(64) Nachtwandel


„Prawdziwych przyjaciół poznaje się w biezdie!“ – ANIMUS-KLUB-Kids wandeln im Mannheimer Jungbusch durch die Nacht und erlebten ein aufregendes Abenteuer! 

Nachtwandel 01

Zum elften Mal organisierte die Kulturhauptstadt Mannheim den „Nachtwandel“ im Jungbusch; eine Veranstaltung, bei der jedes Jahr rund 90 Künstler und Akteure den Besuchern ihr Können zeigen dürfen. Über das komplette Stadtviertel des Jungbuschs verteilt, konnte man nahezu in jedem Hinterhof und in jeder Kneipe Musik unterschiedlichster Kulturen anhören, oder Alleinunterhalter, Tänzer und Trommler bestaunen. Daneben gab es auf den Straßen, sowie in den Restaurants lukullische – auch sehr viele unbekannte – Leckereien aus aller Herren Länder. 

Grill 01Wer hier heute Abend durch die Straßen wandelte, der fand auf alle Fälle nicht nur musikalisch, sondern auch kulinarisch irgendetwas für seinen Geschmack, oder genauso wie wir, ziemlich viel. Doch bevor wir durch die romantisch beleuchteten Straßen des Jungbuschs wandeln konnten, bei denen an allen Ecken und Enden weißdampfender Rauch von appetitanregenden Feinheiten in die Höhe stieg, erlebten wir erst einmal unsererseits eine ziemlich rauchige Überraschung, denn kurz vor unserem Ziel angekommen, dampfte es plötzlich ganz gewaltig aus der Motorhaube unseres Autos. Der weiß-graue Rauch, der uns da ganz übelriechend entgegenwehte, verhieß allerdings nichts wirklich Gutes, und es war klar, dass wir mit unserem Auto wahrscheinlich nicht mehr nach Hause fahren konnten. Hierbei hatten wir jedoch ein bisschen Glück im Unglück, denn nicht weit entfernt konnten wir zumindest auf einem Parkplatz eines Lebensmittel-Discounters unser Auto sicher abstellen. 

Spiel 01„Jetzt informieren wir erst einmal unser ANIMUS-KLUB-Hilfsnetzwerk, und gehen danach auf den Nachtwandel. Notfalls fahren wir mit dem Zug nach Hause!“, so unser Vorsitzender, der sich von der Autopanne nicht den schönen Abend verderben lassen wollte. 

Mit der Gewissheit, dass uns auf jeden Fall jemand abholen würde, betraten wir dann wenig später das Jungbuschviertel. Sehr viele Sprachfetzen und ein musikalischer „Sound-Misch-Masch“ wehten uns dabei entgegen. Ein buntbeleuchteter Spielplatz zog uns als erstes voll und ganz in seinen Bann. „Ist das mal geil, am späten Abend auf einem beleuchteten Spielplatz zu klettern oder zu rutschen!“, so unsere Kids, die sich gleich darauf in dieses neue Abenteuer stürzten, während unsere Betreuer sich erst einmal eine leckere sizilianische Bratwurst gönnten.

Rock 01Einerseits ausgetobt, andererseits frisch gestärkt von einer Bratwurst, die man aufgrund ihrer Größe getrost als vollwertige Mahlzeit bezeichnen konnte, durchstreiften wir weiter ein Straßenfest, das an „Multi-Kulti“ und bunter Vielfalt wirklich nichts zu wünschen übrig ließ. Da gab es auf der einen Straßenseite psychedelische Rockmusik von Youngstern, während gegenüber ein Saxophonist auf einer Fensterbank Freestyle-Jazz zum Besten gab. Geniale Unterhaltung kennt eben wirklich keine Grenzen. Das dachten sich wohl auch die dort wohnenden Kinder, die es sich ebenfalls auf einer Fensterbank bequem machten, und so das Treiben, das heute vor ihrer Haustüre stattfand, besser verfolgen konnten. 

Tee 01Auch in den anderen Straßen präsentierte sich der Jungbusch total kurios und ausgefallen. Arabische Volksmusik kombiniert mit „Ma-Ma-Maria-Ma-Pizza“, sowie das umgekehrte Pendant, Italienische Popmusik aus den Achtzigern mit orientalischem Tee, oder alternativ dazu, einer Portion „Spaghetti Arabica“. Die Traditionen mal kurz auf den Kopf gestellt, suchten wir jedoch vergeblich nach einem „Döner Mare“ oder den „Yufka Famiglia“

Viele Geschäfte waren heute Abend ebenfalls geöffnet. Einige Inhaber luden die Besucher zu einem kleinen Aperitif ein, andere wiederum verkauften die blau-rot blitzenden Nachtwandelanhänger. Der Geruch von frischgebackenem Brot und süßen Kaffeestückchen erfüllte den hinteren Teil des Jungbuschs. Wieder ein paar Meter weiter, um genau zu sein, vor dem dortigen Sportstudio, boten die Verantwortlichen den Besuchern dann lecker aussehende, gut dreißig Zentimeter lange und herzhaft mit Fleisch bespickte Spieße an. Allerdings wartete hier natürlich verständlicher Weise auch eine vergleichbar lange Essens-Schlange.

