(58) The Men In Black & The Tex Martiniz


The Men In Black – Oder, wenn Tarzan auf den Stühlen mit seinem Bizeps wackelt! – Hack-Museums-Garten beendete seine Offene Bühne mit einer Hommage an Country-Legende Johnny Cash! 

Bühne 2

„Was am 03. Oktober geht ihr in den Hack-Garten und schaut euch ein Freiluftkonzert an? – Und was macht ihr, wenn es dort regnet?“

„Ja dann, dann spielt die Johnny-Cash-Cover-Band bestimmt den Titel „Water from the Wells of home“, von dem gleichnamigen Cash-Album aus den Neunziger Jahren, antwortete unser erster Vorsitzender einem guten Bekannten humorvoll auf seine Frage. „Regnen? – Wenn wir nach Ludwigshafen fahren, regnet es ist nicht!“ Mittlerweile fast schon ein bisschen „überheblich“ – aber Spaß muss einfach sein – können wir fast überall hinfahren, ohne dass es regnet, und es ist einfach ein sehr schönes Gefühl, dass wir unseren Familien dadurch auch wesentlich mehr regionale Highlights anbieten können.

Nikolaus 1So auch dieses Mal. Bei strahlendem Sonnenschein den hack-museumsGARten ein letztes Mal in diesem Jahr betreten, liefen uns sofort ganz in schwarz gekleidete Musiker entgegen. „Men In Black“, nicht benannt nach dem gleichnamigen Film mit Tommy Lee Jones und Will Smith, sondern nach der unvergessenen Country-Legende Johnny Cash, trafen gerade die letzten Vorbereitungen für ihr heutiges Doppelkonzert, dessen erster Teil ausschließlich aus Songs des großen Musikers bestand. Das Ambiente erneut verändert, präsentierte sich der Hack-Museums-Garten trotz spätsommerlicher Temperaturen um die 25 Grad heute erstmals herbstlich, und einladend wie ein Konzertsaal. Fünf Stuhlreihen waren halbkreisförmig aufgebaut und boten gut 100 Personen Platz. Auch in den hinteren Teilen des Gartens fanden Besucher genügend Kuschelecken und Nischen, um das bevorstehende Konzert aus einer ganz besonderen Perspektive anschauen zu können, und wie immer gab es natürlich auch ein paar ganz außergewöhnliche Kunstwerke zu sehen.

Band 03Pünktlich um 19.00 Uhr betraten dann die „Men in Black“ die Bühne und eröffneten ihren „Johnny-Cash-Set“ ganz überraschend mit dem sehr ruhigen Titel „I hung my head“, ein Song, der 1996 von Sting geschrieben und auf dem Album „Mercury Falling“ veröffentlicht wurde. Johnny Cash coverte zur völligen Überraschung Stings dieses Stück 2002 auf seinen „American-Recordings“.

Hackgarten, Men in Black_008177Danach folgte ein fast einstündiger Streifzug – kein Best-Of – durch das komplette Schaffen Cashs, angefangen von der Sun-Records-Phase in den Fünfzigern, über die kommerzielle Hit-Dekade der Sechziger und Siebziger, bis hin zu dem Spätwerk und den Post-mortem-Veröffentlichungen der Neuzeit.

Nach dem sehr flotten, im typisch charakteristischen Cash-Sound vorgetragenen „Big River“, folgte der erste Gefängnissong des heutigen Abends. „San Quentin“ war einer der ersten Knasteinrichtungen in dem der Sänger in den Spätsechzigern unter ganz scharfen Sicherheitsvorkehrungen und unmenschlicher Menschlichkeit Konzerte für die dortigen Gefangenen gab, und dabei auch für ihre Rechte eintrat.

Tom 01Nach großem Applaus ging es weiter ging mit dem Insider-Song „Wreck of old 97“, sowie dem bekannten Hit „If you could read my mind“, im Original von Gordon Lightfoot, den Cash ebenfalls auf seinem Spätwerk auf seine ganz spezielle Art coverte, genauso wie den gleich im Anschluss daran folgenden U2-Song „One“.

