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TRUE ROKIN SOUL boten Graffiti-Künstlern und Hip-Hoppern in ihrem Winterspecial „Stiften gehen“ die berühmten vier Flavours! – Jannik Jansen gewinnt 250 Sticker!

     

Seit einigen Jahren veranstaltet die Mannheimer Breaker-Truppe TRUE ROKIN SOUL schon im Jugendkulturzentrum FORUM ihr Event „Stiften gehen“. Die Grundidee war es, über die Winterzeit den Mannheimer Graffitikünstlern eine Plattform zu bieten, ihre Kunst weiter auszuleben und ihre Kreativität zu erweitern. Zusätzlich wollte man auch Hip-Hoppern die Möglichkeit schenken, bei diesem Indoor-Treffen zu tanzen, bzw. interessierten Nachwuchs-DJ’s die Gelegenheit aufzulegen und MC’s zu performen. Sprich die Veranstaltung „Stiften gehen“ verbindet alle vier Flavours der Hip-Hop-Kultur.  

An diesem coolen abendlichen Event nehmen aber nicht die trivialen „NTS-Krickel-Kraksler“, oder die „226-Spritzer“ und auch nicht die „RM-Kritzler“ teil, sondern bei dieser Veranstaltung trifft sich ausschließlich die regionale TOP-Elite dieses Genres, um einen ganzen Abend ihre Ideen zu passender Musik auf Papier zu bringen.

Da wir mittlerweile ein paar Jugendliche haben, die nicht nur fantastisch zeichnen können, sondern auch ein großes Interesse daran haben legal zu sprayen, also eine graue und tristfarbene Betonwand farblich zu verschönern, waren wir das erste Mal bei diesem Treffen dabei. So konnten sich unsere Youngsters nicht nur neue Inspirationen für ihren ganz persönlichen Style holen, sondern gleichzeitig auch neue und wertvolle Kontakte zu richtig guten und erfahrenen Sprayern knüpfen.

Das Verhältnis zu der Graffiti-Kunst ist ja bei der Bevölkerung großteils noch gespalten, was sicherlich auch daran liegt, dass primitive „Tags“ von absoluten „Nix-Könnern“ die Wände in den Städten zieren. Diese trivialen Schmierereien verärgern natürlich zu Recht die Bevölkerung und auch die Verantwortlichen der Stadtverwaltungen. Aber sie sind auch ein Zeichen dafür, dass irgendetwas nicht stimmt, oder eine elterliche, bzw. eine gesellschaftliche Vernachlässigung vorhanden ist. Einige dieser „08/15-Spritzereien“ sind Reviermarkierung von mitunter gefährlichen Jugendgangs, die damit deutlich zum Ausdruck bringen, wer im jeweiligen Bezirk das „Sagen“ hat, andere wiederum, sind ein ernstzunehmender Hilferuf von vergessenen Jugendlichen, die damit unweigerlich zum Ausdruck bringen möchten: „Hey liebe Politiker kümmert euch endlich um uns, und macht endlich etwas für die Jugend!“

Aber es gibt auch Sprayer oder besser gesagt Künstler, die wirklich wunderschöne Bilder oder Styles an die Wand zaubern. Sie verleihen dann einer kalten und grauen Betonwand, oder einer scheußlich-braunen, bzw. giftgrünen Lärmschutzwand ein neues und farbiges Gesicht.

Graffiti ist also eine Kultur, die nach wie vor polarisiert und von vielen Erwachsenen missverstanden oder fehlinterpretiert wird. So stellt das illegale Sprayen nach wie vor eine Straftat dar, unabhängig davon, ob das, was der Sprayer gerade an die Wand sprüht, wesentlich schöner ist, als das nackte Grau, das die Wand aktuell ziert.

Kulturoffene Städte oder Einrichtungen, wie zum Beispiel Mannheim und das Jugendkulturzentrum FORUM stellen daher jedes Jahr Flächen und ganze Häuserwände zur Verfügung, damit junge Künstler die urbane Tristesse der Stadt LEGAL farblich veredeln können.

So zelebrieren die Verantwortlichen von TRUE ROCKIN SOUL in regelmäßigen Abständigen im FORUM „MC-ing, DJ-ing, Breaking und Graffiti“, getreu dem Vorbild der New-Yorker Blockbarries, die vier Elemente des Hip-Hops in Reinkultur.

     

Über den gesamten Abend gaben sich dementsprechend auch ganz bekannte Graffitigrößen die Ehre ihr Können nicht nur zu zeigen, sondern auch an Nachwuchskünstler weiterzugeben. Aus erster Hand, also von Profis, erfahren, wie man bestimmte Schattierungen oder „Tags“ besser umrahmt oder gestaltet und wie man eine Skizze so anfertigt, dass man sie später auch sprayen kann, ist eigentlich eine unbezahlbar wertvolle Erfahrung, wenn man sich für dieses Genre interessiert.

Deshalb hat es uns sehr gefreut mit Amour, Basco, Hombre, Perez und Mism mal an einem Tisch zu sitzen, und ihnen beim Anfertigen einer Skizze über die Schulter schauen, und von ihnen lernen zu können. 

Musikalisch begleitet wurde die Session von DJ Vunky Lao und DJ Lunatic. Das Breaking und Performing übernahm an diesem Abend MC Arno, der sowohl zu den Beats akrobatische Künste vollführte, als auch wenig später am Mikro Deutsch-Rap zum Besten gab.

      

Höhepunkt der Veranstaltung war dann kurz nach 24.00 Uhr die Verlosung. Hier gewann unser Jannik völlig überraschend 250 Sticker. Wir sagen Danke für diesen tollen und ideenreichen Abend und freuen uns schon aufs nächste Mal. 

 

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