(409) BILDUNG ist LICHT


„Wunden verheilen! – Böse Worte hingegen, vergisst man nie!“ – ANIMUS KLUB dokumentierte das festliche Konzert zum Tag der Bulgarischen Bildung und Kultur und des Kyrillischen Schrifttums!

    

Beim Mannheimer Erbe der Weltkulturen präsentierten die Kinder der Bulgarischen Schule als Buchstaben verkleidet das Kyrillische Alphabet. Bei der anschließenden Ausstellungseröffnung vor drei Wochen im zeitraumexit lernten sich dann unser erster Vorsitzender Alexander Höfer und die Verantwortlichen der Bulgarischen Bildungs- und Kulturförderung – den Vorstandsvorsitzenden Herrn Stefan Karakehayov, Frau Aneliya Doeva-Neumüller, sowie ihre Schwester Frau Nikolina Doeva und die Lehrerin der Bulgarischen Schule Frau Fanziska Ludwig-Selimska kennen, und tauschten Ideen und Adressen aus.

      

Drei Wochen später machen wir bereits zusammen das, wofür die Grundidee des Mannheimer Bündnisses steht – Wir machen etwas zusammen! – So fragte uns Aneliya Doeva-Neumüller, ob wir für sie eine Dokumentation über den Tag der Bulgarischen Bildung und Kultur und des Kyrillischen Schrifttums machen könnten. Auch wenn diese Anfrage sehr kurzfristig kam, und wir derzeit ziemlich viel Programm um die Ohren haben, konnten wir in der letzten Woche dieses besondere Event noch auf unserem Programmplan unterbringen.

Jedes Jahr organisiert der Verein Bulgarische Bildung- und Kulturförderung zusammen mit dem Bulgarischen Studentenverein „Bai Ganyo“ diese, um es gleich vorweg zu nehmen, unglaublich abwechslungsreiche Feierlichkeit, die in diesem Jahr in den Räumlichkeiten der Reiss-Engelhorn-Museen stattfand.

Früh angekommen, mussten wir zunächst einmal einen Platz finden, um die Kamera zu positionieren. Da die Räumlichkeit eher einem Universitätsvorlesungssaal ähnelt, und die Sitzreihen platzsparend treppenstufenähnlich nach oben angeordnet sind, war es nicht einfach einen geeigneten Ort zu finden, an dem wir später dann auch die Show ideal filmen konnten. In der letzten Reihe stand Mittig auch noch der Regieraum im Wege, dessen Seitenmauern die Sicht auf die kleine „Bühnenfläche“ vor der ersten Sitzreihe extrem einschränkte, und ein Zoomen so gut wie unmöglich machte. Notgedrungen quetsche sich unser erster Vorsitzender direkt zwischen den Regieraum und die Sitzreihe davor, während sich unser Slawa mit der Schwierigkeit konfrontiert sah, in der ersten Reihe über den kompletten Zeitraum der Aufführung auf dem Boden hin- und herkrabbeln zu müssen, um gute Fotos von den Akteuren machen zu können.

Eröffnet wurde das festliche Konzert mit der Präsentation von „Azbutschna Moltiva“, dem Alphabetgebet von Konstantin Preslavski. Das „Azbutschna Moltiva“ schrieb Preslavski im Jahre 894, und es ist das Vorwort des Lehrevangeliums und gleichzeitig auch das erste Gedicht der Bulgarischen Literatur. Hier traten die Kinder nacheinander ans Mikrofon und präsentierten uns zu einer begleitenden Musik die 30 Buschstaben des Kyrillischen Alphabets in seiner ganzen Pracht.

Aneliya Doeva-Neumüller begrüßte im Anschluss daran die Zuschauer, indem sie ihnen mit dem Gedicht „Rodna Retsch“, zu Deutsch „Muttersprache“, von Kinderbuchautor Ran Bossilek den Ursprung der Bulgarischen Sprache näherbrachte.

Danach hieß es erneut „Bühne frei!“ für die Kinder, die nun noch einmal ihren Beitrag zum Mannheimer Erbe der Weltkulturen vorführen durften. Nacheinander traten die Kinder in Form von Buchstaben ans Mikrofon, und stellten symbolisch „Ich liebe Mannheim“ in kyrillischen Buchstaben dar. „♥ МANХАЙМ“

Nun war es Zeit für den ersten, und gleich ganz besonderen musikalischen Programmpunkt. Der 14-jährige Pavel Theodor Chatzipavlidis setzte sich an den Flügel und spielte frei und ohne Noten zur großen Überraschung unseres ersten Vorsitzenden den „Tanz im bulgarischen Rhythmus Nr. 4“ des Ungarischen Klassikmusikers Béla Bartók in einer hervorragenden Interpretation, sowie im Anschluss daran, gleichbleibend exzellent, die „Verrufene Stelle“ aus den Waldszenen Nr.4 von Robert Schumann, die ja einst auch Ferenc Liszt „coverte“.