Tom & BarbaraMittlerweile war der Motor der „Men in Black“ ziemlich warm gelaufen, und es war Zeit für die eigentlichen Cash-Klassiker. „I Walk The Line“ machte hier den Anfang, bevor Sänger Tom Weiland, der von Song zu Song immer besser die tiefe und monotone Stimme des großen Vorbildes intonierte, seine Frau Barbara auf die Bühne holte, und zusammen mit ihr als Johnny & June Carter-Cash-Duo agierte und die beiden Riesenhits „If I were a carpenter“, sowie „Jackson“ zum Besten gab. Gerade der Titel „Jackson“, nicht zu verwechseln mit dem großen, und ebenfalls schon Back 01verstorbenen „King Of Pop“ Michael, verwandelte den Hack-Museumsgarten in eine freudige Tanzbühne, auf der sehr viele Zuschauer im Takt der Musik gut gelaunt miteinander Cowboy-Tänze veranstalteten. „Ghostriders in the Sky“, ein später Siebziger-Hit erklang nach dieser absolut gelungene Hommage an dieses legendäre Country-Duo, wobei die Band das Original ein bisschen abänderte, und dem Publikum eine wesentlich rockigere Version dieses Titels präsentierte.

Zuschauer 02Natürlich darf auf einem Cash-Event auch der zweite bekannte Gefängnis-Song „Folsom Prison Blues“ ebenso wenig fehlen, wie der weltbekannte Rockabilly-Titel „Get Rhytmn“. Diese beiden Songs läuteten aber auch schon das Ende des ersten Konzert-Sets ein. Als Zugaben bekamen die Zuschauer dann noch den gewagten Titel „Cocaine Blues“, sowie das Post-mortem-Stück „Ain’t no grave“ zu hören, bevor sich fünf Musiker in eine kurze, aber wohlverdiente Pause verabschiedeten.

Kugel 01Während sich die Band nun von den Men In Black in die The Tex Martiniz verwandelte, schmückte ein kristallkugelähnliches Leuchten, umhüllt von einem wundersamen Dunkel den Hack-Museums-Garten. Auch die Luft veränderte sich merklich, nämlich, als sich Skunk-Billy und Muffel-Johnny direkt vor der Bühne positionierten. Der Duft eines neuartigen „Eau de Toilette“ – ein Flakon aus säuerlichem Schweiß gemischt mit natürlicher Landluft – roch derart intensiv, dass die beiden „Sandler“ bereits schon wenige Augenblicke später die komplette erste Zuschauerreihe für sich alleine beanspruchen konnten.

Tarzan 1Gleich darauf ging das Konzert auch schon in die zweite, und wie bereits schon angekündigt, rockigere Runde, bei der allerdings der Country immer noch als musikalische Grundausrichtung ein wesentlicher Hauptbestandteil war. Nach einem instrumentalen „Frickel-Intro“, bei dem sich vor allem Tom Rillmann an der Gitarre so richtig austoben konnte, begrüßte uns die Band mit dem exzellent gecoverten „Buenas Tardes Amigo“ von Ween, und spielte im Anschluss daran das nicht weniger geniale „Tornado Warning“ von Johnny Trouble. Dieser musikalische Orkan erreichte auch den mittlerweile schon ziemlich „stoned“ vor der Bühne herumtorkelnden Skunk-Billy, der urplötzlich anfing wie wild „abzurocken“, und dabei wie eine Tempeltänzerin schlangenförmige Bewegungen zu vollführen.

