(503) Abenteuer in Györgytarló (4)


Auf den Spuren des Mittelalters! – Fliegen wie ein Adler! – Wahre Freundschaft! – Und Handkäse mit Musik! – Das Finale unserer Freizeit!

      

Am Ostermontag verbesserte sich das Wetter zunehmend, sodass wir sofort die Gelegenheit nutzten, heute, an unserem 10. Tag, die Rákoczi-Burg von Sárospatak zu besuchen. Die Burg des einstigen Nationalhelden Ferenc Rákoczi II steht eigentlich jedes Mal auf unserem Programmplan, denn sie ist eines der wichtigsten, historischen und kulturellen Wahrzeichen Ungarns. Je nachdem zu welcher Jahreszeit wir in der Region zu Gast sind, können wir den Kindern auf der Burg unterschiedliche Programme anbieten. Unvergessen sind vor allem die traditionellen Burgfestspiele an den Pfingsttagen, aber auch die mittelalterlichen Märkte über die Sommerzeit.

      

Dieses Mal besuchten wir das Museum der Burg, und nahmen im Anschluss daran bei der Führung durch den Roten Turm teil. Das Rákoczi-Museum enthält allerlei Schätze und wertvolle Kostbarkeiten aus der Gründungszeit, darunter sehr viele wunderschöne Gemälde und Schriftstücke, sowie Urkunden aus dem 17. Jahrhundert, großteils in Latein verfasst. Die Räumlichkeiten in denen einst die reichen Adligen wohnten sind sehr prunkvoll und warm eingerichtet, und so fühlten wir uns bei unserem Rundgang durch das Museum sichtlich wohl.

Bei unserem Besuch bekamen wir auch einen Eindruck davon, wie klein die Leute im Mittelalter doch waren. So wirkten die Schlafgemächer der Adligen aufgrund der Größe der Betten doch eher wie heutige Kinderzimmer. Auch die ausgestellten Kleider beeindruckten uns sehr, spiegelten sie doch direkt wider, dass die Menschen schon damals sehr großen Wert auf das Äußere legten. Sämtliche Kleider kamen nicht vom Band, sondern waren von exzellenten Schneidern handgenäht, und exakt auf die jeweiligen Personen angepasst. Auch die Gemälde waren bildschön erhalten und erstrahlen in einem warmen Gelb. 

Eine Neuigkeit gab es allerdings in der Dauerausstellung, nämlich einen virtuellen Rundgang durch die Geschichte der Burg. Über zwei Bildschirme bekamen wir in Form eines unterhaltsamen Cartoons die Historie der Burg sehr spielerisch erläutert.

Gleich im Anschluss an den Besuch des Museums begann auch schon die Führung durch den Roten Turm. Über die Geschichte des Turm, sowie den Baumeister Peter Perényi  haben wir bereits in der Vergangenheit in einigen Artikeln und Filmen ausführlich berichtet, sodass wir euch hier nichts Neues mehr erzählen können. Der Turm ist immer noch der gleiche und der Ausblick auf der Spitze ist einfach nur wunderschön. Dennoch möchten wir euch ein paar ganz großartige und spannende Fotos nicht vorenthalten.

      

Am 11. Tag hieß es für unsere Jungs so langsam Abschied nehmen von ihren neu gewonnen Freunden und Lieblingen. So bestand der morgendliche Bereich primär darin Hunde und Katzen zu streicheln, bzw. noch einmal einen intensiven Rundgang durch das Dorf zu machen. Am frühen Nachmittag ging es dann zu Babinéni, der ehemaligen Rektorin der Schule. Diese hatte uns zu sich nach Hause eingeladen, um unseren Vorsitzenden wiederzusehen. Eine lange Freundschaft verbindet die Rektorin und unseren Vorsitzenden, denn bereits 2001, bei dem ersten Besuch, war Ilona Szendrely-Sikora bereits stellvertretende Rektorin der Schule, die sie 2003 dann übernahm. Letztes Jahr ging sie vorzeitig in den Ruhestand, unterrichtet aber heute immer noch an einigen Schulen, damit es ihr nicht langweilig wird. Bei Babinéni durften wir dann ein wenig mit dem Laptop spielen. 

Gegen späteren Nachmittag machten wir uns dann auf den Weg ins Krankenhaus nach Sátoraljaújhely. Die Nachuntersuchung für Liam stand an. Aber nicht nur das. Ein sehr guter Freund unseres Vorsitzenden – Imre Nagyidai – wurde am Wochenende wegen einer akuten Entzündung des Rückenmarks in Krankenhaus eingeliefert, und so war es für Alexander Höfer eine Selbstverständlichkeit ihn zu besuchen. Hier bekamen unsere Jungs auch mal einen Eindruck davon, was wahre Freundschaft eigentlich ausmacht und bedeutet. Und Imre freute sich riesig über unseren Besuch.