Eine Tanzetüde, die von Miroslav Stanev und Ekaterina Mechova einstudiert wurde, zeigt dann eine Schulpause aus dem bulgarischen Kultfilm „Der Krieg und der Igel“. Hier hüpften und sprangen die Kinder im klatschenden Rhythmus ihrer Anleiter und dem Publikum fröhlich im Kreis herum, und hatten sichtlich viel Spaß bei dieser tänzerischen Darbietung.

Der Bär und das böse Wort, hieß die nächste Präsentation der Kinder, bei der Polina Georgieva und Monika Kostova nicht nur bilingual – sowohl auf Bulgarisch als auch auf Deutsch – wunderschön einen Auszug aus dem berühmten Bulgarischen Volksmärchen vorlasen, sondern im Hintergrund auch kongenial dazu der Film von den beiden Schülern Leon Paris Neumüller und Robert Ludwig eingespielt wurde, der diese Geschichte visuell begleitete. „Kinder, ganz großes Kino!“

Das traditionelle Volkslied „Brela moma ruzha tsvete“ – Ein Mädchen pflückte Malven-Blumen, sowie „Izbegla moma“ – Das Mädchen ist weggelaufen – ein Stück von Svetozar Christov, präsentierten uns dann unmittelbar danach die Musikgruppe „BBand“ als Programmintermezzo, bevor gleich darauf die „Wilden Trommler“ von der Orientalischen Musikakademie Mannheim unter der Leitung von Taifun Ates, die Jemben und Trommeln schmetterten, dass es grad so krachte. In teils schwindelerregendem Tempo wirbelten uns die Akteure ihre Rhythmen entgegen, deren Faszination in einem großen Jubel der Zuschauer zum Ausdruck kam.

„Sage nicht Gute Nacht mein Liebster“, die Liebesgeschichte dieses traditionellen, aus Südost-Bulgarien stammenden Volksliedes, brachte uns nun die klassische Sängerin Semra Sabkova zu Gehör. Mit einer sehr kräftigen und markanten Stimme trug sie uns inbrünstig dieses traditionelle Stück vor.

Gleich darauf gab es noch eine Reihe hervorragender Volkstänze von der Gruppe „Folklore Fabrik“ zu bestaunen, die teilweise auch von der BBand begleitet wurden.

Zwischendurch trat dann noch einmal Semra Sabkova auf, um uns ein Lied aus der Stadt Pazardzhik zum Besten zu geben und ein Chor sang andächtige Bulgarische Kirchenlieder.

     

Zum Finale des Abends gab es eine magische Multimedia-Show mit dem Stück „Everything is Love“ von Michael Bush, für dessen Choreografie er gerade in Los Angeles mit dem „The Akademia Music Award“ ausgezeichnet wurde. Futuristische Drei-D-Animationen à la Pink-Floyd und Jean-Michel Jarre flogen dem Zuschauer zu cineastischen Sounds und melancholischen, großteils in träumerischem Moll-gehaltenen Akkord- und Melodiefolgen entgegen. Knapp zehn Minuten waren wir quasi vollständig hineingezogen in diese faszinierende Welt aus Musik und Bildern, die gen Ende auch noch die insektenreiche Tierwelt in Superzeitlupe zeigte.

„War das eine großartige Feier!“, sagte Slawa Kostin begeistert, der heute mit 486 Bildern durchaus sehr stolz auf seinen neuen Magnum-Opus sein konnte, als das Licht im Saal wieder anging.  

Wir freuen uns heute schon auf die nächsten gemeinsamen Programme und Projekte mit dem Bulgarischen Bildungs- und Kulturverein, sowie der Bulgarischen Schule und natürlich auch mit den tollen Kindern.

Bilder: Slawa Kostin

 

Diese Berichte könnten euch auch interessieren:

Bulgarische Erzählungen Стоянка Мутафова 2. Int. Frühstück Olga Tokarczuk

 

MA-Kulturerbe (1) MA-Weltkulturerbe (2) MA-Weltkulturerbe (3) A. Усачёв

 

                       

ANIMUS KLUB

Ergebnisse vergisst man. Besondere Momente jedoch, bleiben ein Leben lang!

      

„Hat euch unser Bericht gefallen?“ – Wenn ja, dann würden wir uns über euer „Like“ und einen Kommentar auf Facebook sehr freuen. Vielen Dank

Tweet about this on TwitterPrint this pageShare on Google+Share on FacebookEmail this to someone