(589) Vierer schreiben ist Scheiße! – (1)


Sozialpädagoge Alexander Höfer referierte in einem Workshop darüber, wie man richtig lernt, und wie unser Gehirn eigentlich Lerninhalte verarbeitet und abspeichert!

„Schule macht nur Spaß, wenn man gute Noten hat?“ – Aber was sind überhaupt die Grundvoraussetzungen dafür, damit Schüler gute Noten schreiben können? – Ist es der IQ? – Ist es der persönliche Wille gut zu sein? – Sind es die Eltern und deren Unterstützung? – Oder kann überhaupt jedes Kind richtig lernen und ein guter Schüler werden? – Gibt es ein Lerngeheimnis? – Diese und noch viel mehr wichtige Fragen, stellte und beantwortete unser Vorsitzender Alexander Höfer uns und unseren Eltern in dem speziellen, fast achtstündigen Workshop „Vierer schreiben ist Scheiße!“

„Ich bin doch nicht blöd und setze mich stunden-, oder vielleicht auch tagelang hin und lerne für eine Arbeit, um dann eine Vier zu schreiben! – Das macht nicht wirklich viel Sinn, und ist auch ein sehr schlechter Lohn für meinen zeitlichen Arbeitsaufwand, den ich dafür investiert habe!“, so Alexander Höfer.

„Wie schreibt man aber jetzt gute Noten und das am besten in jedem Fach?“ – Diese interessante Frage weckte doch ein sehr großes Interesse bei unseren Kindern und Eltern, und so besuchten sie sehr gerne an einem Sonntag diesen Workshop, den unser Vorsitzender, ähnlich wie eine Universitätsvorlesung aufgebaut hatte, mit dem einzigen Unterschied, dass diese von der ersten bis zur letzten Minute für Kinder ganz klar verständlich und auch ziemlich spielerisch und methodisch abwechslungsreich aufgebaut war.

Gleich vorweg „Wissen und Können“, sind zwei ganz unterschiedliche Dinge, genauso wie „Lernen, und die Lerninhalte verinnerlicht, also abgespeichert und gelernt zu haben.“ – „Erst wenn wir das Wissen tatsächlich anwenden können, haben wir etwas gelernt! – Vorher ist es wertlos“, so Alexander Höfer, der als ehemaliger Hauptschüler heute nicht nur in Besitz eines Diploms, sondern auch einer kaufmännischen Ausbildung ist, parallel dazu mehrere außergewöhnliche und sehr schwere Fremdsprachen auf einem sehr hohen Niveau erlernt hat, und auch in den musischen und motorischen Bereichen, Musik, Film, Kunst, Theater, Kochen und Sport erstaunliche Fähigkeiten vorweisen kann, und uns so auch seine persönlichen Erfahrungen, und sehr viele Anregungen und Tipps zum richtigen Lernen weitergeben konnte.

Das Wissen, dass das Buch Prowadź swój pług przez kości umarłych von Olga Tokarczuk ein polnisches Buch ist, nützt mir nicht viel, wenn ich es nicht lesen kann. Erst, wenn ich dieses Buch auf Polnisch lesen kann und verstanden habe, was ich gelesen habe, und euch darüber erzählen kann, wird aus meinem anfänglichen Wissen auch ein Können. Erst dann habe ich etwas gelernt, nämlich richtig gut Polnisch!  

Aus diesem Grund ging es unserem Vorsitzenden in dem Workshop auch nicht primär darum, wie wir gute Noten schreiben können, sondern sein Fokus richtete sich eher darauf, was wir tun müssen, um aus unserem vorhandenen Wissen und unseren Interessen, ein Können, sprich, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu machen.

Die Betonung liegt auf „machen“. Das Machen, bzw. der Wille es zu tun, ist die wichtigste Grundvoraussetzung für einen Schüler etwas zu lernen. „Wo ein Wille ist, sind auch immer Wege. Aber wo kein Wille ist, findet sich am Ende auch kein Weg und meistens nur ein Abgrund!“

Es ist aber wesentlich einfacher etwas Schlechtes richtig schlecht oder noch schlechter zu machen, als etwas Gutes richtig gut. (Zitat: Alexander Höfer) Um das Schlechte richtig schlecht zu machen, dafür bedarf es keinerlei Wissen, keines Könnens und keiner Bildung. Um etwas Gutes jedoch richtig Gute zu machen, benötigt man sehr viel Fleiß, Geduld, Liebe, Motivation, Muße, Passion, sowie eine gehörige Portion Durchhaltevermögen und Disziplin. Aber vor allem auch Zeit. Wer etwas erreichen möchte, muss sich die Zeit dafür nehmen.

