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Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!
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(768) Die Bildübersetzungsmaschine

Die düsteren Gesichter der E-Sport-Events – Die SS-Zeitmaschine in UCHRONIA und die Platin-Palladium-Mischtechnik! – PORT25 präsentiert die Sieger des Mannheimer Kunstpreises der Heinrich-Vetter-Stiftung 2020 in einem sehr kontrastreichen Ambiente in Kombination mit einem genialen Gips-Workshop!

 

„Endlich geht es wieder los!“ – Dieses befreiende Gefühl war bei der neuen Ausstellungseröffnung von PORT25 nicht nur bei den Verantwortlichen, sondern auch unter den Besuchern ganz deutlich zu spüren. Ein Stück Normalität kehrt, zumindest in einem der wichtigsten Lebens- und Lernbereiche, nämlich der Kunst, wieder zurück. Wenn auch nur teilweise. Das Tragen von Masken, verbunden mit dem ständigen ein- und ausatmen verbrauchter Luft, beeinträchtigt natürlich immer noch sehr stark unsere Verweildauer in einer Ausstellung, denn nach knapp 30 Minuten sehnen wir uns regelrecht danach wieder richtig gut durchatmen zu können.

Auch die Besucheranzahl, die gleichzeitig in dem großen Ausstellungsraum der Gegenwartkunst anwesend sein durfte, war auf maximal 45 Personen reduziert. Die immer noch anhaltende CORONA-Zeit, verbunden mit den Ängsten an diesem Virus zu erkranken oder gar zu sterben, hält nach wie vor sehr viele Menschen davon ab, das Haus zu verlassen oder auf kleinere Veranstaltungen zu gehen. So waren dieses Mal bei der Ausstellungseröffnung deutlich weniger Besucher anwesend, als bei der Preisverleihung im letzten Jahr oder bei den Ausstellungen zuvor.

Aus Sicherheitsgründen fand die Eröffnung im Freien auf dem großen Vorplatz zwischen PORT25 und C-HUB statt, was aber für uns nicht wirklich etwas Neues oder Ungewöhnliches war. Auch in der Vergangenheit gab es hin und wieder Ausstellungen, die vor der Türe eröffnet wurden, weil der große Ausstellungsraum so genial mit Kunst gefüllt war, die eine Begrüßung darin nicht wirklich ermöglichte.

Yvonne Vogel, seit dem Wechsel von Stefanie Kleinsorge nach Ludwigshafen, Leiterin des PORT25 begrüßte die Besucher und die politische Prominenz sowie die Vertreter der Heinrich-Vetter-Stiftung ganz herzlich und stellte in ihrer Eröffnungsrede die beiden diesjährigen Gewinner Joscha Steffens und Hannah Schemel vor.

Die beiden Preisträger könnten unterschiedlicher und kontrastreicher nicht sein. So beschäftigt sich der Hauptpreisträger Joscha Steffens mit dem Phänomen, dass sich die gespielte und die inszenierte Gewalt in Kriegsspielen zumindest optisch – auf dem Bildschirm – nicht mehr stark von der Ausübung der realen Gewalt, bzw. dem Führen eines realen Krieges unterscheidet.

In einem Teil seiner Ausstellung präsentiert er beeindruckende Nahaufnahmen von E-Sportlern, die so stark in ihr Kriegsspiel vertieft sind Menschen zu töten, dass deren Blicke bereits einen eiskalten, sehr beunruhigenden und angsterzeugenden Killerinstinkt wiederspiegeln.

Im weiteren Verlauf der Ausstellung präsentiert er in einem dunklen Raum einen Nachbau der SS-Zeitmaschine „Die Glocke“, eine Installation, die er im Rahmen der Begleitung des Projektes UCHRONIA in Estland kennengelernt hatte. In dieser Glocke wurde okkulten SS-Anhänger die Nazi-Ideologie mit speziellem Filmmaterial weiter eingeflößt und auf diese Weise auch ihre Gedanken manipuliert.

Hannah Schemel, die Förderpreisträgerin hingegen, präsentiert im hellen Teil der Ausstellung Naturbilder in Schwarz-Weiß, überzogen mit einer Platin-Palladium-Mischtechnik. Stunden-, manchmal auch ganze tagelang verbringt die Künstlerin im Wald oder am Strand, um dann mit einer analogen Großbildkamera ein ganz besonderes Foto zu schießen. Hierbei ist eine genaue Beobachtungsgabe sehr wichtig, damit sie am Ende so malerische Fotografien zu Papier bringen kann, wie wir sie hier in der Ausstellung bewundern können.

Bürgermeister Michael Grötsch überbrachte genauso wie im letzten Jahr die Glückwünsche der Stadt Mannheim und würdigte in diesem Zusammenhang die Arbeit im Kunstbereich sehr. Frau Dr. Heike Feldmann von der Heinrich-Vetter-Stiftung machte im Anschluss darauf aufmerksam, wie schwierig es jedes Jahr für die Jury sei, die Sieger festzulegen. Zu viele großartige Arbeiten würden eingereicht, und diese Tatsache führe oft zu heftigen Debatten im Team. Dennoch würde die Jury jedes Jahr eine Entscheidung treffen, mit der am Ende jeder Leben könnte.

