(542) Wie viele Beine hat ein Regenwurm?


Auf der Suche nach Insekten und der Spur des Laserstrahls! – ANIMUS-KLUB-KIDS durchforsteten den Hackmuseumsgarten und schärften ihren Blick fürs Bild im Rahmen des Ludwigshafener Kinderzukunfts-Diploms!

      

DELTABEBEN heißt die neue fantastische Sonderausstellung des Hackmuseums, in die wir heute bereits Mal ohne Führung hineinblicken konnten, weil wir sehr früh im Museum angekommen waren. Eine Mischung aus medialer, audiovisueller und optischer Kunst, aber auch Mischtechniken und Acrylglas, bzw. Mischtechniken auf Leinwand erwarteten uns im großen Ausstellungsraum. Absolute Hingucker und dieses Mal auch „Hinhörer“ zogen uns sofort in ihren Bann, und so fingen wir gleich mal an die Exponate zu erkunden.

Die discoähnliche Mixed-Media-Installation, von Tobias Becker, die mit einem grünen Laserstrahl exakt an die Wand gemalte Objekte nachprojektierte, war das erste große Highlight, von dem wir uns durchleuchten ließen. In Richtung des Laserstrahls ging es weiter zu der außergewöhnlichen Kunst von Christiane Grimm, die uns mit dreidimensionaler Werke verzauberte. Acrylglas ließ die Bilder räumlich wirken, und sie veränderten sich auch beim Vorübergehen wie durch Zauberhand, sowohl optisch, als auch farblich. Zauberei kann wirklich so einfach sein, wenn man weiß, wie es geht. Leider ist ein Schnappschuss eines solchen Kunstwerks so gut wie unmöglich, denn die Vermischung von Glas und Farben, vermischt auch unweigerlich das Objektiv der Blende. Es ist eine Form der atemberaubenden Künste, die man schon selbst sehen muss, um sie verinnerlichen zu können.

Plötzlich fing es an zu brummen, und tiefe, sphärische Synthesizer-Teppiche und warme Bassläufe rauschten uns durch die Ohren. In Mitten der DELTABEBEN-Ausstellung befindet sich ein Kino in dem auf mehreren Bildschirmen gleichzeitig ein 8-Kanal-Video in 5.1 mit Sechskanal-Audio läuft. Uns erwartet eine visuelle und auditive Kulisse, die wir so in dieser Form noch nicht erlebt haben. Luka Rehm und Tillmann Rödiger haben wir eine Sound-Oase entwickelt, die musikalischen Klangexperten von Pink Floyd oder auch Schiller alle Ehre macht.

Neben dieser Sonderausstellung, über die wir euch erst demnächst ein bisschen mehr verraten wollen, gibt es auch mit Bild und Blick eine ganz neue und ebenfalls großartige Dauerausstellung zu entdecken.

Vergleichbar faszinierende Exponate sind darin ausgestellt. Kunstwerke, die sich wie von Geisterhand selbst ein und ausschalten, ähnlich wie ein Perpetuum mobile wie von selbst fortbewegen oder drehen, sowie ihre Farben beim Vorbeigehen verändern, ohne sich dabei selbst du verändern. So schenkten uns diese Werke einen atemberaubenden Blick auf die Kunst und ihre unendliche Vielseitigkeit. Das Hackmuseum steckt derzeit voller Überraschungen, und präsentiert primär Kunstwerke, die man selbst live erleben und sehen muss, weil man sie nicht mit einem Bild widergeben kann. So auch das verblüffende Werk „Strutturazione Pulsante“ von Gianni Colombo, einem Kunstwerk aus Styropor, das sich auf Befehl ein- und ausschalten ließ. Die Illusion steht in der Tat nicht im Widerspruch der Realität.

Nun war es aber Zeit für den Workshop „Wie viele Beine hat ein Regenwurm?“, der im Rahmen des Ludwigshafener Zukunftsdiploms von der Museumspädagogin und Künstlerin Maike Kraichgauer durchgeführt wurde. Da der Workshop aufgrund der schlechten Erfahrungen des letzten Jahres dieses Mal ausschließlich OHNE Eltern (!) stattfand, bekam Daniella von unserem Vorsitzenden Alexander Höfer die Spiegelreflexkamera, um die anschließende Tour durch den Hackgarten zu dokumentieren. Maike Kraichgauer, die unseren Vorsitzenden sehr gut kennt, und weiß, dass er niemals einen Workshop stört, erlaubte ihm gegen Ende ins Atelier zu kommen und Fotos von den Kindern und den Werken zu machen.

Im Hackgarten zeigte Maike den Kindern zunächst einmal eine ganz wichtige Station, nämlich das Bienenwabenhäuschen. Hier im Hackgarten sind die für uns und die Natur so wichtigen Tiere herzlich Willkommen, und man hat ihnen dafür ein schönes trautes Heim eingerichtet, indem sie die Waben mit ihrem Honig füllen dürfen.

Gleich darauf durften sich die Kinder von der reichen Kleintier- und Insektenwelt des Gartens für ihre späteren Kunstwerke inspirieren lassen, und Daniella hatte das große Glück während der Tour durch den Garten, sowohl ein großartiges und gestochen scharfes Bild von einem Tausendfüßler zu schießen – siehe Headline, der ihr ganz plötzlich über den Weg lief, als auch von einer Schmeißfliege, die es sich gerade auf einem Blatt bequem gemacht hatte.

Mit diesen Eindrücken ging es dann wie immer ins Atelier, wo Maike heute für die Kinder ganz spannende Drucktechniken vorbereitet hatte. Gerade in diesem Bereich hat sich in den letzten Jahren sehr vieles verändert. Während man in den Achtzigern noch mit Kartoffeln oder auch Korken „Stempel-Formen“ anfertigte, dienen heute auch Fahrradschläuche oder Radiergummis zum Erstellen von Buchstaben oder Motiven. Ganz wichtig beim Erstellen eines Stempels ist die Berücksichtigung der Spiegelverkehrtheit. Also sämtliche Motive und Buchstaben müssen spiegelverkehrt ausgeschnitten und angebracht werden. Hier bekamen die Kinder mal einen Eindruck wie aufwendig es im Mittelalter zu Beginn der Buchdruckkunst war, eine ganze Seite zu setzen und im Anschluss daran zu drucken. Bereits wenige Buchstaben benötigten sehr viel Zeit zur Erstellung. Wie immer durften die Kinder ihre eigenen Ideen umsetzen, und selbst entscheiden, welche Materialien und Formen sie für ihre Stempel verwenden wollten.

      

So kamen auch dieses Mal ganz unterschiedliche Ergebnisse heraus, die alle für sich einzigartig und für die kleinen Künstler selbst, einen ganz besonderen Wert darstellten. Wir bedanken uns sehr bei Maike Kraichgauer für diesen tollen Ausflug in die Welt der Künste, aber auch in die Welt der Natur; beides Welten, die in naher Zukunft noch viel wichtiger und bedeutsamer sein werden, als bisher.

Bilder: Daniella Kostina

 

 

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