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Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!
Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!

(772) Short Stories & Sweeping Monks

Street Photography in Schwarz/Weiß und in Farbe sowie fegende Mönche in Rouge! – Mannheimer Kunstverein präsentierte besondere Momente aus dem weltweiten Alltagsleben des Fotografen Richard Brams und des Chinesischen Künstlers Wang Shugang!

 

Fotos und Fotografieren, also einfach nur ein Foto machen, oder ein wirklich richtig gutes Foto schießen, also ein Foto, auf dem alles sehr gut getroffen ist, sowohl die Personen als auch die Umgebung, bzw., einfach nur drauflos fotografieren und richtig gut fotografieren, das sind ganz große Unterschiede. Bedauerlicher Weise verliert sich das richtig gute Foto im Zeitalter der sozialen Medien immer stärker im Informationsdschungel des Internets, und verliert dadurch immer mehr an Bedeutung und Wert. Und da es im Internet oder auf den sozialen Plattformen leider keine Filter gibt, die unscharfe und wirklich richtig schlechte Fotos von vorneherein aussortieren oder gar nicht erst zum Hochladen akzeptieren, werden wir täglich mit Millionen trivialer Handy-Bilder aber auch biederen Filmausschnitten förmlich zugemüllt.

Viele Menschen posten einfach wie wild drauf los und laden wirklich jedes Bild auf ihre Profilseite, egal ob es gut ist oder richtig schlecht, und auch unabhängig davon, ob das Bild überhaupt einen Wert oder eine Aussagekraft besitzt. Hauptsache das Bild ist mit „Freunden“ geteilt. Hauptsache man steht im Mittelpunkt, oder man hat zumindest das Gefühl, einmal im Leben im Mittelpunkt zu stehen.

Auch wir als ANIMUS KLUB, machen jede Woche bei unseren Programmen sehr viele Fotos, weil wir sehr gerne das Erlebte unserer Kinder bei den Aktionen zeigen möchten. Doch nicht jedes Foto, das wir machen, findet am Ende den Weg in unsere Berichterstattung oder auf unsere Webseite. Jedes Bild wird vorab genauestens angeschaut, überprüft und natürlich bearbeitet. Hierfür nehmen wir uns auch sehr viel Zeit, um die aussagekräftigsten und besten Fotos auszuwählen, die am Ende unser Erlebnis anschaulich dokumentieren. Je nachdem, wie viele Bilder wir haben, wandern dann natürlich auch ein paar sehr gute Bilder in ein Vorzeige-Archiv, das uns dann wiederum ermöglicht bei Bedarf darauf zugreifen zu können.

Wir haben also als ANIMUS KLUB, im Gegensatz zu der kommerziellen Masse, eine völlig andere und noch authentische Beziehung zu Fotos, was unter anderem auch daran liegt, dass wir regelmäßig Fotoausstellungen besuchen, in denen nur exzellente und großartige Bilder ausgestellt sind. Genau diesen Anspruch möchten wir auch jede Woche bei unserer Berichterstattung als Maßstab nehmen, denn nur von den sehr guten Könnern ihres Faches, können wir wirklich etwas lernen, insbesondere das Schöne und das Wertvolle.

Der Engländer Richard Bram ist so ein absoluter Könner seines Faches. Er schießt Bilder, bei dem sowohl der berühmte „Wow-Effekt“ nicht ausbleibt, als auch das breite Grinsen, das sich ab und an beim genaueren Betrachten der Fotos unweigerlich auf das Gesicht legt. Was sich hinter seinen direkt aus dem Leben geschossenen „Short Stories“ verbirgt, ist absolut großartig, und die Szenen nehmen uns vom ersten Bild an unheimlich gefangen.

Die Vernissage, eine Mischung aus Schwarz/Weiß-Fotos im Parterre und insbesondere die zeitgenössischen Fotos in Farbe auf der Empore, halten dem Betrachter den aktuellen Spiegel der Gesellschaft unmittelbar vor Augen. Richard Bram entpuppt sich dabei ebenfalls als exzellenter Meister des perfekten Schnappschusses, indem er im richtigen Moment Personen, Tiere oder Umgebungen in einer Pose einfängt, die einen entweder aufgrund ihrer extremen Groteske unheimlich amüsiert und erheitert oder eben zu tiefst nachdenklich stimmt.

   

Dabei verschmelzen auch Hintergründe die Realität zu einer neuen und mitunter urkomischen Szene. Augenblicke werden dadurch bereichert und verstärkt, dass der Fotograf genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Ein Reproduktion des dabei entstandenen Momentes, also ein nochmaliges einfangen der gleichen Szene oder Situation, wäre absolut unmöglich.

Die Fotos, die innerhalb der Ausstellung gezeigt werden, sind allesamt Monumente, die Appetit auf die wahre Kunst des Fotografierens machen, und uns ganz tief in eine Welt eintauchen lassen, die, wie wir bereits eingangs erwähnt haben, leider immer mehr überschattet wird von trivialer „Fast-Food-Kunst“, die unweigerlich die Grenzen zwischen „Sehr gut“ und „Grottenschlecht“ verwischen lassen.

Insbesondere unsere Kinder verlieren dadurch immer mehr die Fähigkeit zwischen wahrer Qualität und absolutem Müll zu unterscheiden. „Gut ist das, was den Meisten gefällt, auch wenn es vielleicht absolut primitiv oder schlecht ist!“ – Und wer weiß? – Vielleicht, oder gerade deshalb stehen heuer gleich fünf Mönche des Chinesischen Künstlers Wang Shugang, mit Besen bewaffnet im Hofe des Mannheimer Kunstvereins, um diesen gerade erwähnten Unrat symbolisch wegzufegen. „Raus aus dem Museum mit dem wertlosen digitalen Müll, der in unserem Leben eigentlich überhaupt keine Daseinsberechtigung besitzt, und zudem noch faul, dumm und interessenlos macht! – Hin zu den wahren Künsten, dem Können, dem Gestalten und natürlich auch dem Machen und dem Erleben!“

Diese fünf tüchtigen und regelrecht arbeitswütigen Mönche waren ein absoluter Eyecatcher der Ausstellung, und boten uns natürlich ebenfalls ein ideales Ambiente zum Posieren. Im Gegensatz zu einem schlechten Handyfoto, das jeder ohne jegliches Können, nur mit dem Betätigen des Auslösers erstellen kann, fragt man sich hier schon, wie der Künstler diese fünf Unikate in Handarbeit erstellt hat. Diese fünf Putzteufel erwecken nämlich durchaus den Eindruck, dass sie in einer maschinellen Serienfertigung produziert wurden.

Wang Shugang, der bis zur Jahrtausendwende gut 11 Jahre im Ruhrgebiet lebte, möchte mit seiner Kunst vor allem zum Ausdruck bringen, wie die individuelle Freiheit jedes Einzelnen, oder besser gesagt, wie der persönliche Narziss, unmittelbar den Sinn für die Gemeinschaft, die Solidarität und das Zusammenleben zerstört. Ein schmerzhafter und unersetzlicher Verlust, der am Ende sowohl für das Leben aber vor allem für das Überleben des Menschen auf der Erde von entscheidender Bedeutung sein wird.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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ANIMUS KLUB

Nur das Gute und das Schöne haben einen Wert – (Alexander Höfer)

 

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