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(671) Trickbetrug am Telefon

„Achtung, hier spricht nicht die Polizei!“ – Kriminalhauptkommissar Horst Gesell informierte über die neuen Trickbetrugsmaschen am Telefon!

Cybercrime! – Mobbing! – Enkeltrick! – In den letzten Jahren haben wir als Lern-, Spiel- und Freizeitverein im Rahmen unseres Programms stets die Verantwortung übernommen, nicht nur unsere Mitglieder, sondern auch die Allgemeinheit über diese unschönen alltäglichen Phänomene und Betrugsmaschen aufzuklären.

Heute erwartete uns in der Ludwigshafener Fontäne der Kriminalhauptkommissar Horst Gesell von der zentralen Prävention Ludwigshafen mit dem Thema „Trickbetrug am Telefon“, eine dem Enkeltrick sehr verwandte Betrugsmethode. Mittlerweile ist bestimmt jeder Bürger schon einmal von unseriösen Call-Center-Anrufen belästigt worden. Das Ziel ist in der Regel immer das Gleiche. Auf raffinierteste Art und Weise wollen die Täter an Geld, Wertsachen oder die Kontodaten ihrer Opfer gelangen. Auch der schwerkranke und mittlerweile verstorbene Vater unseres Vorsitzenden wurde mehrfach Opfer von diesen Trickbetrügern, die ihm über mehrere Jahre mit unseriösen Gewinnspielen, und völlig sinnlosen Abos, regelmäßig um die Hälfte seiner Rente brachten.

Ständig bimmelte damals das Telefon. Zehn Anrufe in der Stunde waren keine Seltenheit. Die Betrüger hatten mit dem Vater unseres Vorsitzenden ein ideales Opfer gefunden, das sie ausnehmen konnten, wie eine Weihnachtsgans. 2012 übergab unser Vorsitzender der Wieslocher Polizei dann über 200 unseriöse Telefonnummern (!), die regelmäßig anriefen und Terror machten.

Die Call-Center-Methode befindet sich Gott-sei-Dank etwas auf dem absteigenden Ast. Viele Menschen halten sich schon seit geraumer Zeit an den guten Rat der Polizei und legen den Hörer sofort auf, wenn sie merken, dass da schon wieder eine Call-Center-Dame in der Leitung ist. Andere, wie unser Vorsitzender, gehen erst gar nicht ans Telefon, wenn sie auf dem Display sehen, dass da schon wieder jemand mit einer unbekannten oder unendlich langen Nummer anruft. „Wer etwas Wichtiges will, der kann auch auf den Anrufbeantworter sprechen!“ – Letzteres bleibt jedoch meistens aus.

Aber die Täter haben mittlerweile erkannt, dass immer weniger Menschen auf die Callcenter-Masche hereinfallen, und überlegen sich daher immer raffiniertere und dreistere Methoden, um insbesondere ältere Menschen auszutricksen oder über den Tisch zu ziehen. Die heutige Technik erlaubt es ihnen sogar, nicht nur mit frei erfundenen, sondern auch mit fingierten Telefonnummern zu agieren, sprich, sie rufen mit einer bekannten Nummer an.

Seit einiger Zeit melden sich die Täter auch mit der Notrufnummer „110“, und geben sich als Polizeibeamte aus. Innerhalb des Gespräches wird dann den Opfern glaubhaft gemacht, dass sie von Einbrechern ins Visier genommen wurden. Um sie, bzw., ihre Wertsachen vor den Verbrechern zu schützen, werden die Opfer gebeten diese einem Polizeibeamten zu übergeben, der dann ihre Habe dann solang verwahrt bis die Einbrecher gefasst sind.

Die Betrugsmasche „Falscher Polizeibeamter“, funktioniert leider sehr gut. Alleine in Rheinland-Pfalz wurden 2017 insgesamt 1.584 Fälle registriert, und die Täter erbeuteten bei 28 erfolgreichen Versuchen fast 1,5 Millionen Euro. Dieser Gewinn rechtfertigt also den großen organisatorischen Aufwand von Banden, die meist im östlichen Ausland, einen professionell agierenden Call-Center betreiben, bei dem sogar Mitarbeiter beschäftigt sind, die bestimmte regionale Dialekte sprechen.

So machte Horst Gesell darauf aufmerksam, dass einige Opfer auch Anrufe vom LKA aus Stuttgart oder Wiesbaden erhielten, und die Anrufer akzentfrei schwäbelten oder den klassischen hessischen Dialekt sprachen. Die im Display eingeblendete – fingierte – Telefonnummer, ließ dann bei den Opfern überhaupt keine Zweifel mehr aufkommen, dass es sich tatsächlich um einen Anruf eines LKA-Beamten aus Stuttgart oder Wiesbaden handelte.

Deshalb gilt: „Die Polizei ruft niemals unter der 110 an!“ – Die „110“ ist eine reine Notfallnummer, von der aus nicht telefoniert werden kann. Die Polizei ist auch kein Geldaufbewahrungsinstitut, und nimmt daher auch keine Gelder oder Wertsachen zur Sicherheit für die Bevölkerung in Obhut.

Im weiteren Verlauf machte uns der Präventionsleiter Horst Gesell auch noch mit dem sogenannten Wasserglastrick vertraut. Ein Täter klingelt an einer Haustür und bittet um ein Glas Wasser. Sobald ihm seine Opfer Einlass gewähren, beginnt das Unheil seinen Lauf zu nehmen. Um in die Wohnung ihrer Opfer zu kommen, wird auch der Babywickeltrick angewendet. Eine Frau frägt, ob sie ihr Baby mal kurz im Badezimmer wickeln dürfe. In beiden Fällen nützen die Täter die Hilfsbereitschaft von Menschen schamlos aus, um sie um Hab und Gut zu bringen.

Zum Schluss bekamen wir dann noch gezeigt, wie ein richtiger Polizist, bzw., eine richtige Polizisten aussieht.

Wichtig sei es, so der Hauptkommissar, über diese neuen Phänomene zu sprechen, sie Verwandten, Freunden und Bekannten, oder so wie wir, auch der Allgemeinheit weiterzuerzählen, damit diesen raffinierten Betrügern ihre Vorgehensweise fortan erschwert werden kann.  

Wir bedanken uns sehr bei Fazli Degirmenci von der Fontäne für die Einladung, und dem Kriminalkommissar Horst Gesell von der zentralen Prävention Ludwigshafen für die neuen, sehr wichtigen Information und Zahlen in diesem Bereich.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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