Die Kuratorin Kim Behm ging dann zum Abschluss noch einmal ganz intensiv auf die beiden Künstler und ihre unterschiedlichen Stile ein, bevor der PORT25 seinen Ausstellungsraum für die Besucher öffnete.

 

Miterzählen Mitgestalten

Erstmals, und das freute vor allem unsere Kids, können wir aus dem PORT 25 auch über einen genialen Kunst-Workshop berichten, der knapp eine Woche später unter der Leitung von der Kunstlehrerin Luisa Lemmert und Teresa Kloos stattfand. Lange Zeit sehnten sich insbesondere unsere Mädchen regelrecht nach einem tollen Kunstworkshop. Auch hier hat das Virus leider seine grausamen Spuren hinterlassen. Alle Museen mussten für einen gewissen Zeitraum sämtliche Veranstaltungen und geplanten Workshops absagen. Gerade für den Kunstbereich, in dem es ja heutzutage immer schwerer wird, Kinder, Jugendliche aber insbesondere Eltern zu erreichen, zu begeistern und zu motivieren aktiv zu malen oder künstlerisch tätig zu werden, hatte der Lockdown ganz fatale Folgen.

Wurden die Museen zumindest vor dem Lockdown noch regelmäßig von Schulklassen besucht, bzw., vereinzelt auch von verantwortungsbewussten Eltern mit ihren Kindern am Wochenende oder in den Ferien, sind die Museen heute so gut wie kinderleer. Dementsprechend freuen sich die Verantwortlichen natürlich jedes Mal sehr, wenn wir als ANIMUS KLUB gleich mit ein paar Kindern vorbeikommen, um die Ausstellungen zu besuchen oder an einem Workshop teilzunehmen.

  

Es ist einfach eine wunderschöne Erfahrung in einem Museum unter professioneller Anleitung Kunst, bzw. eine Ausstellung näher gebracht zu bekommen und im Anschluss daran ein eigenes Kunstwerk zu erstellen. Jeder Workshop ist anders, und in jedem Workshop werden andere Kunstgenres vermittelt.

„Miterzählen – Mitgestalten“ heißt eine neue Veranstaltungsreihe des PORT25, mit der die Verantwortlichen, insbesondere Kindern, durch Lesungen und Workshop, Kunst aktiv vermitteln möchten. Heute, gleich beim ersten Workshop mit dem interessanten Namen „Die Bildübersetzungsmaschine“ wurden die jungen Nachwuchskünstler von der Kunstlehrerin vor eine ganz große Herausforderung gestellt, denn sie sollten sich die Werke von Joscha Steffens und Hannah Schemel zunächst einmal ganz intensiv betrachten, und danach ihre Eindrücke in Gips verewigen.

Mit Gips haben wir nur vor knapp zwei Jahren in der Rudolf-Scharpf-Galerie bei einem Workshop von „Zusammen klappt’s“ gearbeitet. Damals war dieses Unterfangen allerdings etwas leichter zu realisieren, denn es wurden natürliche Elemente in Gips gegossen. Dieses Mal sollten die Kinder ihre Eindrücke und Emotionen mit Gips erstellen, was aufgrund der anspruchsvollen Ausstellung deutlich schwieriger war.

Wir ihr sehen könnt, hat sich unsere Viktoria leider den Arm gebrochen. „Gipsen mit einem Gips“, war also eine weitere Herausforderung, die es am heutigen Tag zu meistern gab.

 

So suchten die Kinder zunächst einmal fieberhaft nach einer Idee, die sich vielleicht in Gips verwirklichen ließ. Insbesondere Samuel, der das erste Mal in seinem Leben heute in den Genuss eines solchen Workshops kam, hatte zu Beginn überhaupt keine Ahnung, was er machen sollte. „Es sei für ihn quasi so gut wie unmöglich hier etwas aus Gips zu erstellen oder eine Idee zu finden!“, so sein Eindruck nach dem ersten Rundgang durch die Ausstellung – Doch die vorhandene Ruhe und die Zeit sowie viel Geduld und Muse, fügten sich auch bei ihm schon nach einer kurzen Zeit zu einer Kreativität zusammen, die er nicht wirklich für möglich gehalten hätte.

Inspiriert von den E-Sportlern erstellte er ein geniales Head-Set und Daniella baute zusammen mit Viktoria ein kleines Gipsmännlein, das eine Mischung zwischen Dr. Honigtau Bunsenbrenner von den Muppets und einem Ampelmännchen darstellte. Dieses Kunstwerk tauften sie am Ende auf den interessanten Namen „Mannuueelll“ – Viel kreativer geht eigentlich nicht mehr.

Wir bedanken uns bei Luisa Lemmert und Teresa Kloos für diesen tollen Nachmittag und wir freuen uns schon auf den nächsten Workshop der Ende August auf uns wartet.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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