(257) PEÑA


Das Alte Volksbad lud auf ihrer Interkulturellen Bühne zur „Peña Latina“ ein und bot eine besondere lateinamerikanische Salatmischung aus Musik, Lyrik und Comedy!

IMG_9576Peña „Der Salat“ – So nannte sich die Veranstaltung, die wir in der letzten Woche im Alten Volksbad der Mannheimer Neckarstadt besuchten. Dass es an diesem Abend nicht wirklich um eine Salatparty im eigentlichen Sine ging, sondern, dass der Begriff „Salat“, als Synonym für die gesunde Mischung aus Musik, Lyrik und Comedy verwendet wurde, erfuhren wir erst ein paar Tage zuvor. Dennoch freuten wir uns aus zweierlei Hinsicht sehr auf diesen Event. Zum einen, IMG_9568gehören ja sowohl eine bunte Mischung als auch eine große Vielfalt zu unserem abwechslungsreichen Programm genauso dazu, wie der Fußball zum Fußballspielen; zum anderen, haben wir interessanter Weise gerade aus Südamerika, genauer gesagt aus Peru und Chile wöchentlich mehr Besucher auf unserer Homepage, als aus unserer Heimatgemeinde Nußloch (!?!). So war es an der Zeit auch einmal diese Länder stärker in den Fokus unseres Programms zu rücken.

IMG_9575Die Peña, oder zu Deutsch, der Literatur- bzw. Fanzirkel, stammt ursprünglich aus Argentinien und ist aus verschiedenen Kulturen hervorgegangen. Seit den Dreißigerjahren ist es eine Veranstaltung, die sich weit über die Grenzen Argentiniens hinaus, einer sehr großen Beliebtheit erfreut. So kennt man die Peña auch in Chile, Peru, Ecuador und Venezuela. Das Besondere an ihr ist eine Offenen IMG_9582interkulturelle Bühne, die jeder Besucher spontan betreten darf, um etwas aufzuführen.

Seit nunmehr sechs Jahren organisiert Emiliano Trujillo schon zusammen mit seinem Kollegen Jürgen Torunsky einmal im Monat die Peña im Alten Volksbad, die heute unter dem Motto „Lateinamerika“ stand. Ziel sei es, so die beiden Verantwortlichen, den Menschen Lateinamerika einmal anders zu präsentieren, als die IMG_9603Medien, die ja häufig nur dann über diese Länder berichten, wenn irgendwelche schrecklichen Katastrophen passiert sind.

So stand der heutige Abend ganz im Zeichen der traditionellen Musik – der Folklore – der lateinamerikanischen Länder, und deren großen Vertretern des Schöngeistes und Humors. Dementsprechend beteiligten sich bei diesem Event neben der Geschichtswerkstatt des Alten Volksbades auch der Verein ABYA YALA – Asocación de trabajatores de la Cultura – und IMG_9585das Eine-Welt-Forum, die jeweils mit Vertretern vor Ort waren.

„Proppevoll“ präsentierte sich der kleine, aber sehr gemütliche Veranstaltungssaal des Alten Volksbades am heutigen Abend. Ganz nach südamerikanischer Tradition begann die Peña nicht wirklich pünktlich, auch deshalb nicht, weil die Zeiten des Beginns in den Zeitungen (19.30 Uhr), auf den Einladungsflyern (20.00 Uhr) und im Internet (19.00 Uhr) ein wenig divergierten.

IMG_9588„Irgendwie sind wir doch ganz pünktlich, wenn wir um 19.45 Uhr anfangen!“, scherzte Emiliano Trujillo mit seinem temperamentvollen südamerikanischen Humor bei seiner Begrüßung. Nach den kurzen Ansprachen und Danksagungen der Vorstände und Verantwortlichen der Kooperationspartner, startete der Abend mit akustischer Musik.

IMG_9594Hierfür betrat Juan Mirande vom ABYA YALA die Bühne, und präsentierte uns klassische Folkloretitel, deren Inhalte sich um Land und Leute, aber auch um lustige Gegebenheiten drehten. Neben der verlorenen Liebe, stand auch das Lied des kleinen Trinkers auf seiner Setliste.

