(634) HANAMI 2019


Watashi wa no shumi wa Pikachu desú! – Japanisch-Kurs! – Origami! – und Cosplay! – ANIMUS-KLUB-KIDS auf den Spuren der großen Anime-Helden und bunter fernöstlicher Kunst!

 

Einmal im Jahr treffen sich in Ludwigshafen die Hardcore-Fans des Anime-Genres, und viele von ihnen schlüpfen bei dieser Convention auch in die Rolle ihres Comic-Helden; sprich, sie präsentieren sich originalgetreu in seinem Outfit. Bereits im letzten Jahr waren wir auf diesem bunten und total verrückten Festival zu Gast, und begegneten dabei sehr vielen bekannten Figuren aus Dragon-Ball Z, den Pokémons, Sailormoon, oder Guardian of the Universe etc.

So verkleidete sich unsere Daniella am heutigen Tage in einen freudestrahlenden und knallgelb leuchtenden Pikachu; einen der ganz großen Kinderhelden des Pokémons der Neunziger Jahre. Das süße, nagerähnliche Wesen zeigt sich meist gut gelaunt und voller Energie. Als Elektro-Pokémon agiert es sehr gerne mit Blitz und Donner, um seine Gegner zu besiegen. Pikachu ist das weltweit bekannteste Pokémon. Es ist quasi das Maskottchen dieses Genres. Dementsprechend gibt es auch in allen Größen fertige Kostüme zu kaufen.

Die absoluten Fans leben allerdings ihr Genre tagein tagaus, und da es nicht alle Helden zu kaufen gibt, nähen sie ihre Kostüme meist selbst, und stecken auch sehr viel Zeit, Fleiß und Muße in originalgetreue Accessoires, wie Waffen, Flüge, Federschmuck, Perücken und natürlich auch Masken.

Im letzten Jahr nur mehrere Stunden die Marktatmosphäre und die total verrückten Treffen bei Angelo Montana an der Cafédrale Turm 33 genossen, haben wir uns dieses Mal dafür entschieden das Innere der Convention im Pfalzbau zu erkunden. Und da hatten unsere Betreuer ein sehr großes und abwechslungsreiches, gut  siebenstündiges Programm für uns zusammengestellt.

Im Innern des Pfalzbaus angekommen, mussten wir uns zunächst einmal durch ein Meer aus Verkaufsbuden durchschlängeln. Dabei gab es viele Sachen zu entdecken. Von den Bande desinées, also den Comic-Romanen, die auch auf Deutsch von hinten nach vorne, und von oben nach unten gelesen werden, über bildschöne Kuschel- und Plüschtiere, bis hin zu Filmen, T-Shirts und farbigen Kontaktlinsen, bot dieser Markt dem Fan, quasi alles, was sein Herz begehrt, selbst sogar Wundertüten im Wert zwischen 20 und 200 Euro. So benötigten wir erst einmal eine gute Stunde, um uns durch beide Stockwerke zu forsten und die komplette Atmosphäre in uns aufzunehmen.

Danach stand der Japanische Modell-Workshop von We Do Gunpla auf unserem Programmplan. Hier konnte man Anime-Figuren basteln. Eine tolle und spannende Sache für unsere Kinder. Doch leider kamen sie nicht in den Genuss dieser Gunst, weil der Workshop-Leiter nur zehn Figuren für diese Veranstaltung zur Verfügung gestellt bekam, und diese bereits schon vergeben waren. Er bot uns zwar einen sehr großzügigen Preisnachlass von 20% für den Kauf einer Figur; aber eine Figur selbst bauen hat einen ganz anderen Stellenwert, als sie einfach nur zu kaufen.

So mussten wir uns programmmäßig ein bisschen umorientieren. Aber es gab ja auf diesem Festival jede Menge parallellaufende Veranstaltungen, und so entschieden wir uns kurzer Hand im Konzertsaal Mitsuki anzuschauen. Mitsuki ist eine junge Sängerin, die sich darauf spezialisiert hat, bekannte Songs aus den berühmtesten Anime-Filmen zu präsentieren. Mal auf Japanisch, mal auf Englisch und zum Schluss auch auf Deutsch, sang sich die kleine Diva mit ihrer kindlichen Stimme, in den nächsten 45 Minuten durch die Pop- und Schlagerwelt der großen Manga-Helden hindurch, die im Hintergrund auf einer riesigen Leinwand in Erscheinung traten.

Zum Finale ihrer Show tanzte sie sich zusammen mit einem der Initiatoren der HANAMI durch eine großartige Action-Szene hindurch, wofür sie riesigen Applaus des unheimlich dankbaren Publikums erhielt.

