(55) BASF – Tag der Offenen Tür


Wie funktioniert eine Extraktionskolonne? – Was ist Super-Absauger? Oder wie bestimmt man den PH-Wert eines Getränkes? – ANIMUS-KLUB-Kids nahmen am Tag der Offenen Tür bei der BASF lehrreiches Wissen für das Leben mit nach Hause!

Gelände

BASF-Pressefoto

Prolog: Irgendwo in Deutschland 1984: „Hast du schon gesehen? Du stehst heute in der Zeitung, und sogar mit Bild!“, sagte die Mama stolz zu ihrem 12-jährigen Sohn, als dieser von der Schule nach Hause kam. „Was, wirklich? Das muss ich sofort sehen!“, antwortete der Junge und strahlte vor Freude über das ganze Gesicht. …

Rhein 6Es sah wieder einmal nach Regen aus, als wir uns auf den Weg nach Ludwigshafen machten. „Wird es regnen?“ … „Ach was, wir fahren doch nach Ludwigshafen, und spätestens, wenn wir dort sind, regnet es nicht (mehr), und wenn doch, dann nur  kurz oder gegen Ende der Veranstaltung!“ …

Irgendwie haben wir uns schon an diese schöne Situation gewöhnt, dass der Wettergott immer dann, wenn wir mit unseren Kindern und Jugendlichen eine außergewöhnliche Vereinsaktivität in Ludwigshafen durchführen, voll und ganz auf unserer Seite steht. So auch heute, denn als wir über die Ernst-Waltz-Brücke fuhren, begrüßte uns strahlender Sonnenschein mit den Worten: „Hallo lieber ANIMUS KLUB, schön, dass ihr wieder da seid!“, und es war auch so warm geworden, dass wir wenig später sogar unsere Jacken problemlos im Auto lassen konnten.

Turbo Löscher

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Gerade auf dem Gelände der BASF angekommen, bekamen wir auch schon von einer Mitarbeiterin zum Schutz für die erste Präsentation des Tages Ohropax in die Hand gedrückt, weil es in den nächsten 10 Minuten wirklich sehr sehr laut auf dem Gelände werden solle. Was stand uns denn da bevor – vielleicht ein MANOWAR-Konzert? – Nein, nicht ganz! Aber von der Lautstärke her absolut vergleichbar, denn der betriebseigene Turbo-Löscher der BASF hatte sich in der Mitte des Innenhofs positioniert, um den Besuchern seine Visitenkarte für den Ernstfall abzugeben. Gleich darauf war ein leises Rauschen, ähnlich wie das eines Staubsaugers zu vernehmen, welches aber von Sekunde zu Sekunde immer lauter wurde. Leichter Sprühregen ergoss nun durch die riesigen Düsen des Löschers, und verwandelte sich nach gut einer Minute zu einem sintflutartigen Regen, der gut 8.000 Liter Wasser pro Minute in orkanartiger Windstärke über den Hof blies. Der Druck dieser riesen Wassermenge war so stark, dass selbst sogar die Bäume, die gut 50 Meter weit entfernt standen, eine ganz kräftige Regendusche abbekamen. Die Ohropax waren ebenfalls notwendig, denn das lautstarke Rauschen, war in etwa vergleichbar mit dem Start eines Düsenjets, nur mit dem Unterschied, dass es über die komplette Zeit der Präsentation andauerte.

Kletterwand

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Nach dieser sehr beeindruckenden Darbietung, machten wir uns auf den Weg durch den riesigen Werksdschungel, der ja mit einer Fläche von 10 km² fast genauso groß ist wie Nußloch. Viele Infostände waren hier aufgebaut, die über alle Tätigkeiten der BASF informierten. Daneben boten die Verantwortlichen für die kleineren Kinder ein umfangreiches Spiel- und Spaßangebot. Neben einem Bobycar-Parcours, gab es eine Power-Paddel-Station, eine Kraken-Hüpfburg, eine Lego-Baustelle, sowie jeweils ein chemisches und ein virtuelles Laboratorium und zwei Basketballkörbe, bei denen man sein Können unter Beweis stellen Kletter 11konnte. Die Kletterwand war allerdings die Attraktivität, die unserem Alter am ehesten gerecht wurde, und auf die wir uns am heutigen Nachmittag als erstes stürzten.

