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Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!
Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!

(771) UMBRUCH

CORONA–PANDEMIE – GLOBALE Wirtschaftskrise – RADIKALE Veränderung von Lebensweisen … ! – Mannheimer Kunsthalle macht in der neuen Sonderausstellung auf sehr wichtige Umbrüche aufmerksam!

 

Es war in den letzten Wochen heiß, sehr heiß. So heiß, dass wir uns aus gesundheitlichen Gründen dazu entschlossen haben, in der nächsten Zeit unser wöchentliches Lauftraining einzustellen und stattdessen etwas zu machen, das genauso wichtig für das Lernen und das Leben ist, nämlich Kunst zu genießen. Und in diesem Zusammenhang gibt es in der Metropolregion Rhein-Neckar – im kulturellen Herzstück Baden-Württembergs – ja jede Menge interessanter Vernissagen zu entdecken. So auch die neue Sonderausstellung UMBRUCH in der Mannheimer Kunsthalle, die von dem neuen Leiter Johan Holten höchstpersönlich kuriert wurde.

UMBRUCH, ein Wort, das sowohl auf den Zustand einer Veränderung aufmerksam macht, als auch darauf hinweist, dass vielleicht gerade irgendetwas in einer Gesellschaft umbricht oder zerbricht, setzt auch ein deutliches Zeichen der Zeit. Das Corona-Virus zerbricht immer noch unaufhaltsam und mit rasantem Tempo das Zusammenleben, die Bildung und das Lernen unserer Kinder. Die Folgen davon: „Leere auch an den wichtigen Orten, die zum Nachdenken und Träumen anregen sollen, oder eben mit künstlerischen Werken den kritischen Blick auf das schärfen, was gerade vor unseren Augen, bzw., um uns herum passiert (umbricht).“ – In den Museen liegen vor allem den Kindern die Bildung, die Geschichte, die Kreativität, die Fantasie und noch vieles mehr zu Füßen. Aber auch hier gab es in den letzten Jahren einige ganz heftige UMBRÜCHE. So waren unsere Mädchen auch dieses Mal die einzigen Kinder, die ihre Kreativität erweiterten und sich auch über die gesellschaftlichen Umbrüche im Allgemeinen Gedanken machten.

Früchte verfaulen auf den Bäumen in den Feldern und gedeihen als Fallobst auf den Wegen. Einst grüne, lebendige Vorgärten verwandeln sich in eiskalte, leblose und insektenfeindliche Steinoasen. Der UMBRUCH zeigt sich also nicht nur in der radikalen Veränderung bestimmter Lebensweisen und Gewohnheiten – (dem Tragen von Masken, dem generellen Abstand halten oder aber auch in der Beschränkung der Personenanzahl, die sich gleichzeitig in einem Raum aufhalten dürfen) – sondern der UMBRUCH zeigt sich auch in der großen Unlust und der fehlenden Motivation der Erwachsenen etwas im Leben zu machen oder sich der Herausforderung des Lebens überhaupt zu stellen.

    

Der UMBRUCH zeigt sich im „Wohlfühlen“ des generellen Nichtstuns, dem Abgeben jeglicher erzieherischer Verantwortung an Dritte sowie der Gleichgültigkeit und dem Egal-sein, was gerade um einen herum passiert oder eben umbricht – (zerbricht). Der UMBRUCH; er ist mittlerweile überall schmerzhaft spürbar. In den endlosen Warteschlangen vor einer Bäckerei genauso, wie auf den traurigen und kinderleeren Spielplätzen.

So versucht die neue Sonderausstellung der Mannheimer Kunsthalle eigentlich etwas schier Unmögliches, nämlich, sie versucht wachzurütteln, also einen UMBRUCH ins Positive zu erzielen. Ob es die Verantwortlichen allerdings schaffen werden, interessenstote Menschen wieder zum Leben zu erwecken, das bleibt abzuwarten.

Wir zumindest waren unheimlich begeistert davon, was uns dieser künstlerische UMBRUCH zu bieten hatte. Bildschön gemalte Portraits in Öl auf Leinwand aus den Zwanzigerjahren von Anita Rée waren die ersten Werke, die uns sofort ins Auge fielen und unsere Aufmerksamkeit erweckte. Kennt man das Schicksal der Künstlerin, dann gewinnen die ausgestellten Werke noch einmal an Bedeutung und Wert. Viele Bilder Rées wurden in der Zeit des Nationalsozialismus zerstört oder aus den Ausstellungen verbannt. Die Künstlerin selbst wurde als Jüdin diskreditiert und als „artfremde Künstlerin“ von der Hamburger Künstlerschaft diffamiert und ausgeschlossen. Ein Hausmeister rettete damals viele ihrer Werke, indem er sie versteckte. Heute sind sie zum Teil in der Hamburger Kunsthalle ausgestellt und können dadurch auch als Leihgaben weitergereicht werden.

Grandiose Konturen und die Mischung zwischen gestochen scharfen Farben erhellten die düstere Atmosphäre, die von einem riesigen Baugerüst verursacht wird, das absolut symbolisch für die triste, kunstleere und moderne Zeit steht, in der ja ein unaufhaltsames „Im schneller – Immer weiter – Immer höher hinaus – das Leben sehr vieler Menschen bestimmt und prägt.

   

Werke von der Heidelberger Künstlerin Hanna Nagel waren die nächsten Highlights dieser Ausstellung. Hanna Nagel zeichnet sich in ihrer Kunst insbesondere dadurch aus, dass sie sich mit der immer noch zeitgemäßen Schwierigkeit auseinandersetzt, Familie und berufliche Karriere unter einen Hut zu bringen. Es wird deutlich, dass sich Familie und Karriere nicht wirklich vereinbaren lassen, und dass die Realisierung unweigerlich auf die Kosten der Kinder geht. Auch das Verhältnis zwischen Mann und Frau und deren Rollenkonflikte, bringt sie in ihrer Kunst unmittelbar zum Ausdruck.

Die dritte Künstlerin, die mit ihrer Kunst förmlich zum UMBRUCH aufruft, ist die zeitweise in Vergessenheit geratene Berlinerin Jeanne Mammen. Sie verknüpft in ihren Werken ganz geschickt den französischen Charme ihrer Lebenserfahrungen aus Paris mit futuristischen Ansätzen. Das Bild „Valeska Gert“ erinnert unsere Kids ein wenig an die heutigen HANAMI. Cabaret und Revue, Berliner Szenenkneipenatmosphäre, aber auch dekadente Touristen am überfüllten Strand, zieren die Wände im mittleren Teil der Ausstellung.

   

Nach einer genialen Breitwandfilmpräsentation von Maser Sohail, der in seiner Dokumentation auf ganz eindrucksvolle aber auch erschreckende Weise die Extreme unseres kapitalistischen Systems zum Ausdruck bringt sowie das damit unweigerlich im Zusammenhang stehende Gewinnen und Verlieren in den Fokus rückt, erreichen wir einen traumhaft schön gestalteten Resonanz Raum, der von der Künstlerin Nevin Aladağ.

Mehr Einblicke möchten wir euch aber nicht mehr zeigen, sondern wir wollen ehre erreichen, dass auch beim Besuch dieser Ausstellung ein positiver UMBRUCH stattfindet. Die Ausstellung ist noch bis zum 18.10.2020 geöffnet.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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Der UMBRUCH zum Positiven! – (Alexander Höfer) 

  

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