IMG_9599Innerhalb seiner kleinen Show stellte uns Juan Mirande auch ein Charango vor. Das Charango ist ein kleines gitarrenähnliches Zupfinstrument, das teils aus dem getrockneten Körper eines Beuteltieres, teils aus Holz besteht. Es kann, je nach Typ, eine unterschiedliche Anzahl von Saiten haben. Das Charango hat aufgrund seines kleinen Resonanzkörpers einen völlig anderen Klang als die Gitarre, und wird auch ein wenig IMG_9602anders gespielt. Die Saiten werden oft flamenco-ähnlich geschlagen, statt gezupft, was einen unglaublich freudigen Rhythmus erzeugt, wie uns das auch Juan Mirande ganz eindrucksvoll vorführte.

IMG_9573Im Anschluss an dieses musikalische Vorspiel, trug Emiliano Trujillo dann ein sehr persönliches Gedicht aus seinem Leben vor, und machte in diesem Zusammenhang auf die Ausstellung aufmerksam, die heute neben seinen eigenen Bildern, auch Gemälde von lateinamerikanischen Malern enthielt.

Nun war es Zeit für die erste kleine Pause. Da der heutige Abend ganz im Zeichen Lateinamerikas stand, gab es auch allerlei Spezialitäten aus den einzelnen Ländern zu essen und zu trinken. So durften wir einige neu Gerichte, wie zum Beispiel, die wie Weihnachtgeschenke verpackten HUMITAS – eine feurige Maisspezialität aus Chile, sowie die Getränke API – eine lila Maisgetränk – und CAYPI – einen alkoholfreien Cocktail – kennenlernen. Zusätzlich durften wir uns Mate Tee mit nach Hause nehmen. Dafür sagen wir nochmals ganz herzlichen Dank.  

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Nach dieser erfahrungsreichen Pause im kulinarischen Bereich, folgte der literarische Teil der Peña, vorgetragen von Francisco Mendez Rodriguez auf Spanisch und Jürgen Torunsky auf Deutsch. Hierfür suchte sich das zweite Vorstandsmitglied von ABYA YALA die lyrischen Gedichte „Pequeña America“ – (Das kleine Amerika) und „La pobreza“ – (Die Armut) – von Pablo Neruda heraus, welches wir euch hier auf Deutsch vorstellen wollen. 

 

Die ARMUT von Pablo Neruda

 

Ach, du magst nicht,

dich erschreckt die Armut.

Du magst nicht mit zerrissenen Schuhen zum Markt gehen

und heimkommen mit dem alten Kleid.

 


Liebe.

Wir lieben nicht, wie es die Reichen möchten.

Das Elend.

Wir werden es ausrotten, ausreißen wie einen üblen Zahn,

der bis heut‘ das Herz des Menschen geplagt hat.

 


Aber ich will nicht, dass du die Armut fürchtest.

Kommt sie, durch meine Schuld, zu deiner Wohnung,

fegt sie deine goldenen Schuhe fort,

soll sie nicht fortfegen dein Lachen,

das mir das Brot meines Lebens ist.

 

Kannst du die Miete nicht bezahlen,

geh zur Arbeit mit stolzem Schritt und denke,

Liebe, dass ich dich sehe,

und wir zusammen der größte Reichtum sind,

der je auf der Erde zusammenkam.

 

IMG_9604Nach diesem eindrucksvollen Ausflug in eine uns bisher noch unbekannte Literatur, betrat dann, in der mittlerweile schwülen Hitze der Nacht, die junge, aber unglaublich stimmgewaltige Tatjana Karmann auf die Bühne, um uns ganz im Stile von Montserrat Caballé großartige spanische Opernklänge zum Besten zu geben.

IMG_9609Großartig intonierte das junge Gesangstalent ihre Stücke auf der Bühne und bekam tosenden Beifall der Zuschauer, die mittlerweile schon ziemlich ins Schwitzen kamen, weil der Raum für diese Veranstaltung eigentlich viel zu klein war, und daher die Luft ziemlich dünn.

Dennoch verfolgte das Publikum über die komplette Zeit mit sehr großem Interesse das Geschehen auf der Bühne, und lauschte gespannte den Beiträgen der Akteure.

Bis 1.00 Uhr ging die lateinamerikanische Peña noch, wobei wir uns bereits gegen 22.30 Uhr verabschiedeten, weil ja tags darauf bereits schon das nächste großartige Event auf uns wartete.

 

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