(340) 5. Bündnistreffen


Ist Ethnopluralismus ein Kriterium für den Ausschluss aus dem Mannheimer Bündnis? – Wer darf ins Bündnis aufgenommen werden und wer nicht. – 2. Vorsitzender Moritz Mouhlen stimmt für das einfache Modell im Prüfverfahren!

img_80151Vier Tage nach seiner Wahl zum 2. Vorsitzenden durfte unser Youngster Moritz Mouhlen schon zur Tat schreiten. Das 5. Bündnistreffen stand bevor, und mit diesem Treffen gleichzeitig eine hochinteressante Agenda. 180 Vereine haben mittlerweile die Mannheimer Erklärung unterschrieben und sich für ein Zusammenleben in Vielfalt entschieden. Dennoch gab es in der Vergangenheit Veranstaltungen, deren Inhalt sich nach eingehender Prüfung gegen die Mannheimer Erklärung richtete.

img_80241Wie gehen wir damit um? – Wie verhalten wir uns? – Soll es ein Prüfungsgremium geben? – Musste das Programm der ALFA-Partei „Typisch Deutsch – typisch Arabisch“ – mit Verweis auf das in Frankreich vorhandene Konzept der ethnokulturellen Identität – wirklich ausgeschlossen werden?“ – Eine richtig spannende Veranstaltung wartete also auf unseren Moritz gleich in seiner ersten Woche als 2. Vorsitzender im Mannheimer Stadthaus.

img_80131Der Integrationsbeauftrage Claus Preißler, sowie Andreas Schmitt von der Abteilung für Integration und Migration der Stadt Mannheim stellten diese Fragen heute Abend zur Diskussion. Die anwesenden Bündnispartner setzten sich gleich darauf in Kleingruppen sowohl kontrovers als auch konstruktiv mit diesen Themen auseinander. Im Anschluss an die „heiße“ Diskussion, bei der die Meinungen angefangen von „Demokratie muss auch etwas aushalten können!“, bis hin zu dem „sofortigen Ausschluss“, ganz weit auseinandergingen, referierte Frau Löffler über das Thema Ethnopluralismus.

img_80281Der Ethnopluralismus ist eine theoretische Konzeption, die den Rassismus neu definiert. Die Theorie beschreibt einen „Rassismus ohne Rassen“, durch eine Verkündung von Völkervielfalt. Ethnopluralisten gehen ebenfalls davon aus, dass bei Menschen biologische und nicht veränderbare Eigenschaften determiniert sind; eine Theorie, die vielleicht für ihren eigenen geschlossenen Kreis von Verbündeten vielleicht sogar zutreffend sein könnte.

img_80261Des Weiteren sind sie der Überzeugung, dass Völker unveränderliche kulturelle Identitäten besäßen, und dass sie deshalb die eigene Kultur vor fremden Einflüssen schützen müssten. So ist der Ethnopluralismus ebenfalls eine Form eines ausgrenzenden Nationalismus, weil die eigenen Identität und Nationalität höher bewertete wird, als die fremde, wie zum Beispiel in den bekannten Slogans „Deutschland den Deutschen, oder die Türkei den Türken“

img_80231Nach Frau Löfflers Vortrag gingen die Gruppen erneut miteinander ins Gespräch, und gleich darauf auch in die Pause. Hier zog natürlich unser 2. Vorsitzender die Aufmerksamkeit ein wenig auf sich. Und auch wenig später, bekam Moritz sehr viel Anerkennung und Motivation von den Anwesenden. „Du wirst sehen, wir machen dich richtig gut!“, so Kooperationspartnerin Fouzia Hammoud, und auch Jens Flammann, der Leiter der Mannheimer Stadtevents motivierte unseren 8-Klässler dazu, sich an der Diskussion zu beteiligen und seine Gedanken und Meinungen einzubringen.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde es zunehmend komplexer, denn es wurde darüber gesprochen, wie ein Prüfungsverfahren für Vereine oder Veranstaltungen aussehen könnte, die gegen die Mannheimer Erklärung verstießen. Hier hatte Andreas Schmitt zwei Modelle ausgearbeitet. Ein einfaches und ein komplexes Modell. Diese stellte er nun den Bündnispartnern vor.

img_80211Auf die Unterschiede dieser beiden Modelle wollen wir hier jetzt nicht eingehen, denn das würde unter Umständen eine Überforderung für unsere Leser darstellen, aber ein Schlusszitat unseres Vorsitzenden Alexander Höfer wollen wir hier doch noch aufführen: „Bei Konfliktsituationen gilt: Je komplexer und komplizierter die Methode, desto schwieriger ist es, den Konflikt zu lösen. Also je einfacher die Methode, desto besser. Mir ist selbst dieses einfache Modell noch viel zu kompliziert!“

img_80141„Dann machen Sie bitte einen Vorschlag wie es einfacher gehen könnte?“, so Claus Preißler, worauf unser Vorsitzender antwortete, dass er das jetzt spontan nicht könnte, weil er diese vielen Informationen erst einmal über Nacht verarbeiten müsse, und sich dann, wenn ihm etwas einfiele natürlich melden würde.

Zum Ende wurde dann darüber entschieden welches der img_80171beiden Verfahren nun weiter verfolgt, bzw. weiterentwickelt werden sollte. Dazu bat Herr Preißler alle Bündnispartner aufzustehen, die bereits die Mannheimer Erklärung unterschrieben haben, weil nur diese abstimmungsberechtigt waren. Da jeder Bündnispartner nur eine Stimme besitzt, und einige, so wie wir, mit zwei Verantwortlichen anwesend waren, musste sich einer wieder setzen.

Hier wollte unser Moritz schon Platz nehmen, als ihm unser Vorsitzender zu verstehen gab, dass er sehr gerne die Stimme für den ANIMUS KLUB abgeben darf. So setzte sich unser Vorsitzender und überließ diese Aufgabe unserem Jungspund, der sich sehr geehrt fühlte für uns die einfache Methode zu befürworten.

 

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ANIMUS KLUB

„Was ihr als Jugendliche entscheiden könnt, das sollt ihr auch entscheiden dürfen!“ – (Dr. Gregor Gysi)

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