(457) Zusammen klappt’s (7)


„Erzähl mir nichts vom Pferd! – Oder alles über griechische Mythologien bis hin zu der Kunst ein Pferd zu malen!“ – Die neue Dauerausstellung im Wilhelm-Hack-Museum ist eine farbenfrohe Pferdeweide!

    

Farbenfroh, bunt, historisch und avantgardistisch präsentiert sich die neue Ausstellung des Wilhelm-Hack-Museums, indem ja derzeit auch ein Teil der aktuellen Foto-Biennale zu sehen ist, und über die wir in naher Zukunft noch ausführlich berichten werden.

Im Mittelpunkt des Workshops stand dieses Mal das Pferd, das ja nicht nur für Kinder sehr schwer zu zeichnen ist, sondern auch für Erwachsene eine ganz große Herausforderung darstellt.

Hier führte uns die Museumspädagogin Anja Guntram zunächst einmal in das antike Griechenland, und konfrontierte uns mit einem Bild, welches das mystische Zwillingspaar Castor und Pollux repräsentierte. Anja erklärte den Kindern, wie sie erkennen können, dass es sich hierbei um Bild aus der griechischen Antike handelt, und regte ihre Fantasie damit an, herauszufinden, welche Szene sich gerade in dem Bild abspielt. Besonders das Pferd, aber auch die Nacktheit, der Personen, die ja ein Hauptbestandteil der griechischen Kunst darstellt, wurden genauestens unter die Lupe genommen, und es wurde in diesem Kontext auch sehr viel philosophiert und interpretiert.

Die Kinder erfuhren, dass die beiden Brüder, der sterbliche Castor und der Halbgott Pollux aus einem Schwanen-Ei geschlüpft seien, und sie eine innige Bruderliebe verband. Die griechische Mythologie hat schon sehr merkwürdige Geschichten parat, und auch Bilder, die man erst dann verstehen kann, wenn man die Geschichten gelesen hat.

So auch beim nächsten Gemälde, dem Heiligen Sebastian. Auf den ersten Blick ein sehr düsteres Bild. Auf diesem erkennt man im Vordergrund eine Person, die wahrscheinlich an einen Baum gefesselt ist, während im Hintergrund ein verschleierter Reiter des Weges daherkommt.

Die Suche nach weiteren Pferden beginnt, und zu unserer Überraschung fanden die Kinder recht schnell ganz weit im Hintergrund noch weitere Vierbeiner, die mehr oder weniger herrenlos daherkamen. Anhand des Bildes Parforcing von Otto Dill erklärte uns Anja nun woran man stehende von bewegenden Pferden unterscheiden kann. Entscheidend dafür sind in erster Linie die Hufen. Während sie bei „Sebastian mit Reiter“ alle fest auf dem Boden stehen, sind sie bei Otto Dills Werk alle vier Beine in der Luft und gekrümmt. Auch Staub wird jede Menge aufgewirbelt, der nicht nur darauf hindeutet, dass die Pferde in schneller Bewegung sind, sondern was auch dem Bild eine ungeheure Authentizität einhaucht. Plötzlich fielen den Kindern auch ganz neue Konturen auf, die unweigerlich darauf schließen ließen, ob sich die Pferde in Bewegung befanden, wie zum Beispiel das hin- und her wehende hohe Gras.   

Weiter ging es mit dem interessantesten Bild, denn auf diesem versteckten sich ebenfalls eine Reihe von Pferden. Ein Pferd das als kleine weiße Miniatur deutlich sichtbar war, wurde aber von den Kindern eher als Esel oder Ziege wahrgenommen. Bei tieferer Betrachtung des Gemäldes erschlossen sich auf einmal – besonders in der Dreidimensionalen und durch die geistige Verbindung mit Linien – jede Menge Pferde.

Genaues Hinschauen, tiefes Aufnehmen der Situation, räumliches Vorstellungsvermögen und Fantasie, das fördert und regt die neue Ausstellung im ersten Stock des Museums bei Kindern an.

Nach diesem intensiven und äußerst lehrreichen Rundgang ging es wie immer ins Malatelier. Hier hatte Anja wie immer weitere Anregungen für die Kinder parat, die sich unmittelbar an die gerade gesehene Kunst anschlossen. So hatten die jungen Künstler die Möglichkeit Bilder zu flechten, mit einem Schwamm regenbogenfarbig anzumalen, oder auch ein Pferd als Marionette zu bauen.

Eifrig wurde fortan gemalt, geklebt und geschnippelt, was das Zeug hielt, um die vielen Ideen umzusetzen, die die Ausstellung den Kindern unbewusst mit auf den Weg gegeben hat.

Dabei entstanden wie immer völlig unterschiedliche Ideen. Jede für sich einmalig. Einfache, aber einfach genial gemalte Pferde, waren dabei genauso vertreten, wie Hintergrundlandschaften in mehreren Konturen, auf denen die Pferde dann eine Heimat finden konnten.

        

Unsere Victoria erstellte heute mal ein orangenes Pferd. Alles in allem mal wieder ein sehr schöner und erholsamer Samstagnachmittag mit sehr viel Muse und farbenfrohen Eindrücken. Wir sagen danke liebe Anja für den mittlerweile bereits siebten Workshop „Zusammen klappt’s“ und freuen uns schon auf den nächsten.

 

 

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