(548) Tour der Kultur 2018


Das Makkaroni-Schloss, der Spaghetti-Tetraeder und andere mystische Kunstwerke! – ANIMUS-KLUB-KIDS erlebten Weiße Kunst und verblüffende Physiochromie!

      

Die Ludwigshafener Tour der Kultur ist schon seit Beginn vor drei Jahren ein absolutes Muss für uns und unsere Kids. Jedes Jahr öffnen die kreativen Häuser der Stadt ihre Tore für Kunst, Kultur, Musik und andere besondere Erlebnisse. Einen ganzen Tag lang können, oder besser gesagt, dürfen unsere Kids hier grenzenlos kreativ sein, viele unterschiedliche Musikstile in sich aufnehmen, und einfach nur bei einer entspannten Atmosphäre wunderschöne Muße genießen; eine Muße, die in der Vergangenheit immer unser Lernen und unser Tun sehr stark bereichere. Es ist einfach nur toll, was die einzelnen Einrichtungen an diesem Tag aus dem Hut zaubern und ihren Gästen servieren.

Die Tour der Kultur hat es aber als Veranstaltung nicht wirklich einfach, denn parallel dazu finden meist andere Großereignisse für Kinder statt, wie zum Beispiel der Familientag im Luisenpark, bei dem heute auch ein Teil unserer Mädchen einen Tanzauftritt absolvierte, und sie deshalb leider auf die neuen und tollen Eindrücke verzichten mussten. Auch die BASF veranstaltete einen kurzfristigen und im Vorfeld nicht geplanten Erlebnistag für Familien, was sich natürlich auch deutlich spürbar auf die Besucherzahl, sowohl bei den Führungen und Workshops in den Museen, als auch bei den musikalischen Rahmenprogrammen auswirkte.

Aber wir waren wie immer mit ein paar Kindern live dabei, weil die Aktionen und Programme dieser Tour für uns einen sehr hohen und kreativen Stellenwert haben, und wie hoch dieser Stellenwert tatsächlich ist, darüber wollen wir euch nun berichten. 

Unser geliebtes Hackmuseum war die erste Station von insgesamt zwölf Stationen, die wir an diesem Tag besuchten. „Das sehen entdecken“ – So lautete der Übertitel der interaktiven Mitmachführung „Bild und Blick“, den uns heute die Museumspädagogin Valentina Jaffé intensiv schärfen sollte, denn die neue Dauerausstellung mit hauseigenen Werken, zeigt die malerische Perspektive nicht nur aus der Sicht des Betrachters, sondern auch aus der Sicht des Künstlers selbst.

So warteten im Obergeschoss des Museums unheimlich spannende Bilder auf uns; Bilder, wie zum Beispiel „Die Fremde“ von Markus Vater, ein Portrait, das uns sofort ein wenig schwummerig vor Augen werden ließ. Eine Frau mit vier Augen als Akt gezeichnet, erweckte eine ganze Zeit lang unsere uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Beim intensiven Betrachten des Gesichtes tanzen mit der Zeit tatsächlich unsere Augen hin und her, und die Welt verschwand fast vollständig im Schwindel. Eine vergleichbare Maske verinnerlichte den Kindern gleich darauf, welche Wirkung vier Augen unmittelbar auf den Betrachter haben.

Ein graues Fensterbild von Michael Roedecker, bei dem wir weder erkennen konnten, ob dieses Fenster eine Sicht nach Außen oder eine Sicht nach Innen bietet, stand als nächstes im Mittelpunkt, bei dem die Kinder unweigerlich ins Rätseln kamen.

