(582) YOUNITY 2018


YOUNITY-Family feierte dritte Show in Folge, und präsentierte ihr neues Rap-Album 68 HeARTbeats! – Marlon Remmlinger absolvierte tolles Debüt als Rapper!

      

Vor zwei Jahren die großartige Premiere von YOUNITY miterlebt, und im letzten Jahr leider verhindert, freuten wir uns dieses Mal wieder riesig auf diese Jahresabschluss-Party, bei der ja erstmals mit Marlon auch einer unserer Jungs auf der Bühne stehen und sein Debüt geben würde. So fieberten wir dieser Veranstaltung auch mit einer gewissen inneren Spannung – Lampenfieber – Vorfreude – entgegen.

Aufgrund der riesigen Baustelle, sehr früh im Kulturhaus Käfertal angekommen, und auf Wunsch von Tobias Schirneck bei der Show viele Fotos zu machen, heute gleich mit zwei Spiegelreflexkameras ausgestattet, waren wir zunächst einmal sehr angetan von dem wunderschönen Bühnenbild, das sich uns präsentierte. Die YOUNITY-Party würde also aufgrund diesem doch Gala-ähnlichen und weihnachtlichen Flair, in einem recht untypischen Ambiente für dieses Genre stattfinden.

        

Da der Soundcheck und die letzten Proben noch in vollem Gange waren, hatten wir bereits jetzt schon die Gelegenheit einige Akteure ganz aus der Nähe zu fotografieren. Später bei der Show, würde das sicherlich etwas schwieriger werden, denn der große Raum vor der Bühne sollte ja zum Abtanzen und Mitfeiern dienen. Und so legte unsere Daniella gleich mal los, und schoss am heutigen Abend über 450 Fotos (!) 

Mit der YOUNITY-Family haben die beiden Initiatoren Ute Mocker vom Kulturhaus Käfertal und Likkel T alias Tobias Schirneck vom Who-Am-I-Rap-Workshop vor gut zwei Jahren ein Projekt ins Leben gerufen, das sich trotz wechselnder Akteure ständig weiter entwickelte und auf ihrem neuen Album „68 HeARTbeats“ insgesamt 90 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 11 und 25 Jahren vereint.

Ähnlich wie vor zwei Jahren, bei dem Debüt, ist also wieder ein Album entstanden, das mit insgesamt 26 ehrlichen und vor allem anständigen Rap-Songs aufwartet, was ja für das oftmals sprachlich vulgäre und primitiv-anrüchige RAP-Genre nicht wirklich alltäglich ist. Aber für Mannheimes Rapper Nummer Eins Tobias Schirneck und sein Team stehen in erster Linie Gemeinsamkeit und soziale Kompetenzvermittlung über den RAP im Mittelpunkt. Natürlich wird dabei auch nicht die sozialkritische Message vergessen, die allerdings in einer völlig anderen, meist anständigen und positiven Artikulation zum Ausdruck kommt.

Anständige Texte schreiben, die den Kern treffen, um Leute zum Nachdenken zu bewegen, ist aber um ein Vielfaches schwieriger in Worte zu fassen ist, als zum Beispiel die Textzeile: „Politiker finden keine Lösung oder wissen keinen Rat. Oh fick dich doch, du Scheißstaat!“, wobei das durchaus wieder genial ist, da leider wahr.

Nein, es geht der YOUNITY-Family, ähnlich wie uns dem Animus Klub vielmehr darum gegen gewaltverherrlichende oder diskriminierende und verletzende Worte, bzw. gegen aktives Dissing und Mobbing von Personen, Minderheiten und Schwächeren aufzustehen und in diesem Zusammenhang viele positive Zeichen zu setzen; sprich Kinder und Jugendliche zum Machen, zum etwas Machen, und zur Eigenverantwortung zu bewegen.

      

So begann die Show auch mit einem Song, bei dem das neue Jahr damit begrüßt wurden, alten und schweren Ballast von sich abzuwerfen, oder anders ausgedrückt, nur wenn man alten und schweren Ballast abwirft, dann hat man auch die Möglichkeit etwas Neues erschaffen zu können.

