(232) Magnum Musicus


Mozart, Kuhlau, Terzibaschitsch, Seitz und Telemann – Oder Marco, Raul, Eli, Anna, Stefania und Dumitru – Die kleinen klassischen Nachwuchsmusiker der Mannheimer Musikschule präsentierten ihr Können einem sehr dankbaren Publikum!

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Vor knapp einem Jahr haben wir beim Internationalen Frühstück auf Franklin Ionel Chiriţă und seinen damals 9-jährigen Sohn Dumitru kennengelernt. Damals in der Formation PROMOROACA auf der Bühne, faszinierte der kleine Geiger durch sein virtuoses Folklorespiel den ganzen Saal, und erntete riesigen Beifall von den Zuschauern. An diesem Tag entstand auch die Idee, diesen talentierten IMG_7606Jungen mit einem Dokumentationsfilm einem größeren Publikum bekannt zu machen.

In den letzten Wochen haben wir angefangen dieses Unterfangen zu realisieren, und haben den kleinen Zaubergeiger nicht nur bei seinem Vorspiel an der Mannheimer Musikschule begleitet, sondern ihn auch bei seinen anderen Freizeitaktivitäten, dem Fechten, der Malerei, der Live-Performance mit PROMOROACA und nicht zu Letzt auch den kulturellen Aktivitäten mit unserem Animus Klub. Mehr über diesen tollen Jungen, erfahrt ihr in den nächsten Wochen, hier auf unserer Webseite.

IMG_7579Jetzt möchten wir ausführlich und sehr wertschätzend, auf den klassischen Abend eingehen, den uns die kleinen „Großen“ der Mannheimer Musikschule geboten haben.

Nach einer kurzen Begrüßungsrede von Herrn Thomas Jandl, dem Leiter des Sachgebietes Tasteninstrumente und Theorie, machte den Anfang der Jüngste im Bunde, der erst fünfjährige Marco Yang. Gerade mal ein bisschen höher als die Flügeltastatur, und den Klavierstuhl auf Maximalhöhe gestellt, setzte sich IMG_7583der überaus selbstbewusste Knabe an den großen schwarzen Flügel, und spielte als erstes Stück die Polonaise von Mozart. Der äußert talentierte Fünfjährige, der sogar am gleichen Tag Geburtstag hat, als das einstige österreichische Wunderkind des 18. Jahrhunderts, brillierte gleich drauf noch mit dem 1. Satz der Sonatine C-Dur op. 55/1 von dem deutsch-dänischen Komponisten Friedrich Kuhlau, und bot sympathisches Entertainment, indem er während seines Spiels das Notenblatt wendete, obwohl er das gesamte Stück auswendig vortrug, und daher kein einziges Mal auf die Noten schauen musste.

IMG_7589Als nächstes präsentierte uns Raul Mahler-Alonso mit dem Hupkonzert und dem Lied Allemande zwei Stücke von Anne Terzibaschitsch. Anne Terzibaschitsch ist eine deutsche Musikpädagogin, die zusammen mit Thomas Jandl studierte und über die Jahre hinweg sehr viele Klavierstücke komponierte, die sich ideal für die Förderung von Kindern eignen. Weniger bekannt als die Werke der beiden Vorgänger Mozart und Kuhlau, aber vergleichbar schön, und vielleicht ein bisschen kindgerechter von den melodischen Strukturen, erklangen die beiden Werke, die uns der Grundschüler hier eindrucksvoll vorstellte.

IMG_7593Als drittes betrat die sechsjährige Eli Nguyen die Bühne und gab uns mit dem Dorffest und der Drehorgel zwei weitere Stücke von Anne Terzibaschitsch zum Besten. Zusammen mit ihrer Klavierlehrerin agierte das talentierte Mädchen vierhändig auf dem Flügel, und spielte ebenfalls die schwierigeren und schnelleren Passagen schon ziemlich gut und ausdrucksstark, was ja mit kleinen Fingern wesentlich komplizierter ist, als mit großen.

