(213) Safer Internet Day


TATORT INTERNET: „Nichts alles, was geht, ist auch erlaubt!“ – Günther Bubenitschek vom Verein für Kommunale Kriminalprävention und Rechtsanwalt Dr. Frank Zander machten auf aktuelle Gefahren des Internets und die rechtlichen Folgen aufmerksam!

IMG_6946Die Medienwelten junger Menschen, der TATORT INTERNET und auch das Zitat: „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt!“, waren die drei Hauptthemen des „Safer Internet Days“, der vom Mannheimer Stadtmedienzentrum in Kooperation mit dem Verein für Kommunale Kriminalprävention durchgeführt wurde.  

Aus diesem Grund möchten wir Eingangs unseres Artikels die Frage stellen, ob eine solche Veranstaltung, bei der die Teilnehmer die neusten Informationen besonders über die drei brisanten Themen Cybergrooming, Zander 06Cybermobbing und Sexting erhalten können, für Lehrer und Pädagogen, aber auch für verantwortungsbewusste Eltern nicht wichtig wäre?

Wir sind überzeugt davon, dass nahezu jeder Erwachsene diese Frage mit „Ja“ beantworten würde, zumal es in den letzten Jahren gerade in den genannten Themenbereichen sehr viele unschöne und teilweise auch verächtliche Schandtaten gegeben hat.

Ein gesellschaftlich immer stärkeres Phänomen, lässt besonders im sozialen Verantwortungsbereich IMG_6948aus dem gerade erwähnten „Nicht alles, was geht, ist auch erlaubt!“, dann am Ende häufig ein „Solange ich nicht betroffen bin, ist mir das egal!“ beobachten, denn auf so wichtigen Veranstaltungen, wie dieser, finden sich oft nur eine Handvoll verantwortungsbewusster Menschen, die sich darüber informieren, was hier tatsächlich abläuft. So war unser erster Vorsitzender Alexander Höfer der einzige Sozialpädagoge, und der ANIMUS-KLUB-Vorstand die einzigen Vereinsvertreter dieser Veranstaltung.   

Jim 01Im Mittelpunkt dieser Informationsabends stand, genauso wie beim Medien-Elternabend vor drei Wochen in der Stadtbibliothek die aktuelle JIM-Studie, die den Medienkonsum der Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahre erfasst. Aus dieser können wir entnehmen, dass heutzutage nahezu ALLE Jugendlichen mit einem Smartphone ausgestattet sind, und somit auch in der Lage, jederzeit Fotos zu schießen, und diese direkt im Internet über die sozialen Netzwerke hochzuladen und zu verteilen.

Auch bei der eigenen Spielkonsole ist ein deutlicher Anstieg zu erkennen, und die mobile Konsole Jim Studieist ebenfalls sehr stark im Kommen, genauso wie die Tablett-PCs. Kurzum, viele Kinder werden von den Medien rundum vereinnahmt, was natürlich auch unweigerlich die ganz große Gefahr mit sich bringt, dass sie irgendwann einmal davon abhängig werden können, oder sozial vereinsamen. Das elterliche Vorbild und die Erziehung, sowie die Aufklärung hinsichtlich der Gefahren, spielen dabei ganz entscheidende Rollen, ob Kinder später einmal abhängig werden oder nicht.

Während Jungen im medialen Bereich eher der Spielsucht (dem Dauerzocken) verfallen, werden Mädchen oft abhängig vom Posten in soziale Netzwerke (Facebook oder Whatsapp-Gruppen etc.) – Sprich, die suchtbetroffenen Mädchen treffen sich nicht mehr real mit ihren Freundinnen, sondern verabreden IMG_6947sich nur noch in den virtuellen Chatrooms der unzähligen Gruppen und kommunizieren schriftlich via Smartphone miteinander. Hierbei sind sie ebenfalls dem enormen Gruppendruck ausgesetzt, ständig auf neu Nachrichten zu antworten, wie der Diplompädagoge Stefan Klinga, der Leiter des Mannheimer Medienzentrums berichtete.

Sehr bedrohlich sieht unser erster Vorsitzender Alexander Höfer hier die zeitliche Dauer, in der die Jugendliche heutzutage Medien konsumieren. Demnach sind Jungen wie Mädchen gleichermaß täglich im Schnitt zwischen 156 und 240 Minuten (!) ONLINE, spielen rund 87 Minuten (!) an eine Konsole – die Jungen sogar 122 Minuten (!) und schauen 120 Minuten (!) fern. Ungeachtet der Tatsache, dass das Treffen mit Freunden von 74% der Jungen und 81% der Mädchen als wichtigste nichtmediale Freizeitbeschäftigung genannt wurde, stellt sich dem interessierten IMG_6949Zuschauer oder Leser hier unweigerlich die berechtigte Frage, wann, und vor allem wie lange sich die Jugendlichen bei einem derartig hohen Medienkonsum eigentlich noch mit ihren Freunden treffen können, zumal sie ja auch noch mind. sechs Stunden in der Schule sind?

