(550) Nacht der Forschung (1)


Emulgatoren und Seidenproteine im explo Lernlabor kennenlernen! – Und im Life-Science-Lap des DKFZ experimentieren! – ANIMUS-KLUB-KIDS erlebten wieder die Crème de la Crème als Programmangebot!

      

Gleich vorweg. Was wir in den neun Stunden bei der Nacht der Forschung in Heidelberg und in Mannheim erlebt haben, war wieder einmal der absolute Hammer, und die vielen Eindrücke und Lerninhalte, die wir von den einzelnen Wissenschaftsgebieten mit nach Hause nehmen durften, unbezahlbar. Die einzigen beiden Schwierigkeit, die sich unseren Betreuern im Vorfeld stellten, waren diese: „Welche der vielen Präsentationen, Vorführungen und Workshops besuchen wir, und wie finden wir eigentlich die ideale Fahrtroute zwischen den einzelnen und über die komplette Region verteilten Einrichtungen?“ – So erarbeitete unser Vorsitzender Alexander Höfer bereits drei Wochen zuvor nicht nur ein großartiges Science-Programm für uns aus, sondern auch eine absolut stressfreie Route, die uns an diesem Tag nacheinander zu fünf unterschiedlichen Standorten führte.

Den Beginn unserer Expedition machte das explo Lernlabor Heidelberg. Das sich im Technologiepark befindliche Labor bietet Kindern und Jugendlichen regelmäßig die Möglichkeit in außerschulischen Workshops Naturwissenschaften intensiver kennenzulernen, und sogar mit einzelnen Stoffen herumzuexperimentieren.

Für die Nacht der Forschung hatten die Verantwortlichen den Workshop „Erstelle deine eigene Creme“ als Highlight für die acht bis zwölfjährigen auf ihre Agenda gestellt, und dass wir uns, oder besser gesagt, dass sich unsere Kiddies eine solche Gelegenheit nicht entgehen lassen, selbst auch dann nicht, wenn so ein Workshop am Freitagnachmittag unmittelbar nach der Schule stattfindet, das war klar, und so war unser Vorsitzender richtig stolz darauf, insgesamt sechs Karten für unseren Klub zu erhalten. Dafür noch einmal vielen lieben Dank an den Projektleiter Herrn Dr. Fred Englebrecht.

Nun aber zum Workshop. Die Creme gibt es eigentlich noch gar nicht so lange. Bis zum 18. Jahrhundert verwendeten insbesondere die Frauen oder hohe politische Persönlichkeiten in ihren Ölen, Salben oder Fetten häufig sehr giftige, meist bleihaltige Substanzen, die sich sehr ungesund auf deren Haut und Wohlbefinden auswirkten. Erst durch die Erfindung des Emulgators Eucerit von den beiden Wissenschaftlern Dr. Isaac Lifschütz und Dr. Oscar Troplowitz änderte sich das schlagartig, und es begann eine neue Pflegeära. Der aus Schafwachs gewonnene Emulgator, war in der Lage dauerhaft Öle und Wasser zu einer stabilen Emulsion, sprich zu einer cremigen Masse zu vereinen. Dabei entstand 1811 die erste und weltweit wohl bekannteste Creme – die Nivea-Creme.

Öl und Wasser sind für unsere Haut besonders wichtig, denn sie schützen unsere fünf Hautschichten vor Sonnenlicht (UV-Strahlen), Stößen und Schürfungen, aber auch vor schädlichen Stoffen und Keimen, sowie Krankheitserregern.

Nach dieser hochinteressanten Einführung von der Diplom Biologin Frau Bettina Fabian in die Geschichte und die Funktionen der Creme, durften die Kinder selbst ans Werk gehen, und ihre eigene Creme kreieren. Hierfür mussten sie sich zunächst einmal entscheiden, ob sie eine Sommer- oder Wintercreme erstellen wollten. Für die Sommer-Cremes bilden Kokosöl, Jojobaöl oder Cetylalkohol die Basis; für die Winter-Cremes hingegen, Mandelöl, Sonnenblumenöl und Bienenwach. Gleichzeitig legten die Kinder auch die Düfte und Wirkstoffe für ihre Cremes fest.

      

Danach durften sie sich bei den Mitarbeiterinnen des explo-Labors die jeweiligen Fette und Wirkstoffe abholen oder besser gesagt selbst abzapfen. Mit einer speziellen Saug- und Druckspritze wurden die Fette in einen kleinen Becher gefüllt, und mit einer Mikropette wurden die Wirkstoffe, wie zum Beispiel Aleo Vera oder Seidenproteine in ein Reagenzgläschen gefüllt und gleich darauf der Creme zugeführt. Die Fette selbst, wurden bereits zuvor in einem speziellen Becken auf ca. 60 Grad Celsius temperiert.