Nun war es Zeit für den nächsten Lern-Workshop. „Japanisch“ stand hier auf unserer Programm-Speisekarte. Letztes Jahr bei der Nacht des Wissens bereits im Ostasieninstitut eine Einführung ins Chinesische erhalten, durften sich unsere Kids nun der Herausforderung „Japanisch“ nicht nur für Mangas stellen. Großartig und sehr unterhaltsam von den Verantwortlichen der Deutsch-Japanischen-Gesellschaft Rhein-Neckar e.V. präsentiert, konnten unsere Kiddies nicht nur erlernen, wie sie sich auf Japanisch vorstellen, sondern sie konnten sich auch kleine Redewendungen zum Kennenlernen erarbeiten. „Japanisch“ ist schon „eineeee seeeeaa melooodiiischeee Spraaacheee, mit vieleeen Vokaaaleeen und viel Geeesaaang“, sowie einer hochinteressanten Phonetik.

Nach so viel „Brain-Storming“, gab es in der nächsten Stunde mit dem Cosplay Club etwas sehr Erholsames und Beruhigendes. Die Künstlerin RiSparkle zeigte den Interessierten, wie man auf ganz einfache Art und Weise bildschöne Accessoires erstellen kann. Hierfür hatte sie einen kleinen Zauberhut, einen grünen Blumenstrauß, Armreife, Ketten, aber auch elektronische Geräte mitgebracht, die sie uns nun nacheinander vorstellte. RiSparkle erklärte in diesem theoretischen Workshop, wie wir diese Sachen ganz günstig zu Hause nachbauen können, und wies uns in das Geheimnis der Heißklebekunst ein, die insbesondere für die Erstellung des Blumenstraußes unheimlich wichtig ist.

Geduld, Zeit und Ruhe sind drei weitere sehr wichtige Aspekte, die man benötigt, um diese Gegenstände täuschend echt nachzubauen, so dass beim genaueren Hinschauen auch der berühmte „Hoppla-“ oder „Schau-mal-da-Effekt“ entsteht.

Geduld, Zeit und Ruhe waren aber auch beim nächsten Workshop von großer Bedeutung, denn wir bekamen eine Einführung in die wundersame Welt des Origami.

Origami, die geheimnisvolle Kunst mit bestimmten Falttechniken aus einem Stück Papier quasi alles erstellen zu können, ist unheimlich faszinierend, aber nicht jedermanns Sache. So hatte hier nur Liam Interesse seine Fähigkeiten zu erweitern. Unsere anderen Kids wollten in dieser Zeit lieber noch ein wenig über den HANAMI-CAMPUS schlendern und viele Menschen umarmen, bzw., sich auch von vielen Menschen (Figuren) umarmen lassen. Das berühmte „Hug-Me-Schild“ (Umarme-mich!“) – gibt es nur auf der HANAMI, und ist auch eine schöne Geste, dass die Menschen sich lieben und gernhaben sollten.

Überhaupt ist die HANAMI jedes Jahr eine Feierlichkeit bei der es keinerlei Ausschreitungen oder gewalttätige Übergriffe gibt, und dass, obwohl hier jede Menge ganz gefährliche und grausame Schreckgestalten ihr Unwesen treiben. Die HANAMI ist aber auch noch aus zwei ganz anderen Gesichtspunkten ein großes Vorzeigebeispiel, denn sie ist der beste Beweis dafür, wie man nicht nur zwei Tage lang ohne Alkohol ein fantastisches Fest feiern kann, sondern zusätzlich auch noch sehr viel Neues erlernen. So wie in unserem letzten Workshop, dem Zeichenworkshop „Männliche Anatomie“ von H-Chan.

In diesem einstündigen Kurs zeigte uns die Leiterin wie man auf ganz einfache Art und Weise einen männlichen Körper zeichnet. Von Kopf bis Fuß und von Brust bis zum Hintern. Für jedes einzelne Körperteil gibt es ganz spezielle Kniffe und Tricks, wie man diese am besten Zeichnen kann. Ganz so einfach, wie es sich anhört, oder wie es H-Chan an der Leinwand vorführte, ist es natürlich nicht, und es gehört auch hier, wie im Übrigen bei allen Sachen, die wir erlernen wollen, sehr viel Geduld und Übung dazu, um aus den tollen Anregungen und Tipps richtig gute Adonisse zu erstellen.

Die HANAMI 2019 war für uns ein intensives, lehrreiches und gleichzeitig auch unheimlich erholsames und entspannendes Programm, von dem wir wieder viele bunte und kreative Eindrücke mit nach Hause nehmen durften. Deshalb möchten wir uns zum Schluss noch einmal ganz besonders bei den Verantwortlichen des HANAMI-Teams bedanken, die unser Gruppe auch einen vergünstigten Eintritt als Dankeschön für unsere Berichterstattung gewährten.

Bilder: Alexander Höfer

Daniella Kostina

Liam Chiappuis

 

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