(410) Gorodki


„Ich schmeiß dich aus der Stadt!“ – ANIMUS-KLUB-KIDS schleuderten im Rahmen des Mannheimer Agenda Diploms schlagstockähnliche Bits in Richtung der Ziele!

      „Gorodki?“ – „Was ist das denn?“ – „So etwas habe ich ja noch nie gehört!“ – Das wird sich jetzt sicherlich der eine oder andere Leser genauso fragen, wie einst im letzten Jahr unser erster Vorsitzender Alexander Höfer. Schon damals wollten wir im Rahmen eines geplanten Ausfluges nach Karlsruhe an einer solchen Veranstaltung teilnehmen, doch das schlechte Wetter zum damaligen Zeitpunkt veranlasste die dortigen Veranstalter dazu, das Spiel einen Tag vorher abzusagen. So mussten wir ein ganzes Jahr warten bis sich uns wieder, dieses Mal im Rahmen des Mannheimer Agenda Diploms von Unsere Welt e.V., die Gelegenheit bot, dieses Russische Wurfspiel einmal ausprobieren zu können.

      

Vor zwei Jahren auf die tollen und lehrreichen Programmangebote des Mannheimer Agenda Diploms aufmerksam geworden, konnten wir mit unseren Kindern in diesem Jahr erstmals ein bisschen früher anfangen, die erforderliche Anzahl an Stempeln zum Erhalt eines Diploms zu sammeln.

Gorodki eröffnete also die diesjährige Agenda-Diplom-Saison. Da dieses Spiel wahrscheinlich für sehr viele unserer Leser doch sehr unbekannt sein wird, möchten wir es euch zunächst einmal vorstellen und seine eigentlich ganz einfachen Regeln erläutern. Gorodki ist russisch und bedeutet so viel wie kleine Stadt oder kleines Städtchen. Es ist fast 100 Jahre alt, und wird überwiegend in Russland gespielt, wobei es in Finnland (Kyykkä) und Schweden (Poppi) ähnliche Wurfspiele gibt. Ziel des Spieles ist es, die Stadt von Eindringlingen und Feinden (Bauklötze) zu befreien, indem man einen Stab auf sie schleudert.

Hierbei genügt es nicht die Bauklötzer einfach nur zu treffen oder umzuwerfen, sondern sie müssen komplett aus der Stadt – einem markierten Viereck – hinausbefördert werden. Das hört sich im ersten Moment eigentlich ganz einfach an, ändert sich aber spätestens dann, wenn man den schlagstockähnlichen Bit in der Hand hält, denn die Kontrolle der Wurfbahn ist eine Kunst für sich.

So bekamen wir nach der Säuberung des Geländes und einer kurzen Aufwärmrunde, bei der die Bits – (Stöcke) reihum geworfen wurden, von dem Gorodki-Trainer Herrn Waldemar Loskan erst einmal erklärt wie wir den Bit werfen mussten. Die Wurftechnik ist ein bisschen ähnlich, wie die des Diskuswerfens bei der Leichtathletik, nur ohne Drehung. Während beim Diskuswerfen der Fokus auf der Weite liegt, muss beim Gorodki ganz genau getroffen werden. Damit beginnt bereits die erste ganz große Herausforderung für die Spieler, denn der Bit fliegt nicht wie ein Diskus oder noch besser, wie ein Ball, sondern er dreht sich helikopterähnlich in der Luft. Kommt er durch die Drehung zu früh oder nicht genau auf dem Boden auf, dann doppst der Stab entweder über die zu treffenden Bauklötze hinweg, oder wirft sie im Besten fall nur um, und es gibt keine Punkte.

      

Es ist daher sehr wichtig den Stab richtig zu werfen und genau zu platzieren, um die Bauklötze wirklich aus der Stadt hinausbefördern zu können. 

Das Werfen des Bits ist wirklich die allergrößte Schwierigkeit, wie wir ganz schnell feststellen konnten, denn zu Beginn des Spieles flogen sie kreuz und quer durch die Gegend ohne etwas zu treffen mit Ausnahme der Hecke im Hintergrund. 

So führte uns Herr Loskan die genaue Technik noch einmal in Zeitlupe vor. Das richtige Stehen zum Ziel, die richtige Arm und Hüftbewegung, sowie den richtigen Moment des Loslassens abpassen – alles kombiniert in einem Fluss – und dann trifft der Stab unweigerlich das Ziel – wenn man Glück hat! – „Aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen!“ – Dementsprechend mussten die Kinder erst ein paar Mal werfen ehe sie die ersten Treffer landen konnten. Beim Gorodki gibt es 16 verschiedene Figuren, die großteils nach militärischen Gegenständen, Bauwerken und technischen Errungenschaften benannt sind. Die Figur, die Waldemar Loskan als zweites aufstellte, nennt sich „Wächter“, bzw., die Figur ist ein Teil des Wächters, der sich aus insgesamt fünf Bauklötzen zusammensetzt.

Da nun nicht mehr zwei einzelne, nebeneinanderstehende Klötze das Ziel markierten, sondern nur noch ein „T“, wurde es natürlich schwerer, und es passierte genau das, was wir oben schon aufgeführt haben, nämlich der Stock flog entweder „meilenweit“ am Ziel vorbei oder doppste wie ein Sprungball über das Ziel hinweg. In großer Erwartung einen Foto von einem Volltreffer zu schießen, legte sich unser Vorsitzender flach auf den Boden, und visierte jeweils einen der Wächter an. Das Einfangen eines Volltreffers erweis sich allerdings als extrem schwierig und erforderte eine Engelsgeduld, denn entweder trafen die Spieler nicht, oder es wurde immer ein Wächter getroffen, der gerade nicht im Fokus der Kamera stand.

      

Gut eine Stunde lang schleuderten wir unzählige Bits durch den Hof der Herzogenriedschule, und erwarben uns so ein neues Spiel und eine neue Erfahrung.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Waldemar Loskan für dieses schöne Vormittagsprogramm, dem an diesem Tag noch zwei weiter Programme folgten, über die wir in der nächsten Zeit ausführlich hier auf unserer Homepage und teilweise auch in der Nußlocher Rathausrundschau berichten werden.

 

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ANIMUS KLUB

„Früh übt sich, wer ein Meister werden will!“

      

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