(553) Wieso, Weshalb, Warum? – (1)


Mit stolzer Brust posieren! – Das Lieblingskuscheltier malen! – Und im Ludwigshafener Kunstverein auf Entdeckungsreise gehen! – ANIMUS-KLUB-KIDS erlebten das DELTABEBEN zusammen mit Künstlerin Janet Grau!

        

Die Kinder- und Jugendkunstschule unARTig des Ludwigshafener Kunstvereins konnten wir bisher immer nur bei der Tour der Kultur als Programmteil miterleben. Einerseits lagen die Veranstaltungstermine meist parallel zu den anderen Highlights, die wir besuchten, andererseits hatten wir in der Vergangenheit auch nicht wirklich viele Kinder, die wir für dieses großartige musische Programm motivieren konnten. Ja, alle Programme, die nicht in irgendeiner Form mit Fußball oder Sport zu tun haben, bzw., sämtliche Aktionen, die keinerlei Gruppenzwang unterliegen, haben es in der heutigen Zeit sehr schwer in Sachen Teilnahme. So kommt es leider immer häufiger vor, dass sich Eltern mit ihren Kindern zwar zu einem Malworkshop anmelden, aber am Veranstaltungstag dann doch nicht kommen. Über dieses gesellschaftliche Phänomen, verbunden mit der immer traurigeren sozialen Entwicklung, dass viele Eltern, wenn überhaupt, ihren Kindern in der Freizeit nur noch passive Freizeitbeschäftigungen oder Programme ohne Lerninhalte anbieten, haben wir ja bereits in unserem Bericht über die Ludwigshafener Fotorallye ausführlich berichtet.   

So freute sich die Künstlerin Janet Grau sehr darüber, dass wir als ANIMUS KLUB gleich mit vier interessierten Mädchen anwesend waren, und so einen ganz großen Beitrag dazu leisteten, dass dieser Workshop überhaupt stattfinden konnte.

Der Familienworkshop selbst, war etwas ganz Besonderes, denn die Kinder durften erstmals ihr Lieblingskuscheltier von zu Hause mitbringen. Was sie damit machen würden, oder welche Aufgaben das Kuscheltier an diesem Vormittag sonst noch alles hatte, das blieb spannende Erwartung. So durften Riesenschildkröte Michelle, das Äffchen Monkey, das Einhorn Niki und die Katze Murka unsere Mädchen die ganze Zeit begleiten, ihnen über die Schulter schauen oder am Ende sogar Modell stehen. Bei der Künstlerin Janet Grau gibt es ja nicht nur Kunst, sondern auch immer ein wenig Theater. Und damit sollte der Workshop auch beginnen. Die Kinder hatten nun die Aufgabe ihrem Kuscheltier zwei Dinge ins Ohr zu flüstern, die sie besonders gut konnten. Danach sollte das Kuscheltier sie der Gruppe vorstellen.

Auch unser Vorsitzender Alexander Höfer hatte ein Kuscheltier dabei. Er entschied sich aufgrund der Ausstellung DELTABEBEN für seinen sprechenden Raben TOTO, der in der Vergangenheit schon einige Kindergruppen, sowohl im Inland als auch im Ausland bestens unterhalten hat. So krächzte der Rabe auch heute ganz frech seine Vorstellungsworte, oder streichelte den anderen Plüschtieren liebevoll über das Köpfchen.

Nach der Vorstellungsrunde durften sich die Kinder mit der Frage beschäftigen, was denn alles Kunst sei. „Ist das nur Malen und Zeichnen? – Oder gibt es auch noch andere Kunstformen?“ – „Mit was kann man denn alles Malen?“ – „Und lässt sich Kunst auch in einer anderen Form als einem Bild transportieren?“ – Viele tolle Ideen und Gedanken kamen in dieser Runde zusammen und waren sehr hilfreich für den nächsten Programmpunkt, nämlich die gemeinsame Entdeckungstour durch die Ausstellung. 

      

Hierfür bekamen die Kinder von Janet einen Zettel auf dem zehn Kunstwerke vermerkt waren, die es nun galt aufzuspüren. Des Weiteren sollten sie die Farben eines großen Gemäldes bestimmen und ihren Gefühlszustand beschreiben, den sie beim Anblick der Fotos empfanden, die die Menschen mit den Raubvögeln zeigten. Zu guter Letzt durften sie dann auch noch ihr Lieblingsbild kurz skizieren, und über ihre Eindrücke in einer Reflexions-Runde schildern. Die Kinder mussten sich also fortan sehr intensiv mit den Werken der Ausstellung beschäftigen. 

      

Über die DELTALEBEN-Ausstellung haben wir ja schon relativ ausführlich berichtet, aber – und das ist das ganz große Geheimnis der Kunst – bei jedem Besuch können wir in den Werken neue Dinge oder Informationen entdecken, weil der Fokus der einzelnen Workshops immer auf anderen Schwerpunkten liegt. So auch dieses Mal. Der neue Blick auf ganz bestimmte Feinheiten eines Bildes, einer Fotografie oder eines Werkes, bzw. die intensiv Beschäftigung mit Farben und Gefühlszuständen, brachte ganz neue Sichtweisen und Erkenntnisse zu Tage, und lieferte gleichzeitig sehr interessante Anregungen für den noch anstehenden Workshop, der heute zweigeteilt war.

      

Zum einen durften die Kinder ihr Lieblingsplüschtier malen, zum anderen sollten sie sich heute gegenseitig fotografieren, und dabei ganz besondere Bilder erstellen. Es galt nämlich sich zusammen mit seinem Plüschtier so stolz und majestätisch in Position zu bringen, wie die großen Vorbilder, die wir gerade in der Ausstellung bewundert haben. Hierfür hatte Janet ihr I-Pad und einen kleinen Fotodrucker mitgebracht. Auch die Kamera unseres Vorsitzenden kam bei dieser Aktion zu Einsatz, um das Unterfangen ein wenig zu beschleunigen, damit am Ende alle mit einem tollen Bild nach Hause gehen konnten.

Vor dem Fotografieren mussten die Kinder nun erst einmal erlernen wie sie sich stolz und mächtig präsentierten. Das war gar nicht so einfach, weil ein Lachen konnten sich unsere Mädchen hier und da nicht wirklich unterdrücken. So mussten wir schon mehrere Fotos, auch von unterschiedlichen Blickwinkeln schießen, um am Ende von jeder „DAS FOTO“ zu erhalten.

Während im Hof des Kunstvereins fleißig posiert und geknipst wurde, entstanden im Atelier richtig schöne Bilder, die mehr als nur eine bleibende Erinnerungen für einen wunderschönen Kunstvormittag repräsentierten. Verbunden mit den Bildern und den Eindrücken der Ausstellung, sowie dem Schlussfoto haben wir erstmals das Maximum einer Kunstförderung erfahren. Einmal DELTABEBEN im Hackmuseum, zwei Mal DELTABEBEN im Kunstverein, und dann die ultimative Dokumentation in Bild und Foto. Mehr geht eigentlich nicht wirklich.

      

Wir bedanken uns ganz besonders bei Janet Grau für dieses kunstvolle Erlebnis, und freuen uns schon ganz doll auf den November, wenn es wieder heißt: „Wieso, Weshalb, Warum?“

 

 

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