(624) CYBERCRIME


Betrug via Internet! – Dubiose Call-Center-Anrufe! – und raffinierte Phishing-Mails! – Kriminalhauptkommissar Michael Brand vom Dezernat 51 informierte über die aktuelle Situation des Cybercrimes!

Knapp zwei Wochen nach unserer sehr wichtigen Veranstaltung „Gemeinsam gegen Mobbing“ in Zusammenarbeit mit Reiner Greulich von der Mannheimer Kriminalprävention und Fouzia Hammoud vom Arabischen Haus, informieren wir euch nun über das verwandte Thema „CYBERCRIME“. Verwandt auch deshalb, weil gerade in diesen beiden Bereichen Mobbing und Internetkriminalität die wenigsten Delikte überhaupt zur Anzeige kommen, und sie dadurch leider auch die geringste Aufklärungsquote besitzen.

Gerade mal 7% der Eltern wissen, dass ihre Kinder in der Schule oder in ihrer Freizeit von Kammeraden gemobbt werden. Da aktuell 30% unserer Kinder schon einmal Opfer von Mobbing geworden sind, oder regelmäßig Opfer von Mobbing werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Eltern über das große Leid ihrer Kinder nicht wirklich Bescheid wissen, mit 93% also traumatisch hoch. 

Laut der aktuellen Kriminalstatistik der Polizei, ist die Anzahl der erfassten Straftaten deutschlandweit zwar insgesamt um 3,6% gesunken. Die Internetkriminalität verzeichnet jedoch ein Zuwachs von 1,8%. Die Aufklärungsquote liegt gerade mal bei knapp 40%.

Grund genug für den Verein SicherHeid, der übrigens in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert, eine präventive Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Heidelberger Stadtbibliothek durchzuführen, und die Bevölkerung über die neusten Erkenntnisse in diesem Bereich zu informieren.  

Michael Brand, Polizeihauptkommissar und Cybercrime-Experte vom Heidelberger Dezernat 51 ist spezialisiert auf Internetkriminalität und gab uns in seinem Vortrag nicht nur einen tiefen Einblick in die Entwicklung dieser kriminellen Branche, sondern machte den interessierten Besuchen auch deutlich wie schwierig es für die Polizei eigentlich ist die jeweiligen Täter überhaupt ausfindig zu machen, geschweige denn dingfest.

Die Täter lassen sich überwiegend in zwei Gruppen einteilen. Zum einen sind es  Einzeltäter, die über ein enormes Computerwissen und exzellente Hackerfähigkeiten verfügen, zum anderen sind es organisierte Verbrecherbanden. Dadurch, dass die Täter generell falsche Identitäten verwenden und ihre Angriffe meist über ausländische Server oder Drittserver durchführen, lassen sich ihre IP-Adressen im Nachhinein nur sehr schwer von der Polizei ermitteln.

Ein sehr beliebtes Mittel für den Betrug und das Ausspionieren von Daten sind Trojaner und hochprofessionelle Phishing-Mails. Als Beispiel: „Sie erhalten eine absolut glaubwürdige E-Mail von Ihrer Bank, mit der Information, dass irgendetwas mit ihren Zahlungseingängen nicht stimmen würde, oder dass Ihre Bank den Zahlungsverkehr aufgrund von Betrügereien sicherer machen möchte, und bittet Sie in diesem Zusammenhang zur Sicherheit noch einmal Ihre Passwörter und Pins einzugeben. Diese Fake-Mails sind in aller Regel so täuschend echt, dass selbst sogar der Cybercrime-Spezialist Michael Brand beinahe einmal auf eine solche Botschaft reingefallen wäre.

„Stellen Sie sich vor, Sie erwarten gerade eine Paketsendung, und dann finden Sie eine Benachrichtigung von der DHL in ihrem E-Maileingang, dass sie zur Sicherheit noch einmal ihre Zugangsdaten angeben sollen!“

Diese gefakten E-Mail-Adressen sind aufgrund der echten Logos und der absolut glaubwürdigen Betreffs, sowie der überzeugenden Inhalte täuschend echt. Selbst wenn Sie die Mail öffnen haben Sie das Gefühl, dass es sich tatsächlich um das Portal des Anbieters, in diesem Fall, der DHL handelt. Tatsächlich befinden Sie sich jedoch auf der Seite des Hackers, der nur darauf wartet, dass Sie auf den Schwindel reinfallen. Wenn Sie nun ihre Daten freigeben, dann hat der Hacker automatisch Zugriff auf alle Daten und natürlich auch auf alle Ihre Bankkonten. Internetbetrüger werden immer raffinierter. 

Deshalb gilt: Keine Anbieter, weder Amazon, Paypal, DHL oder Ihre Bank melden sich via E-Mail oder verlangen Zugangsdaten, Passwörter oder Pins noch einmal als zusätzliche Sicherheit von Ihnen. Öffnen sie keine Anhänge von dubiosen Mails. Am besten klicken Sie mit ihrer Maus sofort auf „Löschen“, sobald Sie eine solche Mail in Ihrem Postfach vorfinden.

Eine weitere ganz neue und absolut abgebrühte Masche sind aktuelle die Microsoft-Anrufer. Der nervige und auch unlautere Telefonterror, der schon seit gut 10 Jahren von dubiosen Call-Center-Agenturen mit falschen Telefonnummern durchgeführt wird, um den Opfern, meist ältere Menschen, entweder Glücksspielabonnements oder Gewinnspielteilnahmen zu verkaufen, erfährt einen neuen Zenit. Am Telefon befindet sich nämlich angeblich ein Mitarbeiter von Microsoft, oder von Ihrer Bank, der Ihnen mitteilt, dass entweder etwas mit ihrem PC, oder mit ihren Zahlungseingängen nicht in Ordnung wäre. In diesem absolut glaubwürdigen Gespräch macht der falsche Mitarbeiter Ihnen dann deutlich, dass er unbedingt Ihre Zugangsdaten oder Ihre Pin-Nummer benötigt, um diesen Fehler zu beheben und den PC oder die Zahlungsvorgänge wieder sicher zu machen. Damit nicht genug. Aufgrund der Technik ist es sogar möglich, dass auf dem Display ihres Telefons die Nummer Ihrer Bank erscheint. So schöpfen Betroffene überhaupt keinen Verdacht, dass es sich bei dem Anrufer um einen Betrüger handeln könnte.

Michael Brand machte in diesem Zusammenhang auch auf die gefährlichen Verschlüsselungstrojaner aufmerksam mit dem die Betrüger ihre Opfer erpressen. Ist der PC mit diesem Trojaner infiziert, ist es für den Nutzer unmöglich auf seine Daten zuzugreifen. Erst nach Zahlung einer bestimmten Summe auf ein Konto, oder dem Bezahlen von Bit-Coins schaltet der Hacker den PC wieder frei.

Der Kriminalhauptkommissar riet daher ganz dringend die wichtigsten Daten, Bilder oder Unterlagen regelmäßig, also jeden Monat als Back-Up abzuspeichern, und sich auf gar keinen Fall einer Erpressung zu beugen.

Gegen Ende seines Vortrages gab er den Besuchern noch wichtige Informationen zu einer Masche die sich „Sex-Torsion“ nennt, und es wurde ausgiebig über das Darknet geredet, ein Netzwerk, in dem jeder weltweit, anonym und unerkannt vor allem illegale Gegenstände und Substanzen entweder verkaufen oder käuflich erwerben kann. Michael Brand und seinen Kollegen wird also die Arbeit in den nächsten Jahren nicht ausgehen.  

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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