Das Finale unserer Freizeit in Györgytarló gehörte wie die Jahre zuvor dem „Freizeitpark in Sátoraljaújhely“. Dieser Park hat sich in den letzten 10 Jahren zu einer ganz besonderen Attraktion entwickelt, denn die Verantwortlichen vergrößerten nach und nach die Aktionen rund um den Sessellift. So konnten wir dort bereits vor vier Jahren schon mit einem Bob ins Tal hinuntersausen. Heuer ist der Park noch viel größer, und es gibt dort, je nach Jahreszeit, zehn verschiedene Aktionen, unter anderem die längste Extrem Zip-Line Ungarns, mit der man auf eine Streck von 1.086 Metern und in einer Höhe von 150 Metern mit rund 80 Stundenkilometern von einem Hügel auf den anderen Hügel hinunterfliegen kann.

Da wir den Freizeitpark nicht alleine besuchen wollten, und Liam aufgrund seines gebrochenen Handgelenkes außer dem Sessellift und der „Dongo“ – einer schwebenden Kabine, die uns ein bisschen langsamer zwischen den Hügeln hin- und herbeförderte, leider nichts fahren konnte, haben wir auch dieses Mal ein paar Kinder aus Györgytarló eingeladen uns zu begleiten. Bisher hatten noch keine Kinder aus dem Dorf die Gelegenheit diese neue Attraktion kennenzulernen, zumal eine Fahrt mit der Zip-Line gut 12 Euro kostet.

Da die Sommersaison noch nicht geöffnet hatte, und die Wintersaison gerade in der letzten Woche endete, waren heute nur die Bobbahn, die Zip-Line, und die „Dongó“ geöffnet. Die Zip-Line machte auf der Spitze des Hügels den Anfang unserer Tour, und während die Kinder zunächst einmal bestens gesichert wurden, und eine Einführung bekamen, wie sie sich verhalten mussten, fuhr unser erster Vorsitzender ganz gemütlich mit Liam in der „Dongó“ auf den gegenüberliegenden Hügel. Unheimlich beeindruckend überquerte die Gondel das Tal zwischen den beiden Hügeln und wir hatten eine tolle Aussicht auf Sátoraljaújhely und die angrenzende Slowakei.

Gerade auf der anderen Seite angekommen, brauste auch schon Kristóf auf der Zip-Line heran. Wenig später folgten dann Virág und Marlon im Doppelpack. Das Gefühl mit knapp 80 Stundenkilometern wie ein Adler in einer Höhe von 150 Metern über das Tag zu fliegen, war dann für jeden ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis. Drei Mal mit dem Bob die 2,3-Kilometer lange Bahn hinuntersauen, füllte dann die nächste Stunde unseres Besuches im Abenteuerpark von Sátoraljaújhely.

      

Wieder in Györgytarló angekommen, begannen dann sofort die Vorbereitungen für unser Abschiedsessen beim Bürgermeister. Wie bei unserem letzten Besuch, wollten wir an einem Tag der Freizeit als Dankeschön eine deutsche Spezialität für die Menschen zubereiten. Vor vier Jahren haben wir jede Menge Steaks und Bratwürste mitgebracht. Dieses Mal haben wir uns für „Handkäse mit Musik“ entschieden. „Dieser Käse riecht wie ein Pferd“, so István Oláh Junior, der schon im Vorfeld im Kühlschrank den strengen Geruch des Käses wahrnahm.

Eine deutsche Spezialität in Ungarn zuzubereiten, ist genauso schwer wie umgekehrt. Gewürze und Zutaten schmecken ein bisschen anders, und so brauchten wir für das Dressing des Harzer Käses wesentlich mehr Essig als bei uns. Dennoch gelang es unserem Vorsitzenden, nach einiger Zeit des Abschmeckens, eine unheimlich leckere Soße zuzubereiten. Nach dem Anmachen musste der Käse natürlich noch ein bisschen ziehen, und danach konnten alle, die wollten, davon probieren. Ein wunderschöner Abschlussabend ging auch dieses Mal mit ein paar ganz besonderen Fotos zu Ende.

      

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Bürgermeister István Oláh, Mihály Takács, Sándor Lendvai, Józsi Kajati, Laci Sárosi, Doki Gáspár, Csaba Horváth, Imre Nagyidai, József Érhati, István Pacsuta, Tibor Varga, Richárd Rákosi, Dezső Fodor, András Peimli, Balázs Hegyes und ihren Familien, sowie der Direktorin Katalin Varga und allen Lehrern und last but not least bei Babinéni und Herrn Dr. Zoltán Németi für die wunderschönen Momente, die sie uns beschert haben, und für die große Hilfe, die wir von ihnen über die knapp zwei Wochen erhalten haben. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.



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