(590) Vierer schreiben ist Scheiße! – (2)


Ruhe! – Wohlbefinden! – Selbständiges Beschäftigen! – und das Beachten des Ebbinghaus-Effektes! – sind weitere wichtige Grundvoraussetzungen für das Lernen!

„Du musst dich halt hinsetzen und lernen!“ – Wer kennt ihn nicht, diesen berühmten Spruch vieler Eltern, der angeblich ein Garant für bessere Noten sein soll. Das hört sich zwar ganz einfach und logisch an. Aber ist das auch wirklich möglich?“ – Wie bereits in unserem ersten Bericht erwähnt, gibt es heute unzählige „Zeit- und Ablenkungsräuber“, die unsere Kinder vom Lernen abhalten.

„In der Schule lernt man gar nichts!“, so Alexander Höfer. „Die Schule vermittelt nur Wissen, bzw., ein bestimmtes, im Lehrplan vorgegebenes Wissen, und fragt dieses ab. Mehr nicht. Das eigentliche Können jedoch, erwirbt man nur dadurch, dass man sich selbständig – zu Hause im eigenen Zimmer – mit den jeweiligen Lerninhalten, oder den Dingen, die einen besonders interessieren beschäftigt. Nur das, was wir uns selbst durch Machen – durch Schreiben, Lesen, Malen, Bauen, Experimentieren, Spielen, etc. – angeeignet haben, oder wirklich erlernen wollten, das können wir später richtig gut und ein Leben lang. Alle anderen Lerninhalte, und besonders diejenigen, die uns nicht interessierten, oder für uns und unser Leben nicht wirklich von Bedeutung sind, bzw. waren, vergessen wir schon nach ganz kurzer Zeit wieder. „Ebbinghaus-Effekt“ – Bereits nach einem Tag verliert der Mensch 70% des erlernten Wissens. Nach einer Woche sind nur noch maximal 20% dieses Wissens abrufbar.

Zum Lernen benötigen Kinder neben der bereits im ersten Bericht erwähnten Zeit, vor allem Ruhe. „Haben unsere Kinder heute ausreichend Zeit, und auch die dafür notwendige Ruhe um überhaupt lernen zu können?“ 

„Insbesondere die Ganztagsschule, aber auch zu viele verpflichtende Freizeitbeschäftigungen an den Abenden, rauben unseren Kindern nicht nur sehr viel Zeit und die erforderliche Ruhe zum Lernen, sondern auch die Möglichkeit, sich mit interessanten Lerninhalten zu beschäftigen und zu experimentieren. Viele Kinder kommen hierbei überhaupt nicht mehr zur Ruhe, sind einem ständigen Terminstress ausgesetzt, und haben dadurch alles, nur nicht den Kopf frei zum Lernen. In der Ganztagsschule können zwar, wenn überhaupt, die Hausaufgaben bewerkstelligt werden, aber ein Lernen im eigentlichen Sinne, also das Wichtigste, nämlich das Beschäftigen mit sich selbst, ist in einer Ganztagsschule nicht wirklich möglich. Außerdem raubt die Ganztagsschule den Kindern die Möglichkeit sich mit Freunden zu treffen, oder private, soziale Kontakte zu pflegen. Es ist nämlich etwas ganz anderes, ob ich in der Schule mit vielen Kindern spiele, oder ob ich mich am Nachmittag, nach den Hausaufgaben, mit meinen Freunden treffe, und in meinem Zimmer etwas zusammen mit ihnen baue, herumexperimentiere, oder draußen die Natur erkunde. Wenn ein Kind dann zusätzlich zu dem langen Schulalltag abends noch Freizeitaktivitäten bedienen muss, dann hat es so gut überhaupt keine Zeit mehr für sich selbst, und demzufolge auch keine Zeit mehr zum Lernen oder zum Erwerben von Können!“, so Alexander Höfer.

Hier haben unsere ANIMUS-KLUB-KIDS großes Glück, denn sie können nach der Schule direkt nach Hause gehen, dort erst mal etwas essen, und danach in aller Ruhe ihre Hausaufgaben machen und lernen. Das ist ein ganz großes Plus, wenn man gute Noten in der Schule erzielen möchte.

Gerade, was die Ruhe und das Wohlbefinden betrifft, spielen die Eltern eine ganz entscheidende Rolle, denn sie legen mit ihrem Familienleben, das sie den Kindern schenken, und ihrem persönlichen Vorbild den Grundstein für das Lernen der Kinder.

Alles, was im familiären Umfeld passiert, wirkt sich unmittelbar auf das Lernen und die Entwicklung der Kinder aus. Entweder positiv, oder negativ. In einer Familie, in der jeden Tag Stress ist, ständig Streitereien zwischen den Eltern, oder den Geschwistern entfachen, hier der Fernseher in voller Lautstärke dudelt, dort nervige Musik dröhnt, andauernd das Telefon klingelt, oder das Handy in Dauerschleife summt, weil gerade 30 Schüler in eine Gruppe hineinposten, vielleicht im Hintergrund dann auch noch ein kleines Baby lautstark durch die Gegend schreit. In einer solchen Familie kann man weder etwas lernen, noch sich wohlfühlen. Im Gegenteil. In einem solchen „Irrenhaus“, kann man nur verrückt werden, oder ADHS kriegen.

Reizarmut, heißt hier das Zauberwort. Alle Ablenkungsräuber“ ausschalten! – „Handy aus! – Fernseher aus! – Computer aus! – Spielkonsolen aus – und Buch raus!“ – Alles andere macht keinen Sinn.

Neben den Medien, gibt es innerhalb der Familie noch weitere Dinge, die unseren Kindern sowohl die Ruhe, als auch die Motivation und die Konzentration zum Lernen unmittelbar rauben können und sie zusätzlich noch enorm belasten. „Geldprobleme, Arbeitslosigkeit, aber vor allem Alkohol- oder Drogenprobleme der Eltern, Gewalt in der Familie, Trennung, Scheidung, Sorgerechtsstreitigkeiten, schwere Krankheit, Pflege oder Tod eines Angehörigen etc.“, können sich unheimlich negativ auf das Lernen und das Verhalten der Kinder auswirken.

Neben der Familie ist auch das schulische und soziale Umfeld ganz entscheidend für das Lernen. Auch hier können jegliche Streitigkeiten – Ärger und Stress mit den besten Freunden, Konflikte mit Mitschülern oder Lehren, Liebeskummer etc. – enorm negative Wirkungen auf die Lernbereitschaft und das Wohlbefinden der Kinder zur Folge haben.

Auch falsche Freunde, Ausgrenzung und ins besondere Mobbing sind Garanten dafür, sowohl die Lernmotivation, als auch die schulische Leistung ganz stark in den Keller sinken lassen.  

Wenn Eltern sich also wünschen, dass ihre Kinder gerne lernen, oder gute Schüler werden, dann müssen sie in erster Linie für ihre Kinder die Weichen nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb der Familie richtig stellen. Vor allem aber, müssen sie hinsichtlich des Lernens, ihren Kindern ein positives Vorbild sein. Was das genau bedeutet. Das erfahrt ihr in ca. drei Wochen im 3. Teil unserer Reihe „Vierer schreiben ist Scheiße!“

Bilder: Alexander Höfer

 

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