(367) 25 Jahre KROATIEN


Deutsch-Kroatische Gesellschaft feierte die 25-jährige Unabhängigkeit Kroatiens mit einem traditionellen Festbankett und würdigte das Leben und das Werk des Seligen Kardinals Alojzije Stepinac!

      

Beim 6. Mannheimer Bündnistreffen haben sich Alexander Höfer und Dr. Melani Nekić von der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft in einer Projektgruppe kennengelernt. Verblüfft darüber, dass unser Vorsitzender relativ fließend und nahezu akzentfrei Kroatisch spricht, lud ihn die völlig verblüffte Dozentin für Wirtschaftsenglisch spontan zu der 25-jährigen Jubiläumsfeier STEPINCEVO ein.

Die Deutsch-Kroatische Gesellschaft ist noch ein sehr junger und kleiner Verein, und setzt sich für Toleranz und das Zusammenleben zwischen den deutschen und den kroatischen Mitbürgern ein. Mit öffentlichen Veranstaltungen möchten die Verantwortlichen die Kultur Kroatiens der hiesigen Bevölkerung näherbringen, und gleichzeitig auch die Integration von neueingereisten kroatischen Bürgern erleichtern. Dementsprechend stehen auch beide Sprachen „Kroatisch“ und „Deutsch“ im Mittelpunkt des Vereinslebens.

So war es für unseren Vorsitzenden ein sehr schöner Moment nach über 15 Jahren wieder mal einen ganzen Abend lang eine Sprache zu sprechen, die er einst zusammen mit sehr guten Freunden und in der Kroatischen Schule in Heidelberg erlernt hatte. 

„Bog! – Dobro došli – Dobra Večer – Koliko košta ulaz? – Deset euro! – U redu!“ – Bereits die freundliche Begrüßung am Eingang versetzte Alexander Höfer zurück in die Neunziger, wo es in Heidelberg noch eine Kroatische Schule und einen kleinen Kroatischen Freundeskreis gab. So konnte es sich unser Vorsitzender auch nicht nehmen lassen, den Kindern am Eingang ganz humorvoll auf Kroatisch „Guten Appetit“ zu wünschen, weil sie Tonnen von Chips vor sich auf dem Tisch stehen hatten. „Damit es nicht langweilig wird, und damit ihr nicht verhungert…!“

Auch wenn die Deutsch-Kroatische Gesellschaft noch sehr klein ist, stand ihren Verantwortlichen in der letzten Woche dieses große Fest ins Haus. 25 Jahre ist es bereits her, dass Kroatien seine Unabhängigkeit vom einstigen Jugoslawien erhielt, oder besser gesagt, sich diese Unabhängigkeit blutig erkämpfte. Der damalige Krieg ist aber bis heute noch in sehr schlechter Erinnerung geblieben, nicht zu Letzt auch deshalb, weil sich diese tobenden Unruhen kurze Zeit später auch auf Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro und den heutigen Kosovo ausbreiteten.

Der einstige Vielvölkerstaat, der von Staatoberhaupt TITO lange Jahre wie eine Familie zusammengehalten wurde, stürzte urplötzlich in sich zusammen, wie ein Kartenhaus, verbunden mit der traurigen Tatsache, dass diese europäische Region nach der ethnischen Säuberung von Hitlers Spezialeinheiten ein düsteres Déjà-vu erlebte. Unvergessen ist das Massaker von Vukovar, das von den Serbischen Milizen unter der Führung von Slobodan Milosević durchgeführt wurde. Auch das Massaker von Srebrencia, für das einige Jahre später der damalige Oberbefehlshaber Ratko Mladić federführend war, ist ein ganz trauriger und dunkler Moment der Balkangeschichte. Dieser Genozid, der die gesamte Region überschattete, ist bis heute das schlimmste europäische Kriegsverbrechen nach dem Holocaust des Zweiten Weltkriegs.

Aus diesem Grund wollten die Verantwortlichen der Deutsch-Kroatischen Gesellschaft nicht nur an diese traurigen Ereignisse zurückerinnern, sondern in diesem Zusammenhang gleichzeitig das Leben und das Werk des Kardinals und Märtyrers Alojzije Stepinac würdigen.

