(460) Gulaschparty im Lindenhof (2)


Rauchend-würzige Kessel! – Fleißig-schnippelnde Kiddies! – Und das Geheimnis eines wunderschönen Zusammenlebens! – Gemeinsame Gulaschparty mit dem Jugendtreff Lindenhof geht in die zweite Runde!

Vor knapp einem Monat haben wir ja schon einmal zusammen mit den Kiddies des Jugendtreffs Lindenhof den Versuch unternommen das richtige Ungarische Kesselgulasch zuzubereiten. Damals machte uns das Wetter leider einen Strich durch die Rechnung, so dass wir das Gulasch alternativ auf dem Herd zubereiten mussten. Geschmeckt hat es allen Akteuren trotzdem unheimlich gut, wenn auch unser 1. Vorsitzender Alexander Höfer zu verstehen gab, dass das wahre Ungarische Gulasch aus dem Kessel noch um ein Vielfaches leckerer und vor allem feiner schmecken würde.

Nach diesem ersten wirklich richtig guten Geschmacksmoment, war allen Beteiligten klar, dass wir diese Party in naher Zukunft auf jeden Fall wiederholen würden, und so verbanden unsere Betreuer die Vorbereitungen für das 3. Interkulturelle Frühstück auf FRANKLIN – an dem wir ohnehin tags zuvor Gulasch für unseren Ungarischen Stand zubereiten mussten – und diese 2. Gulaschparty im Lindenhof, mehr oder weniger kongenial miteinander. Einzige Ausnahme, es wurde jetzt nicht nur ein Kessel, sondern es wurden gleich zwei Kessel Gulasch gekocht. Ein richtig großer für das Frückstücks-Event auf Franklin und einer für die fleißigen Helfer des heutigen Tages.

Die Vorbereitungen waren also wieder einmal enorm. Gut 11 Kilogramm Fleisch mit kräftigen Rinderknochen, fünf Kilogramm Kartoffel, zwei Kilogramm Zwiebel, sowie jeweils ein Kilogramm Möhren und Paprika durften geschnitten und zubereitet werden. Daneben musste heute auch noch ein wenig Holz gehackt, bzw. gespalten werden, und das alles an einem Freitag, den 13. „Nah, wenn das mal gut geht!“

Mit dem Animus-Klub-Wettergott als große Sicherheit im Nacken, hatten wir bereits, trotz einer unschönen, leicht grauen Bewölkung, das Wetter schon einmal auf „Es-wird-auf-jeden-Fall-nicht-Regnen“ gestellt. Wenn sich jetzt auch noch der Wind im Zaun hielt; es also weiter so gut wie windstill bleiben würde, dann sollte dem Unterfangen „Ungarisches Kesselgulasch“ nichts mehr im Wege stehen.

Fleißig, wie beim letzten Mal, machten sich die Kids nun an die Arbeit die Zwiebeln, den Knoblauch und den Paprika in feine Würfel und Streifen zu schneiden. Wie immer waren die Zwiebeln die größte Herausforderung, selbst auch für die Erwachsenen, denn deren enorme, aber durchaus gesunde Schärfe, trieb ihnen schon nach wenigen Schnitten ganz heftige Tränen in die Augen.

Während im Innern des Klubs fleißig daran gearbeitet wurde, die Zutaten traditionell zu zerteilen, bereitete unser Vorsitzender Alexander Höfer zusammen mit dem Mitarbeiter des Jugendtreffs Lindenhof Manuel Malcherowitz die zwei Kessel auf dem Freigelände vor.

Das Anzünden des Kessels ist eine Kunst für sich. Wer sich hier nicht auskennt oder auch nur den kleinsten Fehler macht, der riskiert, dass das Gulasch später im Kessel anbrennt. Das Holz muss so geschichtet werden, dass später beim Kochen eine gleichbleibende Hitze entsteht. Das ist je nach Windstärke ziemlich schwierig.

Da unser Vorsitzender auf Rücksichtnahme der Moslems das Kesselgulasch schon seit einigen Jahren ausschließlich mit Rindfleisch zubereitet, müssen beim Kochen noch ein paar wichtige Dinge beachtet werden, wenn man möchte, dass das Fleisch später beim Essen hauchzart auf der Zunge zergeht. Welche Dinge hierbei beachtet werden müssen, bleibt allerdings unser ganz großes Geheimnis.

Die Zwiebel und der Knoblauch dünsteten bereits goldgelb im Kessel, als sich ein persönlich ernannter Lindenhofer „Agent Provocateur“, bewaffnet mit einer Riesenbulldogge, extrem aggressiv und beleidigend über unsere Aktion mokierte. Er schwafelte etwas davon, dass hier eine Wohnsiedlung wäre, und dass der Rauch eine Belästigung und Zumutung für die gut 500-meterweit (???) entfernt wohnenden Menschen darstellen würde. Dass er offensichtlich der einzige war, der sich an unserer Essenaktion störte, bemerkte er nicht wirklich.

Nachdem der zwanghafte Nörgler und Pedant mit der Androhung, dass er mit der Polizei wiederkommen würde, wutschnaubend von dannen zog, brutzelten bereits die Paprika in den Kesseln und vermischen zusammen mit den Zwiebeln und dem Knoblauch den aufsteigenden Rauch in ein würziges Manifest.

Gerade in dieser Phase hatten sämtliche Akteure alle Hände voll zu tun. So wurden im Innern des Treffs das Fleisch in mundgerechte Stückchen geschnitten und die Karotten in kleine Würfelchen geschnippelt, während parallel dazu unser erster Vorsitzender draußen zwischen den Kesseln hin- und her rotierte, und die Suppe für den hiesigen Gaumen würzte. „Gut würzig, aber nicht zu scharf, sollte es sein“ – Ein bisschen bitzeln musste es aber schon. Diese Endmischung erfolgte just in dem Moment, als das Fleisch in die Kessel kam, und dann zusammen mit den Gewürzen nun gut dreieinhalb Stunden in der untergehenden Sonne dahinköcheln durfte.

„Was machen wir eigentlich, wenn dieser doofe Mann mit der Polizei wiederkommt?“, fragte Tim unseren ersten Vorsitzenden. „Dann laden wir die Polizisten einfach zum Gulaschessen ein!“, so Alexander Höfer.

Aber der Nörgler kam nicht wieder, und so konnten die Kinder und Jugendlichen heute erstmals einen Hauch Ungarische Kultur mit nach Hause nehmen, nämlich in der Abendstunde neben dem Feuerkessel sitzen, und einen Teller Gulasch nach dem andern genießen.

Wir bedanken uns ganz besonders bei Rapahela Carrera und Manuel Malcherowitz für dieses tolle gemeinsame Erlebnis, sowie last but not least bei unseren Eltern und Betreuern Stefanie Remmlinger, Igor Gerdt und Rainer Bender, die dieses Projekt tatkräftig unterstützen. Wir freuen uns schon riesig auf die nächsten gemeinsamen Aktionen und vor allem auf das morgige 3. Interkulturelle Frühstück.

 

Bilder: Manuel Malcherowitz

 

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