(393) DIGITALE DEMENZ


35 Stunden Handy, Internet und Spielkonsole pro Woche! – Und wann haben unsere Kinder eigentlich Zeit etwas zu lernen? – Gehirnforscher Manfred Spitzer sprach Klartext über den geistigen Zerfall unserer Kinder!

Gleich vorweg, unser Vorsitzender Alexander Höfer hätte das, was der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer bei seinem großartigen Vortrag über die DIGITALE DEMENZ den Interessierten im Deutsch-Amerikanischen Institut vermittelte, ganz genauso gesagt, ohne eine einzige wissenschaftliche Studie genauer zu kennen. Es bedarf eigentlich auch keiner wissenschaftlichen Studie, sondern nur eines genauen Hinschauens, um zu erkennen, dass die digitalen Medien sehr vielen Kindern bereits im frühen Entwicklungsstadium nicht nur die Fähigkeiten des Lernens rauben, sondern auch dem Erlernen sozialer Kompetenzen einen sehr schweren Schaden zufügen. Von Folgekrankheiten, wie zum Beispiel ADS, ADHS, HKS, Diabetis Mellitus Typ 2, sowie Arthrose etc. ganz zu schweigen. 

Eigentlich genügt das Zitat, das der Psychologiedozent Prof. Dr. Franz Knapp vor 20 Jahren an der FH Ludwigshafen sagte, nämlich: „Lernen ist eine Beziehungssache!“ – Damit ist eigentlich alles gesagt. Jeder Lernstörung, oder jeder Lernschwäche, liegt auch immer eine Beziehungsstörung zu Grunde!“ – Die größte Beziehungsstörung entsteht dadurch, dass Eltern sich nicht, oder nicht ausreichend genug, mit ihren Kindern beschäftigen, also miteinander reden, spielen, Lerninhalte vermitteln oder irgendetwas zusammen unternehmen. Lag die Zeit, in der sich Eltern aktiv mit ihren Kindern beschäftigen 1996 noch täglich durchschnittlich bei ca. 16 Minuten (!), sind es heute gerade mal noch 10 Minuten (!?!).

10 Minuten (!) beschäftigen sich die deutschen Eltern im Schnitt täglich aktiv mit ihren Kindern. Man verzeihe uns jetzt bitte die Bemerkung, dass jeder Hund da besser fährt, denn mit ihm gehen die Besitzer drei Mal am Tag eine halbe Stunde spazieren, die vielen Streicheinheiten und persönlichen Zuwendungen, die der beste Freund des Menschen dann noch zwischendurch von seinem Herrchen oder Frauchen bekommt, nicht mitberechnet. Der Hund steht also nach wie vor höher in der Gunst. 

Das Vorlesen der Eltern und Großeltern von früher, erledigt heute ganz bequem das I-Pad. Hauptsache das Kind hört die Sprache und bekommt vorgelesen. Alles schön und gut. Es ist aber etwas ganz anderes, ob Sie ihrem Kind eine Geschichte vorlesen oder ob sie diese Geschichte von einem I-Pad vorlesen lassen. Beim Vorlesen findet nämlich eine aktive Beziehungsarbeit zwischen ihnen und ihrem Kind statt, bei der vor allem Interaktionen entstehen. Man spricht gemeinsam über das Gelesene und reflektiert dabei den Inhalt, so dass das Kind die Geschichte wirklich verinnerlichen kann. Beim Vorlesen durch das I-Pad finden diese wichtigen Dinge für die richtige Sprachentwicklung jedoch nicht statt, und erst recht keine Beziehungsarbeit.

Bereits in der ersten Klasse können wir anhand des Lernverhaltens der Kinder und ihrer Wissbegierigkeit, bzw. ihrer Motivation und persönlichen Einstellung zu einer Sache erkennen, welche Eltern sich bis dato wirklich aktiv mit ihren Kindern beschäftigt haben und welche nicht. Die Kinder sind immer das Spiegelbild ihrer Eltern, sowohl im Lernverhalten (fleißig/faul), als auch im Sozialverhalten (anständig/aggressiv) und nicht zu Letzt im Spielverhalten (aktiv/passiv).