Schlager 01So entschieden wir uns auf diese Spezialität zu verzichten, und dafür lieber im Innenhof des Sportstudios einen jungen Schlager-Pop-Sänger anzuschauen, der vor allem, wie könnte es anders sein, die Frauenherzen im Nu mit seinem Charme eroberte. 

Rap 01Langsam war es an der Zeit zu unserem Auto zurückzulaufen. Dabei kamen wir noch in den Genuss der großartigen Mannheimer Street-Dance-Combo „Kinder des Mannos“ Diese präsentierten uns eine gut 20-minütige Break-Dance-Show par excellence. Unter großem Szenenapplaus tanzten die zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen los, was das Zeug hielt. Einige akrobatisch-hüpfend, andere sich wie Roboter bewegend, und wieder andere wie Hip-Hop-Tänzer. 

Noch begeistert von der Aufführung dieser „Jungen Wilden“, begann gleich darauf das bisher größte abendliche Abenteuer, das wir bisher erlebt haben, nämlich das Rap 02Unterfangen das Auto unseres 1. Vorsitzenden abzuschleppen. Hier erlebten wir gleich die erste böse Überraschung, nämlich das mitgebrachte Abschleppseil passte leider hinten und vorne nicht. Etwas ratlos wendeten wir uns hilfesuchend an die letzten Kunden des Discounters, bzw. die Besucher des Nachtwandels. 

Obwohl wir eigentlich den kompletten Eingangsbereich mit unseren beiden Fahrzeugen blockierten, und die Leute auch über das Abschleppseil steigen mussten, um zu ihren Autos zu gelangen, dauerte es doch eine ganze Weile bis sich jemand bereiterklärte uns aus unserer Not zu helfen. Ein albanischer Automechaniker, der gebrochen Deutsch sprach, war der erste, der versuchte das Seil mit den beiden Autos zu verbinden. Leider ohne Erfolg, denn als wir anfuhren, löste sich das Seil sofort aus seiner Verankerung. Spätestens jetzt wandelten wir tatsächlich durch die Nacht, deren Ende noch nicht wirklich in Sicht war.

Nachtwandel 2Wohlwissend, dass wir das Auto mit diesem Abschleppseil mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit niemals nach Hause bekommen würden, schoben wir es mit vereinten Kräften auf den letzten noch leerstehenden Parkplatz des Discounters, und informierten den Marktleiter über unsere Situation. Zu unserem Leidwesen teilte dieser uns mit, dass der Parkplatz Privatgelände wäre, und dass der Eigentümer morgen früh sämtliche Autos abschleppen lassen würde, die sich noch auf dem Gelände befanden. „Auf diese Weise kann man natürlich auch sehr einfach sein Geld verdienen!“ 

Jetzt war guter Rat teuer, zumal wir ja auch nicht wussten, um wie viel Uhr der Abschleppdienst morgen früh aktiv werden würde. Ein Rausschieben des Autos aus dem Gelände war ebenfalls unmöglich, da durch den Nachtwandel sämtliche Parkmöglichkeiten rund um den Jungbusch ausgeschöpft waren. Da vernahm unser 1. Vorsitzender plötzlich aus einem Zwiegespräch ein paar polnische Sprachfetzen, und wurde aktiv. 

„Entschuldigung, könnten Sie uns bitte helfen?“, fragte er die beiden Männer auf Polnisch.

„Aber natürlich, bist du Pole?“

„Nein ich bin Deutscher. Ich heiße Alex, und spreche ein bisschen Polnisch.“

„Schön, ich bin Blazek. Warum hast du denn Polnisch gelernt?“

„Weil ich gewusst habe, dass ich dich heute hier treffen werde, und du mir mit meinem Auto helfen kannst“, antwortete Alexander humorvoll, worauf Blazek anfangen musste zu lachen. 

„Oh, schön. Zum Abschleppen brauchst du ein Ohr!“

„Ein Ohr?“

„Nicht so ein Ohr, eines aus Metall – eine Öse. Die müsste im Kofferraum sein. Kannst du mal aufmachen!“, fragte Blazek, und fing gleich darauf an die Werkzeuge zu durchsuchen.

„Aha, hier ist die Öse ja schon. Die müssen wir jetzt vorne an der Stoßstange befestigen!“, sagte Blazek, und bat unseren 1. Vorsitzenden um seinen Schlüssel, um an der Stoßstange ein kleines Türchen zu öffnen, und die Öse danach fest in das Gewinde zu drehen.

„So, fertig. Das war alles, aber abschleppen kannst du das Auto heute Abend nicht mehr. Es ist viel zu Dunkel und überall wimmelt es von Polizisten.“

„Ja, das weiß ich. Vielen Dank Blazek. Das Auto holen wir dann morgen früh!“

….

Großer Dank gebührt last but not least natürlich noch unserem tollen ANIMUS-KLUB-Netzwerk, Angela und Georg Fibi, Jannek Olasz sowie Rainer Bender.




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