Tarzan 03Das anschließend gespielte „Strange Color Blue“ von Madrugada bei dem sich der ohnehin nicht mehr im Jetzt und Hier befindliche Billy regelrecht in einen Trance hineintanzte, machte ihn wahrscheinlich innerlich so heiß, dass er sich trotz der Abendfrische beim nächsten Lied „Juanita“ in der Manier einer Striptease-Tänzerin seinen Pulli abstreifte, und fortan mit eleganten Hüftschwüngen seinen Schwabbelbauch durch die Gegend wackelte.

Tarzan 06Die amüsante Pose erreichte ihren ersten Zenith als die Tex Martiniz „Devil in Disguise“ – Der Teufel in Verkleidung – (wie passend) von Elvis Presley just in dem Moment anstimmten, als der moderne Tarzan mit seinen ersten Bodenturnübungen – einer gewagten Handstand-Kehrtwende – das Publikum zu Lachkrämpfen hinriss, und sein Kompagnon Muffel-Johnny ganz cool anfing sein mitgebrachtes Pick-Nick (Brot, Brötchen, Wurst- und Käseaufschnitt, sowie mehrere Tom 03Bierdosen und einen Kanister gefüllt mit Rotwein) am Fuße der Bühne, einladend, für Jedermann zu positionieren. Allerdings präsentierte die Band auf dessen Anspielung jetzt nicht den Song „Breakfast in America“ von Supertramp, sondern spielte stattdessen Titel wie „Killing Just For Fun“ von Tito & Tarantula, „Le vent nous portera“ von Noir Désir, sowie den Sechziger-Szenen-Klassiker „Miserlou“.

Gitarre 1Angepeitscht von Tom Rillmanns eingängigen Gitarren-Riffs, sowie den exzellenten Lab-Steel-Klängen von Paul Velthaus, fielen sich nun beide Halunken mehrfach brüderlich um den Hals, um so, nach und nach den Rotweinkanister zu leeren. Auch weitere Bodenturn-, oder besser gesagt moderne Formen von Krabbelübungen erheiterten das Publikum, sodass Titel wie David Bowies „China Girl“ und Peggy Lees „Fever“, irgendwie kongenial zu der augenblicklichen Szenerie passten.

Tom 06„Als nächstes spielen wir einen Song von Nick Cave. Der Titel heißt Stagger Lee“, so der Sänger Tom Weiland, worauf unser erster Vorsitzender grinsend meinte: „Oh ja, den Titel könnt ihr spielen, der ist cool, vor allem für den Wackel-Tarzan!“ Gleich darauf erklangen auch schon die düsteren Rhythmen dieses gut siebenminütigen Independent-Juwels, bei dem Skunk-Billy erstmals auf die Stühle der ersten Reihe kletterte und zu der bekannten Textzeile: „Typen wie dir, könnte ich eigentlich jeden Tag in den Hintern treten!“ auch noch den Applaus-Animator machte, indem er im Rhythmus der Musik in die Hände klatschend seinen Bizeps wie eine Go-Go-Tänzerin hin- und herwackelte. „Ein Glück, dass der kein Englisch kann!“, sagte unser erster Vorsitzender schmunzelt, als erneut der Stagger-Lee-Refrain erklang, und Tarzan-Boy Szenenlacher bekam, als er uns an der Zeltstange seinen Sinn für erotische Bewegungen zum Besten gab.

Leider rückten wenig später die Zeiger der Uhr schon wieder verdächtig auf 22.00 Uhr, und so mussten die Tex Martiniz nach dem Nine-Inch-Nail-Song „Hurt“, der ebenfalls von Johnny Cash auf seinen American Recordings gecovert wurde ihr großartiges Konzert beenden.

Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen des Hack-Museum-Gartens für die vielfältige musikalische Horizonterweiterung unserer Kinder, sowie ganz besonders bei Frau Ilona Schäfer für die exzellenten Fotos, und hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder so viele tolle Konzerterlebnisse in diesem wundervollen Ambiente miterleben dürfen.

Mehr tolle Bilder findet ihr auf Norbert Huflers Seite: Museumsgarten Donnerhuf



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