So wundert es nicht wirklich, dass in sämtlichen wissenschaftlichen Studien ausschließlich die Kinder, die von ihren Eltern regelmäßig vorgelesen bekamen, auch einen weitaus höheren Wortschatz besaßen, und besser auf ihrem vorhandenen Wissen aufbauen konnten, als die Kinder, denen entweder der I-Pad die Geschichten vorlas, oder die nur sehr wenig oder überhaupt nicht von ihren Eltern vorgelesen bekamen. Sprachstörungen, bzw. Schwierigkeiten, oder Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensauffälligkeiten, wie ADS, ADHS und HKS waren ausschließlich bei Kindern zu beobachten, denen sehr wenig, oder überhaupt nicht vorgelesenen wurde, bzw., bei denen die elterliche Führsorge – also das aktive Beschäftigen mit dem Kind, sowie die emotionale Zuwendung – von den digitalen Medien so gut wie vollständig übernommen wurde.  

Dass der Konsum von digitalen Medien die Lernleistung unserer Kinder senkt, ist auch logisch erklärbar, denn je länger und intensiver sich Kinder mit dem Handy, dem I-Pad, dem Internet, oder den Spielkonsolen beschäftigen, desto weniger Zeit bleibt ihnen zum Lernen oder zum Erlernen einer besonderen Fähigkeit.

Bereits 2009 betrug der durchschnittliche Konsum von Medien bei Neuntklässlern alarmierende 7 Stunden und 14 Minuten pro Tag (!), sprich, 35 Stunden in der Woche konsumieren unsere Schüler digitale Medien. „Und wann lernen sie etwas? – Oder wann erleben sie etwas, das für ihr Leben vielleicht von entscheidender Bedeutung sein könnte?“ – Das ist eine gute Frage. Aktuell beträgt der Medienkonsum von 2-4-jährigen bereits schon erschreckende 30 Minuten pro Tag. Dass damit gleichzeitig sowohl die sozialen Kompetenzen, als auch die Empathie unserer Kinder ganz tief in den Keller sinken, weil genau die Gehirnzellen, die für den Erwerb dieser Fähigkeiten notwendig sind, erst gar nicht entwickelt werden können, ist ebenso verständlich, wie die Tatsache, dass die Aggressivität der Kinder gegenüber ihrer Umwelt aufgrund der fehlenden Beziehungsarbeit der Eltern täglich steigt, und weiter ansteigen wird.

Besonders „Google“ macht diejenigen noch dümmer, die nichts können und nichts wissen! – Wenn ich die Hilfe des Internets benötige, um einfache Wörter zu schreiben oder Rechenaufgaben zu lösen, dann ist mein Arbeitsplatz heute schon für einen Roboter vorreserviert. (Zitat: Alexander Höfer, Hat Deutschland ein kulturelles Problem? – 5. Teil) – „Was nützt mir Google, wenn ich überhaupt nicht weiß, was ich eingeben soll, wenn ich etwas suche? – so Manfred Spitzer.

Die digitalen Medien lassen sehr wichtige Gehirnzellen für das Lernen und die soziale Kompetenz bereits im Kleinkindalter absterben!

Ein Gehirn ist keine Festplatte auf der nur ein begrenzter Speicherplatz vorhanden ist. Das Gehirn funktioniert andres. Je mehr das Gehirn nämlich lernt, desto mehr kann es auch weiterlenen und auf dem bereits vorhandenen Wissen aufbauen. Leider aber auch umgekehrt. Gehirnzellen sterben frühzeitig ab, wenn sie nicht benützt oder aktiviert werden, und zwar für immer. Wer also erst gar nicht die Fähigkeit erwirbt, etwas zu lernen, der wird später auch nicht in der Lage sein, etwas Neues dazuzulernen. Digitale Medien verursachen genau diesen Zerfall, nämlich das frühzeitige, bereits im Kleinkindalter Absterben von sehr wichtigen Gehirnzellen für das Lernen und die soziale Kompetenz. Dadurch wachsen mittlerweile jährlich Hunderttausende bildungsresistente und sozial absolut inkompetente Schüler, um nicht zu sagen emotionale und fähigkeitslose „Volltrottel“ heran, die für die spätere Berufswelt – trotz Realschulabschluss oder Abitur – nicht vermittelbar sind.