Eröffnet wurde die Feier von Damir Perić auf Deutsch und Dr. Melani Nekić auf Kroatisch. Beide machten in ihrer Rede noch einmal auf die Ziele des Vereins aufmerksam, und legten damit den Grundstein für die beiden Vorsitzenden Marija Kopić und Ilija Peran, die gleich im Anschluss daran die Besucher auf das Herzlichste begrüßten. Danach betrat der Katholische Seelsorger des Klinikums Ludwigshafen Mijo Ikić die Bühne. Dieser hatte eine würdevolle Rede über den Kardinal sowohl auf Kroatisch als auch auf Deutsch vorbereitet.

      

Der 1930 von Papst Pius XI zum Priester geweihte und 1934 zum Bischoff Koadjutor ernannte Alojzije Stepinac, leistete jahrelang massiven Widerstand gegenüber Tito, der vehement versuchte die Katholische Kirche von Rom abzuspalten, um daraus eine eigenständige Kroatische Katholische Kirche zu machen.

Unsterblich geblieben ist sein Zitat: „Jeder Mensch, ohne Rücksicht auf Rasse, Nationalität, ohne Rücksicht auf andere Unterschiede, trägt in sich den Stempel des lebendigen Gottes, des Schöpfers, und hat demzufolge seine individuellen Rechte, die niemand antasten und niemand mit Gewalt eingrenzen darf.“

1946 wurde Alojzije Stepinac dann von einem Kommunistischen Gericht zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Entlassung erlebte der Kardinal allerdings nicht mehr, denn er verstarb 1960, also zwei Jahre vor Ende seiner Haftstrafe. Stepinac blieb stets seinem Glauben treu, und betete während seiner Inhaftierung sogar für seine Peiniger um deren Vergebung.

1998 wurde Stepinac von Papst Johannes Paul II selig gesprochen. Im letzten Jahr rehabilitierte das Kroatische Bezirksgericht den Kardinal von jeglicher Schuld, womit nun die Möglichkeit besteht, diesen tapferen Helden in Rom heiligsprechen zu lassen. Die Formalitäten sind bereits auf den Weg gebracht, und der Diplomtheologe und Pastoralreferent Mijo Ikić wünschte sich sehr, dass sich dieser mutige Mann, der ja aus der Mitte der kroatischen Bevölkerung stammte, bald zu den Heiligen zählen darf.

Auch der Kroatische Konsul aus Stuttgart Herr Zlatko Kožuhar gab sich an diesem Abend die Ehre den Gästen seine Grüße und besten Glückwünsche entgegenzubringen, und würdigte in seiner Rede das große Engagement der Verantwortlichen für diese Jubiläumsveranstaltung.

Ein kleines Interview mit dem 2. Vorsitzenden Ilija Peran über die Matica Hrvatska – die Mutter Kroatiens – beendete den offiziellen Teil der Veranstaltung und leitete über in den musikalischen und unterhaltsamen Abschnitt des Abends. Hierfür hatten die Verantwortlichen das Trio „CRO-FACE akustik“ engagiert. Das Trio, um die Musiker Zeljko Marić (Zeka) – Gesang und Klavier, Milenko Luketina (Miki) – Gitarre – und die Sängerin Tereza Golemac (Seki) spielte fortan einen ganzen Abend bekannte kroatische und deutsche Schlagerpopmusik.

Das Trio hat schon viele Jahre Erfahrung und brachte auch sehr schnell einen Teil der Besucher in beste Tanzstimmung und Polonaise-Laune durch den ganzen Saal.

      

Auch für das leibliche Wohl wahr bestens gesorgt. So hatten die Verantwortlichen als kulinarische Spezialitäten „Pečenica“ – Spanferkel – und „Sarma“ – Krautwickel vorbereitet. Mit dem Appetit meinten es die Kroaten an diesem Abend wirklich sehr gut, denn die Portionen waren so riesig, dass das bildschöne und richtig leckere Kuchenbüffet auch noch gegen Ende ein absoluter Hingucker war, und als kleines Dankeschön an die Gäste zum „Mit-nach-Hause-nehmen“ verabreicht wurde.

Wir sagen Dankeschön für diesen tollen und wieder einmal etwas ganz anderen Abend, einen Abend bei dem unser Vorsitzender Alexander Höfer eine Baisis für eine neue Koopertation legen konnte. Puno Hvala.

 

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