IMG_7599Im Applaus der Zuschauer bot uns danach Anna Deissler den teils etwas schrägen, teils hüpfend melodischen Taco Rock von Martha Mier. Das zweigeteilte Stück, dessen Melodie einmal „piano“ und einmal „allegro“ gespielt wird, überrascht, um nicht zu sagen, erheitert besonders durch seine disharmonische Eröffnung und das ebenfalls disharmonische Finale. Gekonnt spielte sich das Mädchen durch die fröhliche Melodie, und setzte mit dem Indianertanz von William Gillock gleich noch ein lustiges Lied obendrauf.

IMG_7609Nun war es Zeit für einen Instrumentenwechsel. Dumitru Chiriţă betrat zusammen mit einem Klavierspieler die Bühne. Die Geige noch einmal kurz von seinem Vater Ionel gestimmt, spielte der 10-jährige gleich darauf den 1. Satz Allegro des Konzerts in g-Moll von IMG_7612Friedrich Seitz, das Stück, mit dem er vor ein paar Wochen den diesjährigen Nachwuchswettbewerb in seiner Kategorie gewonnen hatte.

Das für diese Altersstufe unglaublich anspruchsvolle und auch sehr schwierig zu spielende Stück meisterte der talentierte Dumitru bravourös. Selbst die Phase, die  mehrere Spieltechniken erforderte, waren für den 10-jährigen überhaupt kein Problem, und er entlockte seinem Instrument wahrlich Klänge die wirklich große Anerkennung verdient hatten.

IMG_7613Die achtjährige Pianistin Stefania Scatova stellte sich heute Abend zwei neuen Herausforderungen. Die erste, war das bekannte Stück „A short Story“ von Heinrich Lichner. Das melodisch wunderschöne Lied des polnischen Komponisten mit der einfühlsamen Kindermelodie, spielte die Grundschülerin bravourös auf dem großen Klavier, und bekam dafür lohnenswerten Applaus. Schwieriger zu performen war da schon das hochanspruchsvollere Lied Drachensteigen von Anne Terzibaschitsch, das im Mittelteil für Kinderfinger sehr schnelle und schwierige Passagen enthält, und daher ein paar kleine Unfeinheiten eigentlich nicht zu vermeiden sind. Hier gebührt unsererseits der Schülerin ganz großen Respekt dafür, dass sie sich an ein so schwieriges Stück heranwagte, und für ihr junges Alter ganz gut präsentierte.      

IMG_7622IMG_7624Auch für die beiden nächsten Kindern, oder besser gesagt Jugendlichen, den Blockflötenspieler Mario Mutschall und die Cellistin Svenja Ballreich, die sich hochkarätige Stücke aus dem Jazz, sowie dem Barock und der modernen Klassik herausgesucht haben, gebührt unsere große Hochachtung.

Als erstes erklang hier der Jazz-Klassiker „I’d rather be in Philadelphia“, von Pete Rose, das IMG_7621Mario Mutschall in der Altblockflöten-Version, sowie dem Solo Optometrist intonierte. Weit entfernt von den normalen Blockflötenklängen oder auch einfachen Kindermelodien, spielte sich der Jugendliche bei seinem ersten Stück durch sehr viele Noten, was ja à typisch für den Jazz ist. Danach beglückte uns der Flötenspieler noch mit dem Barockstück Fantasie Nr.1: Vivace, Fuga, Allegro von Georg Philipp Telemann. Ebenfalls kein einfaches Werk, das vergleichbar viele Noten aufeinanderfolgen ließ, als das vorangegangene „I’d rather be in Philadelphia“.

IMG_7625Das Finale des heuteigen Abends galt der Cellistin Svenja Ballreich, die uns das Werk Fantasia in G Opus 77d für Violoncello Solo von Berthold Himmel zum Besten gab. Das hochanspruchsvolle Stück enthält neben nicht gerade einfach zu spielenden Passagen auch enorm viele komplizierte Pizzicati. Mal zärtlich gestrichen, mal heftig und hart gezupft, entfaltete die Schülerin aus ihrem Instrument die unterschiedlichen Facetten und Gefühlslagen. So war ihr am Ende ebenfalls ein ganz großer Beifall des hochzufriedenen und sehr dankbaren Publikums für ihr virtuoses Können auf dem Cello gewiss.

 

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