Obwohl sich sehr viele Leute auf dem Werksgelände befanden, empfanden wir dieses Fest als unglaublich stressfrei und relaxt. So konnten wir die Wartezeiten an der Kletterwand zum Beispiel damit überbrücken, eine richtig gute Pfälzer Bratwurst zu genießen und dabei auch den beiden rotierenden hauseigenen Werksmusikgruppen, einem Kammerorchester, sowie einer Rockabilly-Combo, zuhören.

Danach begaben wir uns auf die Experimentierreise durch das Innere der Werkshallen und Labore. In der ersten Halle angekommen, bekamen wir nicht nur einen Einblick welche Sachen die BASF herstellt, also in welchen Produkten oder Gegenständen ein Stück BASF enthalten ist, sondern auch welche Neuheiten in der letzten Zeit von der Firma entwickelt wurden.

Dazu gehören neben einem speziellen Kunststoff für Autokarosserien auch der für die Kooperation mit Adidas entwickelte, absolut superbequeme und styroporähnlich aussehende Schaumstoff „Boost“. Dieses neuartige Dämpfungssystem, bei dem festes TPU-Granulat (Thermoplastisches Polyurethan) zunächst gesprengt und in Kapseln zerlegt wird, ist absolut innovativ, weil bei diesem Prozess ein Dämpfungselement mit einer eigenen Zellstruktur entsteht. 2.500 Energiekapseln dieses Stoffes werden nun zu einer Zwischensole verdichtet, die die Energie bei jedem Schritt effizienter speichert und zurückgibt. Da die Verantwortlichen in der Präsentationshalle eine Sitzbank aus Boost-Material aufgestellt hatten, konnten wir jetzt sehr gut nachvollziehen, warum dieser Schuh mittlerweile in Insider-Kreisen auch Sofa genannt wird.

Als nächstes besuchten wir die berufsbezogenen Bereiche. Das war hochinteressant, denn bei der BASF kann man nämlich nicht nur eine Ausbildung zum Chemiker machen, sondern auch noch viele andere Berufe erlernen, wie zum Beispiel Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimaschutz, aber auch Lehren im Metall- und Elektrobereich absolvieren.

Werkshalle

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In der Hallen für Metall- und Maschinenbau hatten die Verantwortlichen interessante Stationen aufgebaut, bei denen wir ein wenig herumtüfteln durften. Bei einer Station mussten wir zum Beispiel herausfinden mit welcher Zahnradumsetzung sich ein Hebel am Einfachsten drehen lies. Das machte nicht nur Spaß, sondern war gleichzeitig auch eine richtig spannende Herausforderung für uns. Leider haben aufgrund des werksinternen Fotografierverbotes dieses Mal keine Bilder von den lehrreichen Aktionen und Erlebnissen, die wir dort auf dem Gelände machen durften, was sowohl im Nachhinein für unsere Kinder und Jugendlichen, als auch für unsere Berichterstattung sehr sehr schade ist, zumal wir dem Leser leider an sehr vielen Stellen überhaupt nicht transparent veranschaulichen oder verdeutlichen können, worüber wir jetzt eigentlich gerade sprechen.

Als nächstes bekamen wir von Fachleuten erklärt, wie eine pneumatische Schaltung funktioniert. Eine der bekanntesten pneumatischen Schaltungen ist sicherlich die Bustür, die sich mit Luftdruck öffnen und auch wieder schließen lässt.

Chemielabor

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Bei den vielen Eindrücken, die wir bis dato gewonnen hatten, bemerkten wir überhaupt nicht, wie schnell eigentlich die Zeit vergangen war, und dass wir schon fast zweieinhalbstunden hier waren. Ein riesiges Gerät, ähnlich einer Lava-Lampe, das rote Farbbläschen in die Höhe steigen ließ, stand vor dem Chemielabor.

„Was um alles in der Welt ist denn bitteschön das?“, fragten die Kinder unseren ersten Vorsitzenden Alexander Höfer, der aufgrund seiner bescheidenen Kenntnisse in diesem Wissensbereich antwortete: „Das ist eine Maschine, die aus Wasser Tomatensaft macht… Nein, Spaß bei Seite. Da habe ich wirklich überhaupt keine Ahnung. Da müssen wir einfach mal nachfragen!“

„Das ist eine Extraktionskolonne!“, antwortete die junge Mitarbeiterin, die uns im Eingangsbereich des Chemielabors in Empfang nahm.

