(402) Mythos und Natur


„Von der Geschichte der menschlichen Dummheit bis hin zum Geist des Lebens!“ – Der peruanische Künstler Jaime Colán eröffnete seine Vernissage Mythos und Natur im Haus der Jugend Mannheim!

      

Aktionsreiche Wochen aus Literatur, Kulinarik, Musik, Sport und Theater liegen hinter uns. So ist es nun auch mal wieder an der Zeit, dass zum kreativen Ausgleich Kunst und Muse in den Mittelpunkt unseres abwechslungsreichen Programms rücken. Beginnen möchten wir unsere dreiteilige Reihe in dieser Woche mit dem peruanischen Künstler Jaime Colán, der Anfang Mai seine Ausstellung „Mythos und Natur“ im Haus der Jugend Mannheim eröffnete.

Susanne Kammer vom „Eine-Welt-Forum“ und ihre Kollegin Angela Hidding begrüßten den Künstler aufs Herzlichste und leiteten gleich darauf über zu dem musikalischen Programmpunkt des heutigen Abends. Martin Castro Cadenas aus Peru, war mit seiner Panflöte und seinem Cajon aus Frankental angereist, um den Gästen einen musikalischen Hauch seiner Heimat näherzubringen. So wechselten sich melodische und traditionelle Panflötenlieder ab mit eingängigen akustischen Trommelfolgen.

Danach ging es nahtlos über in den Hauptteil der Veranstaltung, nämlich die Vernissage. Farbenfrohe und bildschöne, ja fast dreidimensional gezeichnete, große Gemälde, erwarteten uns im dortigen Festsaal. Jaime Colán ist ein Meister der Farbenfreude, und seine Bilder leben und verändern sich dabei gleichzeitig auf ganz wundersame Art und Weise, je nachdem von welchem Winkel aus man sie betrachtet. Während man von der Seite das Gefühl hat, dass bestimmte – unsichtbare und unentdeckte Bereiche des Bildes durch den Einfluss des Lichtstrahls der Sonne oder des Mondes leuchtend hervorgehoben werden, fangen einige Bilder an zu glitzern, wenn man ihnen vis à vis gegenübersteht. Es ist ein magischer Antlitz, der sich auf wundersame Weise auf das allgemeine Wohlbefinden des Betrachteres auswirkt. Man kann in dieser Ausstellung in der Tat versinken.

In seinen Bildern stellt Colán immer wieder einen Bezug zu seiner Heimat Peru dar. So sind der Condor und der Kolibri, die ja auch zu den Wahrzeichen Südamerikas zählen, genauso ein Teil einiger Werke, wie die dortigen gebirgigen Landschaften. Der Künstler, der sein Werk als Repräsentation der Geschichte und der Transzendenz des präkolumbianischen Amerikas bezeichnet, und darin die Inka-Kultur aufleben lässt, spannt aber auch einen Bogen in die hiesige Welt, in die Welt, der kulturellen Modernität.

So gibt es in der Ausstellung als Kontrast zu seinen farbenfrohen Gemälden auch düstere Schwarz-Weiß-Bilder zusehen – siehe Bild rechts in der Mitte – die meist den Baum des Lebens repräsentieren. Die Liebe engumschlungen in die Rinde eingemalt, vielleicht als Zeichen oder Symbol für die wirklich einzige Hoffnung in unserer kalten und tristen Welt, die primär charakterisiert ist von Konsum und Bedürfnisbefriedigung, und daher oft den Fokus auf das Wichtigste, nämlich „das gemeinsame Zusammenleben“ verliert.  

Jaime Colán polarisiert mit seiner Kunst durchaus stark, und präsentierte in seiner Rede stolz das Bild „Die Geschichte der menschlichen Dummheit“, das den Zahn der Zeit nicht besser reflektieren könnte. Es ist ein Ölgemälde, das besonders  sinnlose Dinge wie Krieg und Fremdenfeindlichkeit in den Mittelpunkt rückt. Das Besondere an dem Werk ist sicherlich, dass es neben seiner Ausdrucksstärke, noch hängende Begleitliteratur enthält, die quasi die „Dummheit der Menschheit“ noch als moderne Installation dokumentiert, wie uns der großartige Dolmetscher Thomas Schmidl humorvoll übersetzte.

In seiner Präsentation erfahren wir auch sehr vieles über das interessante Leben des Peruaners, der mit seiner Familie seit nunmehr fast 30 Jahren in Kornwestheim wohnt. Zu der verwendeten Maltechnik hingegen verriet der Künstler nur so viel, dass es sich bei seinen Werken großteils um Ölgemälde handelt, nicht aber, wie er diese zauberhaften Bilder tatsächlich erstellt hat.    

      

Auch für das kulinarische Wohl war bestens gesorgt. Die Küchenfee des Fördervereines des Jugendhaus Waldpforte e.V., Frau Clarisa Bravo zauberte ein köstliches Finger-Food-Büffet. Auf kleinen Tellern bekamen die Gäste Quinoa-Kroketten mit Chilisoße, oder alternativ Kartoffeln in Ocopasoße serviert. Beides bekannte Spezialitäten aus den Anden Perus. Für alle, die sich ein paar Geheimnisse dieser weltweit beliebten Küche mit nach Hause nehmen wollten, hatte Jaime Colán auch noch ein Peruanisches Kochbuch mit dabei.   

Die Ausstellung wird noch bis zum 30. Mai im Rahmen des Festival Latino im Haus der Jugend Mannheim zu sehen sein. Der Eintritt ist kostenlos. Die Bilder, sowie wunderschöne Kopien, entweder in A3 oder auf Postkartengröße können dort käuflich erworben werden. Mehr Informationen zu der Ausstellung findet ihr unter www.eine-welt-forum.de und unter www.jaimecolan.de.

 

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