„Das Handy ist der Wissenskiller Nummer 1!“, so Manfred Spitzer „Durch eine Wegnahme des Smartphones würden vor allem die schwachen Schüler profitieren!“ Deshalb fordert der renommierte Gehirnforscher nicht nur ein generelles Handyverbot an Schulen, sondern genauso wie unser erster Vorsitzender auch, eine gesetzliche Regelung für die Begrenzung der Internetzeit für Kinder und Jugendliche. Viele Schüler seien bis spät in der Nacht in Chatrooms unterwegs und kämen daher völlig übermüdet in die Schule. Ein Lernen in einem solchen geistigen Zustand ist schlechterdings möglich.

Die Folgen der DIGITALEN DEMENZ sind überall sichtbar. Man findet sie zum Beispiel: „Wenn eine Kassiererin 2 plus 2 tippt, und nicht merkt, dass das Ergebnis 400 falsch sein muss – Zitat: Manfred Spitzer, Digitale Demenz, Seite 18 – oder bei Erwachsenen, die schon seit mehr als 30 Jahren an einem Ort wohnen, und einen Straßennahmen via Google suchen, und dann völlig überrascht feststellen, dass sich die gesuchte Straße gerade Mal 150 Meter weit entfernt von ihrer Wohnung befindet.

Ja selbst sogar bei den Studenten, hat sich die DIGITALE DEMENZ schon lange etabliert. Man erkennt sie am allerbesten daran, dass sich derzeit tausende Studenten hilfesuchend an „professionelle“ Facebook-Foren wenden, weil sie entweder nicht wissen, welches Buch sie für ihre Hausarbeit verwenden sollen, oder noch schlimmer, gar nicht erst wissen, wie sie ihre Hausarbeit überhaupt schreiben sollen.

Dadurch fallen die Fähigkeit des aktiven – ganzheitlichen Lernens (Gehirn, Herz und Hand) – sowie das selbständige Erarbeiten von Fachwissen, das man automatisch bei den Nachforschungen in der Bibliothek, bzw. beim Durcharbeiten von mehreren Büchern eines Themas, für eine Hausarbeit oder ein Referat erwirbt, natürlich vollständig der DIGITALEN DEMENZ zum Opfer. Seit gut zwei Jahrzehnten wachsen aufgrund dieser traurigen Tatsache vor allem im sozialen Bereich immer mehr unfähige „Experten“ heran, die entweder nur noch ganz minimale oder im schlimmsten Fall überhaupt keine Fähigkeiten und Fachkompetenzen mehr besitzen. Der „Diplomvolltrottel“ ist schon lange traurige Realität und nicht nur im Alltag, sondern auch in allen Arbeitsbereichen voll integriert. Aber es scheint, als würde er dringendst gebraucht; gebraucht dafür, die Wirtschaft in Gang zu halten, und vor allem den digitalen Konsum der „Dummen“ noch weiter zu steigern. (Mehr dazu im 6. Teil der Filmreihe – Hat Deutschland ein kulturelles Problem?)

„Die Abiturienten von heute haben nur noch maximal 80% des Wissens der Abiturienten von vor 30 Jahren!“

Obwohl alle bisherigen Studien eindeutig belegen, dass der Einsatz digitaler Medien nicht nur die Lernleistungen, sondern auch das tatsächliche Wissen und Können der Schüler stark nach unten sinken lässt, befürwortet und fördert das Bildungsministerium den Einsatz digitaler Medien an den Schulen, und bezahlt die Lehrer besser, die digitale Medien in ihrem Unterricht verwenden. Die Zukunft gehört offensichtlich nicht unseren Kindern, sondern den Robotern. Sie werden nämlich langfristig genau die Schüler ersetzen, die heute keine Lust, aber vor allem keine Fähigkeiten mehr haben etwas zu lernen, sondern nur noch drücken können. (Zitat: Alexander Höfer – Hat Deutschland ein kulturelles Problem? – 5. Teil)

 

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