Der Erste Polizeihauptkommissar Günther Bubenitschek vom Verein für Kommunale Kriminalprävention machte im Anschluss daran auf die wichtige präventive Arbeit an den Schulen bezüglich Internet aufmerksam; eine Prävention, die heute wichtiger sei denn je, weil sehr viele Kinder und Jugendliche oft die Folgen ihres Handelns gar nicht kennen oder einschätzen können. So gehört der sinnvolle und verantwortungsbewusste Umgang mit den Medien und in den sozialen Netzwerken heute genauso in den erzieherischen Aufgabenbereich, wie das Erlernen aller IMG_6950anderen sozialen und gesellschaftlichen Normen und Werte, und der Verein versuche hier an den Schulen mit regelmäßigen Projekten und Veranstaltungen gezielte Aufklärungsarbeit für die Schüler, aber auch die Lehrer zu leisten. 

Im weiteren Verlauf des Abends informierte uns der Rechtsanwalt und Spezialist für das Urheber und Medienrecht Dr. Frank Zander von der Kanzlei Gönnheimer & Zander über die rechtlichen Folgen, die Jugendliche, aber auch Erwachsene zu erwarten haben, wenn sie sich entweder illegal Musik, Filme, Videos oder Spiele herunterladen, bzw. ein Bild posten (verwenden), das die Persönlichkeit oder das Urheberrecht eines anderen verletzt.

Zander 01Stark im Trend liegen hier bei den Jugendlichen das Versenden und Verbreiten von Nacktfotos, bzw. von Fotos, die sehr viel nackte Haut zeigen (Sexting). Was die Jugendlichen dabei meist nicht wissen ist die Tatsache, dass sie ein Bild, welches sie geschickt bekommen haben, nicht einfach weiterleiten dürfen, bzw. erst dann weiterleiten dürfen, wenn die Person auf dem Bild ihre Einwilligung, bzw. ihre Zustimmung für die Verbreitung gegeben hat. Somit ist auch der häufig von Eltern gemachte Vorwurf an ihre Kinder, dass sie ja selbst daran schuld seien, wenn sie ein solches Bild verschicken, nicht angebracht, so Dr. Frank Zander.  

Zander 04Ein weiteres ganz großes Problem ist derzeit das Filesharing, sprich man lädt sich auf einer Internet-Tauschbörse etwas vermeintlich legal herunter, macht sich dann allerdings mit dem Hochladen auf seinen PC der Urheberrechtsverletzung strafbar. Hier winken den Eltern teils drakonische Strafen. 200 Euro pro Lied, 600 Euro pro Film und bis zu 5.000 Euro pro Spiel (!) sind keine Seltenheit. Hinzu kommen noch die Anwaltskosten, so dass sich die Strafe ganz schnell im vierstelligen Bereich bewegt. Ganz wichtig: „Auch Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr können hier belangt werden!“

Zander 02Unser erste Vorsitzender Alexander Höfer rät deshalb, Musik, Filme oder Spiele, wenn überhaupt, nur auf seriösen Seiten herunterzuladen, oder noch besser, gleich als Original im Laden zu kaufen. Der Kauf einer original CD oder DVD hat zudem noch den ganz großen Vorteil, dass sie eine wesentlich bessere Bild- und Tonqualität besitzt, an die ein MP3- oder MP4-Download bei Weitem nicht herankommen.

Außerdem raten wir „Finger weg von dubiosen Seiten, die Zander 03aussehen wie Streamingportale!“ – Filme oder Sendungen, die ihr verpasst habt, schaut ihr am Besten in den Mediatheken der Fernsehsender.  

Auf der ganz sicheren Seite seid ihr allerdings nur dann, wenn ihr den PC ausschaltet und stattdessen entweder ein gutes Buch lest, oder mit uns zusammen die nächste Informationsveranstaltung zu diesem wichtigen Thema besucht. Eure Kinder, und im Zweifelsfall, auch euer Geldbeutel, werden es euch danken.  

Wir bedanken uns ganz besonders bei Rechtsanwalt Dr. Frank Zander, von der Kanzlei Gönnheimer & Zander, der uns Bildauszüge aus seinem interessanten Vortrag zu Verfügung stellte.

 

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