ein städtisches Gebäude, und machten mit ihrem Protest „Grandhotel Jungbusch“ auf sich aufmerksam.

So war uns auch schnell klar, warum in der Hafenstraße rund um das 1. Käsebrezelfestival an der ARAL-TANKE mit Boule-Turnier-Möglichkeit beim dem  gegenüberliegenden Modelabel „Junge Junge“ im C-HUB so viel Polizeipräsenz vor Ort war. Das städtische Gebäude zu besetzen und daraus provokativ ein „Jungbusch Hotel“ zu machen, blieben den verantwortlichen Vertretern der Stadt und natürlich auch der Polizei nicht verborgen.

        

Ungehindert davon, begann die duale Festlichkeit pünktlich um 16.00 Uhr mit der psychedelischen Rockgruppe Le Clichee, während wir – begleitet zu dieser alternativen Musik – im Rücken der Band anfingen auf dem dortigen Terrain die Boule-Kugeln in Richtung Schweinchen zu werfen.

Hier bekamen unsere beiden Mädchen Daniella und Viktoria zunächst einmal eine Einführung von unserem Vorsitzenden Alexander Höfer in die Regeln dieses Spieles, und wie sie die schweren Kugeln am besten werfen sollten. Schnell verstanden, legten die beiden los, und waren schon ziemlich schnell in der Lage ein Spiel für sich zu entscheiden, indem sie ihre Kugeln ideal positionierten.

Indes spielte im Hintergrund die Band rund um den Sänger Johandy Pablo, den wir bei im Juli der Abschlussparty des Mannheimer Weltkulturerbes in einer anderen Formation hören durften, bereits einen groovigen Red-Hot-Chili-Peppers-ähnlichen Sound, und unterhielt die Zuschauer bestens mit Guter-Laune-Mucke. Eingängige Hooks und Riffs, dazu ein kräftig-melodiöser Gesang, verwandelten den traditionellen Platz rund um die ARAL-TANKE in ein absolut chilliges Flair, und ließen uns die Boule-Kugeln noch viel leichter aus der Hand Richtung Ziel werfen. 

      

Aufmerksam machen auf diese sozial ungerechte Gentrifizierung und die kulturelle Zerstörung, die ja auch unweigerlich einen Segregationsprozess in Gang setzen – also eine gesellschaftliche Umschichtung (Arme gehen – Reiche kommen) – das wollen Max Freudenberg, Christoph Spieler und Simon Sontowski mit ihrem Verein Käsebrezelfestival e.V., der ja nach der berühmten Käsebrezel aus der ARAL-TANKE benannt wurde.

Die ARAL-TANKE, und somit auch die mit Abstand beste Käsebrezel Mannheims, fallen ja ebenfalls diesem Immobilisierungswahnsinn der Stadt zum Opfer, und werden beide bald Geschichte sein.

Zwei Gründe mehr uns als ANIMUS KLUB solidarisch zu zeigen, und an dieser ehrenwerten Veranstaltung zu partizipieren, um unsererseits ein anständiges Zeichen dafür zu setzen, dass wir das nicht in Ordnung finden. Immerhin schenkt dieser Stadtteil unseren Kindern regelmäßig ganz kreative Erlebnisse und Momente, sowohl im künstlerischen, als auch im musischen und gestalterischen Bereich.

      

Mittlerweile übergab Le Clichee das Mikrofon an Lerato.de. Die afrikanische Sängerin und Tänzerin ist für uns keine Unbekannte. Schon des Öftern haben wir die Künstlerin aus dem Jungbusch in der Vergangenheit auf kulturellen und integrativen Veranstaltungen gesehen. Lerato.de bot uns zusammen mit ihrer Gruppe in der nächsten Stunde eine gesunde Mischung aus Afro-Pop-Musik und Tanz. Während Lerato auf der Bühne wunderschöne Melodien aus ihrer Stimme entlockte, tanzte sich die begleitende Tänzerin vor der Brezelbühne regelrecht in einen Trance hinein. 

      

Indes spielten unsere Kiddies und Eltern bereits schon gegen die Profis eines Mannheimer Boule-Sportvereins eine Partie Boule nach der Anderen. „Warum nicht mal so frech sein und die Profis herausfordern?“ – Mit diesem Mut boulten unsere beiden Mädchen an diesem wunderschönen Nachmittag fast zwei Stunden lang beim Modelabel Junge Junge

Mädchen, Mädchen, können wir da nur sagen!

 

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