Deshalb erklärte uns unser Vorsitzender in der zweiten Stunde, wie wir unsere Zeit zum Lernen richtig einteilen können, und ging insbesondere auf die „Zeiträuber“ ein. Die allergrößten „Zeiträuber“, die derzeit unsere Kinder unmittelbar vom Lernen abhielten, bzw. ihnen die Konzentration auf das Lernen fast vollständig raubten, seien ohne Zweifel die Medien, allen voran das Handy. In diesem Zusammenhang rückte natürlich auch das Thema „Wie funktioniert eigentlich unser Gehirn, und wie verarbeitet es Lerninhalte“ immer weiter in den Mittelpunkt des Workshops.

Insbesondere die linke Gehirnhälfte wird tagtäglich mit so vielen Informationen überhäuft oder besser gesagt bombardiert, dass sie kaum mehr in der Lage ist zu selektieren, welche Informationen oder Lerninhalte jetzt wirklich wichtig für uns, unser Leben und unser Lernen sind, und welche absolut unwichtig.

Neben der medialen Sintflut, die insbesondere die linke Gehirnhälfte überhaupt nicht zur Ruhe kommen lässt, verhungert bei sehr vielen Kindern die rechte – die musische Gehirnhälfte – spürbar und schmerzhaft. In vielen Familien wird nicht mehr zusammen gespielt, nicht mehr gebaut, nicht mehr gemalt, nicht mehr gesungen, nicht mehr geschrieben, nicht mehr gelesen. Viele Kinder erforschen auch nicht mehr die Natur und ihre nähre Umwelt, usw.

Beides zusammen, also die absolut überforderte, um nicht zu sagen total gestresste und sich in Dauerrotation befindliche linke Gehirnhälfte, sowie die großteils beschäftigungslose und verhungernde rechte Gehirnhälfte, die im übertragenen Sinne regelrecht außer sich vor Wut ist, weil sie so gut wie keinerlei Input zum Abspeichern bekommt, und auch ansonsten nicht wirklich angefordert wird, haben zur Folge, dass mittlerweile viele unsere Kinder weder etwas lernen wollen, noch Fähigkeiten und Fertigkeiten entwickeln können. Dieser traurige Allgemeinzustand des Gehirns ist für unseren Vorsitzen Alexander Höfer auch ganz klar eine Hauptursache für die drei kommerziellen Modekrankheiten, ADHS, LRS und HKS

Eine weitere sehr wichtige Grundvoraussetzung dafür, ob Kinder später fleißige oder faule Schüler werden, hängt davon ab, ob sie in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen. Die Fähigkeit Entscheidungen treffen zu können, ist sehr wichtig im Leben, und zwar in allen Lebensbereichen. Jeder von euch entscheidet selbst, ob er nun eine Stunde lang mit seinen Freunden chattet, bzw. ein Handyspiel daddelt, oder ob er diese Zeit dafür verwendet die Vokabeln noch einmal durchzuarbeiten, bzw. alle Rechenaufgaben, die er nicht verstanden hat, so lange zu rechnen, bis er sie wirklich kann. Wissen, worauf es ankommt, Priorität und Ziele setzen, sich Zeit nehmen und Entscheidungen treffen, bilden wichtige Grundlagen für das Lernen. Wer diese Dinge nicht beherzigt, der wird weder gute Noten schreiben, noch etwas richtig gut lernen, bzw. erlernen können. Was sonst noch alles notwendig ist, um ein guter Schüler zu werden, oder aus Wissen ein richtig gutes Können zu machen, das erfahrt ihr im zweiten Teil unserer Reihe „Vierer schreiben ist Scheiße!“

Bilder: Alexander Höfer

 

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