„Ah ja, jetzt, wo Sie das sagen, sehe ich das auch…, und was macht die genau?“

„Sie hat ganz einfach die Funktion aus Ethanol-Grundwasser konzentriertes Ethanol zu machen.“

„Ah ja, …“

Unsere Leser mögen jetzt bitte verzeihen, dass wir uns beim besten Willen nicht mehr an alle spezifischen Einzelheiten und technischen Details dieses wundersamen Gerätes erinnern können, und da auch das Bildmaterial dazu fehlt dem Laien einen Eindruck zu vermitteln, was das genau ist, möchten wir mit der Chemiekantenrallye fortfahren.

Kidslab

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Hier mussten wir an acht Stationen jeweils an einem kurzen informativen Lern-Workshop teilnehmen, und bekamen danach immer einen Buchstaben für das gesuchte Lösungswort von Verantwortlichen geschenkt. Nacheinander besuchten wir nun die Bereiche TTV, MSR (Messen, Steuern, Regeln), das Labor, den GV- und den PV-Bereich und auch noch eine Station mit dem Namen „Achtung Falle“!

Besonders toll hat uns hier das Labor gefallen, in dem wir nicht nur den PH-Freeze-Eis 2Wert von Cola, Kaffee oder Spülwasser bestimmen lernten, sondern auch Super-Absauger herstellen durften. Super-Absauger ist ein hochmodernes und so gut wie wasserundurchlässiges Material, das hauptsächlich bei Windeln verwendet wird.  Hierbei mixten wir unter Aufsicht des Fachpersonals bestimmte Chemikalien zusammen, die am Ende eine Konsistenz ergaben, die der eines Freez-Eises sehr ähnlich war. Auch der Bereich „Achtung Falle“, war für eine sehr lehreiche Abteilung, denn hier erfuhren wir, welches die häufigsten Unfallursachen am Arbeitsplatz sind, und wo für Mitarbeiter die größten Gefahren und Unfallquellen lauern.

ASB 11Am Ende der Chemiekantenrallye den Antwortbogen hoffentlich mit dem richtigen Lösungswort abgegeben, ging es sehr gaumenfreudig weiter, denn wir durften beim Catering-Service ganz leckere Apfelküchle probieren, und nach dieser Stärkung vis à vis unser Glück beim Torwandschießen versuchen.

Zum Ende unserer Werkserkundung gab es dann noch einmal zu dem Thema Sicherheit von der werkseigenen Rettungsstelle einen Schnellkurs in Erster Hilfe, bzw. eine Vorführung, wie man Menschen aus einem Fahrzeug birgt, dass sich auf dem Kopf liegend befindet.

 

Epilog: Irgendwo in Deutschland 2014: „Was? – Sie haben mein Kind dabei fotografiert wie es in Ihrem Labor Chemikalien zusammenmischt, und dieses Bild dann auch noch in der Zeitung veröffentlicht!?! – Ich werde Sie wegen Verletzung des Persönlichkeitsrechts anzeigen!!! … ???“

Zum Schluss bedanken wir uns noch ganz besonders bei Ilona Schäfer vom Hack-Museums-Garten, die uns ihre tollen Bilder von Ludwigshafen und seiner Umgebung für diesen Bericht zur Verfügung gestellt hat.



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ANIMUS KLUB

Eine sehr gute Jugendarbeit unterscheidet sich von jeder anderen Form darin, dass sie sowohl dokumentieren als auch präsentieren kann, was sie gemacht hat. Besonders diese beiden Dinge, also die Dokumentation und die Präsentation ihrer Arbeit (diese Professionalität), wird sie später als Sozialpädagoge von den Laien unterscheiden, und auch bei den Kindern und Jugendlichen ein höheres Ansehen verleihen. (Prof. Dr. Haro Schreiner, Vorlesung zu dem Thema professionelle Jugendarbeit, 3. Semester Pädagogik, 1997) 

    

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