      

Nun hieß erst einmal 15 Minutenlang ganz kräftig schütteln, damit nicht nur die Creme erkaltete, sondern sie sich die Öle gleichzeitig auch sehr gut mit den jeweiligen Wirksoffen verbinden konnten. Danach war es an der Zeit den eigentlichen Duft hinzuzufügen. Hierfür hatten die Verantwortlichen eine riesige Palette zur Auswahl gestellt. Fruchtige Nuancen wie zum Beispiel Zitrone und Orange, aber auch beruhigende Noten, wie Rose, Lavendel oder Vanille standen den Kindern zur Verfügung. Es war also für jeden Geschmack etwas dabei, und das Labor verwandelte sich wenig später schon in eine leicht vorweihnachtliche Duft-Oase, die ein wenig appetitanregend auf unsere Kinder wirkte.

      

Noch total berauscht von dem großartigen Programm, das wir gerade im explo-Labor erhalten haben, ging unser Science-Trip durch die Nacht gleich darauf im DKFZ weiter. Hier hatten die Verantwortlichen auf dem Vorplatz einen riesigen und begehbaren Darm ausgestellt. Diesen durften wir bereits bei der Veranstaltung „Mannheim macht schlau!“ vor knapp drei Jahren begehen, und dabei erlernen, welche Funktionen er hat, und wie sich eventuelle Erkrankungen, wie zum Beispiel Morbus-Chrome auswirken.

Gleich darauf hieß es für unsere sechs Kids „Sturm frei!“ auf das Life-Science-Lab des Heidelberger Krebsforschungszentrums, das heute mit unzähligen Mitmachstationen glänzte. Da hier eine Rakete abschussbereit stand, und sich dort ein Roboter hin- und her bewegte, oder links eine rote Flüssigkeit dampfte, und rechts irgendwelche High-Tech-Geräte blinkten, waren unsere Kids erst einmal ein wenig erschlagen von der enormen Vielfalt, die sich ihnen hier bot, und sie benötigten gut zehn Minuten, um sich erst einmal zu orientieren, was hier in der nächsten Stunde alles auf sie einwirken würde. Und das war eine ganz Menge, auf die wir leider in unserem Bericht nicht in allen Einzelheiten eingehen können. Dennoch möchten wir euch einige bleibende Eindrücke und Wissenserfahrungen nicht vorenthalten.

Der dampfende Chemiestand, stand natürlich sofort im Mittelpunkt, auch wenn wir den einen oder anderen Versuch bereits vor ein paar Wochen im Max-Planck-Institut für Kernphysik am Tag der Offenen Tür miterleben durften. Aber Experimente mit Stickstoff sind immer interessant, um nicht zu sagen sehr verblüffend und absolut sehenswert. Aus diesem Grund hatten wir auch an diesem Tag jede Menge Fragen an die Nachwuchswissenschaftler des DKFZ.

      

Während unsere Mädchen sich weiter von den Flüssigkeiten verzaubern ließen, oder Krebszellen unter dem Mikroskop genauer betrachteten, blieben unsere Jungs längere Zeit am Stand der Molekularen Zellbiologie AG hängen. 

Hier bekamen sie zunächst einmal von einer Mitarbeiterin genaue Informationen zu dem Stand der Forschungsentwicklungen in diesem sehr wichtigen medizinischen Bereich, Krebszellen mit der Hilfe von p53 abzutöten, um so bösartige Tumore beseitigen zu können. Auf p53 und den Einsatz von Fremd-DNA in Lungenkrebszellen wollen wir jetzt nicht näher eingehen, denn das würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Rahmen unserer Berichterstattung sprengen. Aber unsere beiden Jungs durften auch hier unter Anleitung mit Mikropipetten herumexperimentieren und in ein paar kleineren Versuchen nachempfinden, wie die Labormitarbeiter in den Forschungsinstituten arbeiten.

Unsere Mädchen hatten sich mittlerweile rund um dem Stand der Klima- und Umweltphysik AG versammelt und ließen sich in die neue Technologie des Labors über den Wolken einweisen. Um die Wolkenkammer besser zu erklären, hatten die Verantwortlichen ein hochinteressantes Gerät zur Präsentation aufgebaut.

      

Die Jungs verweilten sich derweil am Raketenstand der Astrophysik AG, und ließen sich einen Raketenstart bis ins letzte Detail erklären. Hier werden Modellraketen aus Papier, Pappe, Holz oder Kunststoffen sehr originalgetreu erstellt. Betrieben werden sie mit behördlich zugelassen Treibsätzen, die über den Fachhandel erhältlich sind. Der Fantasie beim Bau einer Rakete sind keinerlei Grenzen gesetzt. So können die Konstrukteure sie zusätzlich noch mit Kameras oder anderen Instrumentierungen ausstatten.

      

Das MembranPoti Projekt markierte dann das Finale unseres Besuches im DKFZ. Mit lichtgesteuerten Protonenkanälen für einstellbare Membranfähigkeit wollen Wissenschaftler derzeit neue Methoden der aeroben Energiegewinnung erforschen. Wir sagen den Verantwortlichen des explo Lernlabors und des DKFZ recht vielen Dank für so viel neues Wissen und geniale Horizonterweiterungen. Mehr Infos über unsere weiteren Erlebnisse bei der fantastischen Nacht der Forschung bekommt ihr dann am Montag in unserem 2. Bericht, exklusiv hier auf unserer Homepage.

 

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