(469) Das Goldene Mädchen


„TheaterSpielen für Alle“ präsentierte im neongrünen Lichterschein das Bulgarische Märchen vom Goldenen Mädchen auf der Lichtmeile 2017!

      

Es regnete seit langer Zeit erstmals bei einem unserer Programmpunkte wie in Strömen, was aber nicht weiter schlimm war, stand an diesem Wochenende doch mit der Lichtmeile 2018 ein Indoor-Programm auf unserem Aktivitätsplan. Ja, unser ANIMUS-KLUB-Wettergott lässt interessanter Weise nicht nur bei unseren Outdoor-Aktionen regelmäßig die Sonne für uns scheinen, Nein, er lässt es nun auch schon seit gut vier Jahren immer nur dann regnen, wenn wir uns ohnehin in einer trockenen Location – im Museum, im Theater, oder auf einer Ausstellung etc. – befinden.

Dennoch war das „Schmuddelwetter“ an diesem Tag nicht wirklich einladend für eine Programmaktivität. Dementsprechend hofften die Verantwortlichen sehr, dass doch einige Zuschauer den Weg ins Mannheimer Quartiermanagement finden würden, um ihnen bei ihrer Premiere des Märchens „Das goldene Mädchen“ beizuwohnen.

Heute mal wieder als Unterstützer dieses ehrenwerten Projektes – „Bulgarische Kinder, die großteils erst seit Kurzem in Mannheim leben, führen ein Theaterstück in deutscher Sprache auf“ – waren wir gut zwei Stunden vorher an Ort und Stelle, um die Kameratechnik aufzubauen, und die besten Positionen zum Fotografieren des Stücks zu suchen.

Die Maske war gerade noch in vollem Gange, und Kinder wuselten vor Aufregung durch die Gegend oder unruhig auf ihren Sitzen hin und her. Für einige war es der erste große Auftritt. Dass hier natürlich auch eine Portion Lampenfieber dazugehörte, war fast selbstverständlich.

Ein Jahr hat Regisseur Limeik Topchi mit den Kindern dieses knapp 40-minütige Theaterstück einstudiert. Zwei Mal wöchentlich wurde im Alten Volksbad geprobt, und dabei die synchronen Dualtexte einstudiert. Limeik Topchi präsentiert wieder einmal das besondere Theaterstück, indem er die Handlung in doppelter Hauptbesetzung parallel spielen lässt. Das heißt, es gab zwei Goldene Mädchen. zwei Väter und zwei Schwiegermütter, sowie zwei alte Frauen, die zur gleichen Zeit die gleiche Szene auf der Bühne darstellen, und den gleichen Text sprechen. Alle Achtung. Wir durften also gespannt darauf sein, wie die Kinder das später live auf der Bühne umsetzen werden.

Gut eine halbe Stunde vor dem Auftritt gab es dann noch ein Warm-Up. Hier führte die Trainerin Beate Gerbil Lockerungsübungen mit den Kindern durch. Danach hieß es umziehen, denn die ersten Besucher betraten bereits den Vorführraum.

Das Goldene Mädchen erinnert zwar von seiner Grundstruktur „Guter Vater – böse Schwiegermutter“, sowie dem Verschwinden des Mädchens im dunklen Wald, ein wenig an Hänsel und Gretel, so die Moderatorin Michelly Nowlly, die die Besucher ganz herzlichst begrüßte. Ansonsten hat die Geschichte aber überhaupt nichts gemein mit dem äußerst brutalen Klassiker der Gebrüder Grimm.

Die junge Schauspielerin des UNSER THEATERS bedankte sich noch bei allen Verantwortlichen, die bei diesem Projekt mitgeholfen haben, und machte dann die Bühne frei für die Premiere des Goldenen Mädchens.

Gleich darauf stürmte die Kindertruppe die Bühne und gab, in Mitten der Vernissage von Kemal Celik, ein für viele Zuschauer doch unbekanntes Märchen zum Besten. Schon zu Beginn blitzte das synchrone Sprechen auf, das dem Märchen eine ausdrucksstarke Dramatik verlieh. So verwandelte sich die Kindermenge fortan nicht nur in Objekte (Bäume) und zur Mitte des Stücks auch in Tiere (Spinnen), sondern sie stellte auch das situative Befinden der Hauptpersönlichkeit dar.

Im Wirren der hin und her wuselnden Kinder, begann dann die synchron gespielte Geschichte. Die zwei Mädchen verloren sich im Walde, während die zwei Väter mit ihren zwei neuen Ehefrauen tanzten. Alsbald schon luden zwei alten Frauen die beiden verlaufenen Mädchen zu sich nach Hause ein, um ihnen ein trautes Heim zu bieten.

      

Fleißig begannen die Mädchen aus Dankbarkeit den Mütterchen im Haushalt zu helfen und für sie Gutes zu tun. Daneben rückten die Darsteller in weitere Rollen und durch zusätzliche Requisiten konnte der Spannungsbogen von einigen Szenen noch deutlich erhöht werden.

Am Fuße eines magischen Flusses, der täglich seine Farbe wechselte, sangen die Mädchen den beiden Alten auf ihren Wusch ein Einschlaflied. Im tiefen Schlummer färbte sich dann das Wasser des Flusses Gelben, und die Mädchen weckten die Mütterchen auf.

      

Spätestens als gleich darauf der zauberhafte Schleier der Dankbarkeit vor den Augen des Publikums hin- und her wehte, und sich gleich darauf die beiden Mädchen in Goldene Mädchen verwandelten, machten auch die kleinsten Zuschauer ganz große Augen, und waren voll in den Bann dieses Märchens gezogen, das mittlerweile wie eine schöne Erinnerung vor ihren Augen tanzte.  

Würdevoll mit einem Kistchen Gold von den Mütterchen beschenkt, wurden die beiden Goldenen Mädchen wieder auf den Pfad nach Hause begleitet.

      

Ob die Mädchen, ihr Zuhause jedoch wieder fanden, und welche Abenteuer sie noch durchleben mussten, das möchten wir jetzt nicht verraten. Weitere Aufführungen des Märchens sind in Planung, und wir halten euch natürlich auf dem Laufenden, wann ihr in Genuss dieses tollen Schauspiels kommen könnte. Es lohnt sich sehr.

 

 

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