(93) Ludwigshafen ist BUNT!


Man darf einfach keine Angst zeigen! – ANIMUS-KLUB-Mitglieder demonstrieren friedlich zusammen mit rund 2.000 Menschen gegen Hooligans auf dem Ludwigshafener Bürgerfest!

Demo 02 Demo 01 Gegen Nazis 1 Hand 1

Das diesjährige Bürgerfest mit der Veranstaltung „Ludwigshafen ist bunt, nicht braun!“, sorgte bereits im Vorfeld für sehr viel Wirbel in den sozialen Netzwerken. Vor allem um den geplanten Demonstrationszug der rechtspositionierten Gruppierung „Gemeinsam stark Deutschland“ durch die Ludwigshafener Innenstadt gab es ein riesiges Tohuwabohu. War die Demonstration durch Ludwigshafen anfangs noch von der Stadt aufgrund der Gefahr von Ausschreitungen untersagt, sah das VietnamLandgericht von Neustadt einen Tag vor der Veranstaltung keine größeren Bedenken, und erteilte den Verantwortlichen die Genehmigung für diesen Demonstrationszug. Erst ein Eilantrag an das Oberlandesgericht, der noch am gleichen Tag erfolgte, verhinderte diesen endgültig.

So hatten die Vertreter von „Gemeinsam stark Deutschland“ nur das Recht auf dem Bahnhofsvorplatz eine Kundgebung für ihre tausend geplanten Anhänger durchzuführen, nicht aber durch die Innenstadt Ludwigshafens zu ziehen. Auch die Gegendemonstration, der Aufmarsch von linksautonomen Anhängern, sorgte bei Polizei 1sehr vielen Menschen für große Beunruhigung, zumal bei einem Aufeinandertreffen dieser beiden gefährlichen Gruppierungen gewalttätige Ausschreitungen und Übergriffe nicht ausgeschlossen sind.

Dementsprechend war am Vormittag des 8. Februars nicht nur die Innenstad Ludwigshafens, sondern auch das komplette Gelände rund um das Bürgerfest nahezu hermetisch abgeriegelt. Die stolze Anzahl von 1.300 Polizisten (!) und Ordnungshütern sorgte an diesem Tag für die Sicherheit der Bürger und einen reibungslosen Programmablauf auf der Bühne vor dem Pfalzbau. Viele Parteien und ihre Vertreter, Gewerkschafen und ihre Vorsitzenden, Soziale Einrichtungen und ihre Mitarbeiter aber auch Unternehmen und ihre Vorstandsmitglieder fanden sich zusammen mit rund 700 Demonstranten, die in einem Menschenzug von Mannheim nach Ludwigshafen gelaufen waren, auf dem Theaterplatz ein, um hier zusammen ab 12.00 Uhr friedlich gegen Rechte Gewalt zu demonstrieren und die Kundgebung „LU bunt statt braun“ zu verfolgen.

Demo 07 Demo 05 Demo 06 Lu ist Bunt

Nach dem Begrüßungs-Song „Mannheim sagt JA!“, denen die drei Akteure „Deutschland sagt JA!“ eine neue Refrain-Strophe als Ergänzung hinzugefügt haben, begannen führende Persönlichkeiten sich an die Bevölkerung zu wenden. Erste Rednerin war die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Frau Malu Dreyer, die eine unglaublich mitreißende Rede gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus hielt. Sie lobte in diesem Zusammenhang vor allem den einheitlichen politischen KonsensDemo 20  der demokratischen Parteien, bezüglich der Fremdenfeindlichkeit, und dass man diese Einheit auch heute hier auf dem Theaterplatz ganz eindrucksvoll sehen könnte, weil ALLE demokratischen Parteien und ihre Vertreter anwesend waren. Diesen Worten schloss sich auch Ludwigshafens Bürgermeisterin Frau Dr. Eva Uli ValnionLohse an. Auch sie appellierte an die Bevölkerung, dass es so etwas wie den Nationalsozialismus vor 70 Jahren hier in Deutschland NIE WIEDER geben darf.

Unter ganz großem Applaus traten dann zwischenzeitlich auch bekannte Liedermacher und multikulturelle Musikgruppen aus der Region auf. Den Anfang machte hier Uli Valnion, der ziemlich deutliche Worte dafür fand, was ein gesunder Mensch über Nazis und Hooligans denkt.

Meltem 2Auch die türkisch singende Band Meltem, deren wunderschöne lyrische Melodien uns noch von unserem Besuch des Kobanê-Flüchtlings-Frühstücks in den Ohren klangen, war mit einer kleinen Trio-Version auf der Bühne präsent und gab dem Publikum drei ihrer Songperlen zum Besten.

Bernd Köhler, den wir ebenfalls auf der Kobanê-Veranstaltung ganz große in Aktion erleben durften, war trotz Geburtstag und Bernd Köhlerklirrender Kälte auch als Trio „angereist“, um zusammen mit seinen beiden Kontrahenten, einem E-Gitarristen und einem Akkordeonspieler ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Um 14.00 Uhr ließen die Verantwortlichen als Zeichen des Friedens begleitet von einem 15-minütigen Glockengeläute der Ballon 4Ludwigshafener Kirchen Hunderte Luftballons gen Himmel steigen.

Danach wechselten wir den Schauplatz, und besuchten unsere Freude im Hack-Museums-Garten. Hier hatten Vertreter von Ver.di die musikalische Organisation des Programms übernommen. Diese stand am heutigen Tage ganz im Zeichen der Gemeinsamkeit. Mitsingen, aber vor allem Mitmachen war in den nächsten gut zwei Stunden angesagt. Neben einem Alleinunterhalter, gesellten sich wenig später auch eine Trommelgruppe, sowie ein Chor und auch eine kleine Posaunenkapelle hinzu. Texte und Rasseln waren schnell verteilt, und so wurde der Nachmittag aber auch das Areal rund um den derzeitigen Wintergarten bereichert von sehr vielen Stimmen, bekannter Melodien und den Rhythmen der Instrumente.

Chor 2 Besucher 3 Band 1 Besucher

Für die Kinder bot der Hackgarten heute ein Winterkunstwerk, bzw. die Möglichkeit aus Eisstücken neue Kunstwerke zu erstellen. Dass wir uns hier natürlich auch, zumindest kurzzeitig, verewigen wollten, war klar, und so entstand im Laufe des Nachmittages ein interessanter Turmbau aus Eis.

Gegen 16.00 Uhr machten wir uns dann wieder langsam und vor allem sicher auf die Heimfahrt. Von den Ausschreitungen am Bahnhof, sowie den vielen Verhaftungen der Polizei haben wir nichts mitbekommen. Aber wir wollten auch nicht nach Ludwigshafen gehen, um den dritten Teil von „Dumm und dümmer“ live mitzuerleben, sondern wir wollten einfach ein Zeichen für ein friedvolles Zusammenleben setzen.

Demo 19 Demo 14 Rede 1

„Die ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bei uns müssen die Zuversicht bekommen, dass sie bei uns mit derselben Achtung ihre Menschenwürde leben können, wie die Deutschen auch.“ (Richard von Weizsäcker im ZDF zu ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Magdeburg, 15. Mai 1994) 

„Hitler hat stets damit gearbeitet, Vorurteile, Feindschaften und Hass zu schüren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder Türken, gegen Alternative oder Konservative, gegen Schwarz oder Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander!“ (Richard von Weizsäcker – Rede als Bundespräsident vor dem Bonner Bundestag zum 40. Jahrestag der Kapitulation, Bonn, 8. Mai 1985)  

 

 

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