Wie wahr, auch wir haben uns im letzten Jahr von unnötigem Ballast getrennt, und siehe da, auf einmal lief vieles besser hier bei uns im Animus Klub, wobei das mit dem Ballast abwerfen nicht immer funktioniert, oder nur dann funktionieren kann, wenn man persönlich auf diesen Ballast auch Einfluss hat.  

Weiter ging es mit einer Formation ebenfalls aus Eigengewächsen. Dieses präsentierte uns sehr gut aufeinander abgestimmt Solo-Rap-Einlagen und Synchron-Voices vom Feinsten.

Danach war das erste Mal Frauen-Power angesagt. Ein großer Wunsch von Tobias Schirneck war es ja, im Laufe der Zeit auch Vollblut-Rapperinnen zu erreichen; ein Wunsch, der heute, zwei Jahre nach der Debut-Show in Erfüllung ging. So haben in den letzten zwei Jahren auch ein paar Girls im Alter von 11 bis 15 Jahren den Weg zu YOUNITY-Family gefunden, und zwei von ihnen standen nun oben auf der Bühne bravourös ihre Rapperin, und ernteten dafür vom Publikum auch riesigen Applaus.

Szenenwechsel. Die uns schon seit Jahren bekannte Eileen Meyerer betrat zusammen mit einem Gitarristen die Bühne. Schon beim Soundcheck durften wir dieser balladesquen und akustisch großartig vorgetragenen Nummer lauschen. „Jetzt werden auch die Männer ein paar Tränchen in die Augen bekommen!“, so Likkel T bei der Vorstellung. Die YOUNITY-Family macht nicht nur Rap, sondern bildet auch Kinder und Jugendliche zu richtig guten Sängern aus.  

Nun war es Zeit für das erste RAP-Sextett des Abends. Five Boyz and one Girl gaben sich die Ehre die Bühne ganz kräftig einzuheizen. Für uns persönlich das erste ganz große Rap-Highlight des Tages, denn die Beats und die Passagen wirkten wie aus einem Guss, extrem professionell und ganz weit weg vom alltäglichen „Ganz-Okay-Kinder-Rap“. 

Im Anschluss daran kamen dann die großen Younities, die wir bereits großteils vor zwei Jahren bestaunen durften. Allen voran Rapper Adnan, der den mehrstimmigen Rap wieder mit absolut unverständlichen, aber durchweg genialen Farsi-Einlagen veredelte. Ja, das war schon ganz großes Kino, das Hand in Hand den Auftritt eines „Pälzer Bubs“ aus Frankenthal einläutete, der gleich darauf einen extrem sozialkritischen Song vom Stapel haute.

      

Nun war für uns der ganz große Moment des Abends gekommen, denn unser Marlon betrat zusammen mit Alex und Maxime, zwei GSG-Schülern die Bühne. Bevor die drei jedoch mit ihrer Performance loslegten, machte Likkel T das Publikum erst einmal darauf aufmerksam, dass diese drei Jungs heute das erste Mal überhaupt auf der Bühne standen, wofür sie vom Publikum schon einmal mit einem ganzen großen und dankbaren Vorab-Applaus bedacht wurden.

      

Danach legen die drei Youngsters auch schon los, und die treibenden Beats des Neustädter DJ-Teams plus MEON sorgten im Hintergrund für die ideale Power, sodass das Newcomer-Trio ein richtig tolles Debut auf die Bretter legen konnte.

Alles in allem bot uns die YOUNITY-Family an diesem Abend mit ihrer sehr abwechslungsreichen, gut zweieinhalbstündigen Show noch einmal eine ganz tolle Party zum Jahresende. Wir sagen Ute Mocker und Tobias Schirneck mit seinem Team ganz lieben Dank und wünschen allen einen guten Rutsch ins Jahr 2019.

Bilder: Daniella Kostina

 

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