(86) Mannheim sagt „JA“!


ANIMUS-KLUB & Freunde sagen ebenfalls „JA“ zu Flüchtlingen, und zeigen sich zusammen mit rund 12.000 Menschen solidarisch in Mannheim!

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Bereits lange vor dem grausamen Attentat auf die französische Satirezeitung „Charlie Hebdo“ haben wir uns für die Kundgebung „Mannheim sagt JA!“ via Facebook angemeldet. So lag unsere Motivation an dieser Veranstaltung teilzunehmen nicht in erster Linie darin, die schrecklichen Morde von Paris oder extrem religiöse Stilrichtungen zu verurteilen (was wir durchaus tun), sondern einzig und allein darin, uns mit Menschen zu solidarisieren, die aus ihrem Heimatland fliehen mussten, weil sie entweder um ihr Leben, oder um ihre Gesundheit bangen mussten, und uns damit ganz deutlich gegen Gewalt und Rassismus zu positionieren.

Demo 03Niemand, der nach 1945 hier in Deutschland geboren wurde, und in Freiheit aufwuchs, kann sich vorstellen, was Krieg wirklich bedeutet, und was es heißt, politisch verfolgt zu werden, nur weil man anders denkt, oder die Zivilcourage besitzt, sich für Menschenrechte einzusetzen und sich in diesem Zusammenhang auch erlaubt berechtigte Kritik an einem politischen Regime zu üben. Niemand, der nach 1945 hier in Deutschland geboren wurde, kennt das Gefühl, wenn nachts stundenlange Stakkati aus Maschinengewehren um das Haus pfeifen, Kugeln durch die Fenster spritzen, und sich Mütter dann so schnell wie möglich mit ihren Kindern Schutz suchend unter die Betten kauern, um nicht von Querschlägern getroffen zu werden. Niemand kennt die kalte Angst, die einem in diesem Moment im Nacken sitzt, den Körper zittern und die Tränen fließen lässt. Und niemand kennt die unmenschliche Folter, die die politisch Verfolgten in ihren Heimatländern eventuell erwartet.

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So haben wir bereits im letzten Herbst auf dem Begegnungsfest in der Mannheimer Benjamin-Franklin-Village deutlich unsere Solidarität mit den Flüchtlingen gezeigt,  und uns dafür stark gemacht, dass sie nicht einfach von der Politik oder vom Deutschen Staat wieder in ihre Heimatländer abgeschoben werden dürfen, vor allem dann nicht, wenn diese Länder noch nicht wirklich sicher sind, und damit für die jeweiligen Flüchtlinge immer noch unweigerlich ein großes Restrisiko darstellen.

Demo 19Deshalb haben wir auch keine Sekunde gezögert, um auch bei dieser guten Sache „Mannheim sagt JA!“ mit von der Partie zu sein, und unseren Beitrag zum friedlichen Zusammenleben zu leisten. Denn Jannik 02wer „Ja“ zu Flüchtlingen (Menschen) sagt, der sagt auch „Ja“ zum Zusammenleben!  – (Zitat: Alexander Höfer)

Fast 12.000 Menschen waren zu der bisher größten Kundgebung Baden-Württembergs in den Mannheimer Schlosshof gekommen, um gemeinsam mit Hilfsorganisationen, Gewerkschaften, Kulturvereinen, Jugendverbänden und politischen Größen aus der Region, unter ihnen auch Oberbürgermeister Herr Dr. Peter Kurz ein deutliches Zeichen für Menschenwürde und Toleranz zu setzen und sich gegen Hass und Angst auszusprechen. 

Demo 0612.000 Menschen sind zwar auf den ersten Blick gesehen eine ganz beachtliche Anzahl, doch wenn man bedenkt, dass allein Mannheim fast 300.000 Einwohner zählt, dann relativiert sich der prozentuale Anteil leider auf gerade mal 3,67 % der Bevölkerung. Viel zu wenig eigentlich, zumal es ja um ganz wichtige gesellschaftliche Thematiken wie „Flüchtlinge, deren Integration, und um die dafür erforderliche Toleranz“ ging. Vor allem bleibt in diesem Zusammenhang die Frage offen, wie sich denn die anderen, knapp 290.000 Mannheimer Bürger, zu diesen Punkten positionieren. „Interessieren sich diese Menschen überhaupt (noch) für die gerade Demo 21erwähnten Themen? – Oder sind ihnen diese Dinge unter Umständen sogar völlig gleichgültig? – Anders gefragt: „Ist diesen Menschen das Zusammenleben überhaupt (noch) wichtig bzw. etwas wert? – Und wenn „Ja“, warum waren sie dann nicht auf der Kundgebung? – „Mussten Sie alle arbeiten? – Oder hatten sie vielleicht, wie so oft heutzutage, etwas Wichtigeres zu tun?“ 

Demo 17„Kann es in einer gesunden Gesellschaft, aber vor allem für die Integration von Mitmenschen eigentlich etwas Wichtigeres geben, als ein friedvolles und gewaltfreies Zusammenleben, ohne Gewalt und Hass?“ 

So setzten wir zusammen mit den 12.000 Menschen und Vertretern der Politik auf dem Paradeplatz der Stadt, nicht nur der Bevölkerung, sondern auch den Medien das erste ganz deutliche regionale Zeichen dafür, dass wir uns hier im Rhein-Neckar-Delta ein friedvolles Zusammenleben ohne Gewalt und Hass wünschen. Anders als bei lautstarken Propagandamärschen, deren aggressive Parolen dem außenstehenden Betrachter eher den kalten Angstschauer auf den Rücken legt, lieferten wir hier zusammen mit den anderen Demonstranten eine Blaupause dafür, dass man auch anders, nämlich, anständig, friedlich und würdevoll auf sich und seine Botschaften aufmerksam machen kann. 

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So wurde Mannheim auch dieses Mal seiner Vorreiterrolle als bunte Kulturhauptstadt der Region mehr als gerecht, und ging mit dem Slogan: „Mannheim sagt JA!“, sowie dem Zusatz: „Vielfalt, anstatt Hass und Angst!“ als Paradebeispiel für ein friedvolles Zusammenleben für andere Städte und Gemeinden voraus. 

Ein besonders großes Kompliment und Dankeschön gilt neben dem Initiator Gerhard Fontagnier auch der Mannheimer Polizei und den Sicherheitskräften, sowie den Rettungssanitätern, die einen reibungslosen Ablauf dieser durchweg friedvollen Kundgebung gewährleisteten.

Demo 14  Demo 12   Demo 11

Alles über die kulturellen Veranstaltungen, die Auftritte der Künstler, sowie Interviews & Stellungnahmen, und natürlich die Frage ob Integration in Deutschland wirklich funktioniert oder nicht, und ob Integration unter den derzeitigen Gegebenheiten überhaupt möglich ist… Das alles gibt es ab Freitag hier auf unserer Homepage.

 

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