Danach tauchten wir ein, in den neuen Weißen Raum des Museums, den wir beim letzten Besuch schon einmal – allerdings ohne Führung – besucht haben. Hier hängen tatsächlich nur weiße Bilder. Jetzt könnte man sofort meinen, dass man diese Bilder an den weißen Wänden des Museums überhaupt nicht sehen oder erkennen könnte. Doch das ist Gott-sei-Dank nicht der Fall. Die einzelnen Kunstwerke erschließen sich ziemlich schnell als absoluter Hingucker, und bringen den Betrachter regelrecht zum Staunen, denn es verbergen sich unheimlich viele Konturen und versteckte räumliche Phänomene in ihnen.

      

Über das geniale Bild „Pulsierende Strukturierung“ von Gianno Colombo, das sich auf Kommando ein- bzw. ausschaltet, haben wir ja bereits in unserem Artikel „Wie viele Beine hat ein Regenwurm?“ ausführlich berichtet. In diesem „Weißen Raum“ befinden sich aber noch andere Kunstwerke, die uns ganz tief in ihren Bann zogen, wie zum Beispiel „das Quadratenrelief“ von Hartmut Böhm, das von der Seite betrachtet völlig andere Konturen zeigte, als von vorne, sowie das geniale Säulenkunstwerk „Wagnis“ von Klaus Staudt, das uns vor die gute Frage stellte, wie denn der Künstler in der Lage war, diese unzähligen Gegenstände frei im Raum stehen zu lassen, ohne dass sie herunterfielen.

Nach der Faszination in Weiß, durften wir nun Quadrate à la Joseph Albers anfertigen. Der Künstler zeichnet sich dadurch aus, dass er generell Quadrate unterschiedlicher Farbe übereinander malt, und damit den Blick unweigerlich auf das Innere des jeweiligen Bildes richtet. Hunderte unterschiedlicher Bilder, auch unterschiedlich farbiger Bilder hat der Künstler bereits gemalt, und heute durften wir seine Sammlung mit unseren eigenen farblichen Ideen weiter komplimentieren.

Nach diesem Intermezzo waren wir als Betrachter intensiv gefordert, denn es erwarteten uns Werke, die sich veränderten, wenn wir uns bewegten oder an ihnen vorbei liefen. Auch darüber haben wir in unserem letzten Bericht schon kurz informiert. Dieses Mal bekamen wir allerdings von Valentina Jaffé die Werke ganz genau erklärt, und durften sie gleich darauf unter Anleitung wesentlich tiefer ergründen, als beim letzten Mal, denn es ist etwas völlig anderes, einfach nur an den einzelnen Werken vorbeizulaufen und dabei festzustellen, dass sich zum Beispiel die Form oder das Licht, bzw. der Schatten verändert, oder dabei genau auf die Details der Veränderungen zu achten. So fielen unseren Kids neue und völlig überraschende Verwandlungen auf, und sie konnte sich dadurch bei dem Werk „Licht-Materie“ von Adolf Luther sogar kopfüber in 3D im Raum stehen sehen.

Physiochromie, so nennt der 95-jährige aus Venezuela stammende und in Paris lebende Künstler Carlos Cruz-Diez seine schöpferische und eindrucksvolle Kunst, die sich ständig wie von Geisterhand verändert, und uns so einen völlig anderen Blick beschert, je nachdem von welcher Position aus, wir seine Werke betrachten.

        

Mit diesen neuen und völlig verblüffenden Eindrücken ging es nun wie immer ins Atelier, um ein Kunstwerk in dieser Form und ähnlicher Genialität anzufertigen. Und hier waren unsere Kiddies in der Tat mal wieder mehr als kreativ und einfallsreich. Inspiriert von den Materialien, die ihnen Valentina heute zur Verfügung stellte, darunter auch Makkaroni, Spaghetti und Gabel-Pasta, rauschten sie mal wieder ganz tief in ihre Fantasie hinein, und entlockten ihr dabei einige Ideen, die genialer nicht hätten sein können.

Neben einem dreidimensionalen Spaghetti-Tetraeder entstanden ein Walt-Disney-ähnlichen Schloss aus Makkaroni, und ein Namens-Nudel-Türschild. Um diese Werke den gewonnen Eindrücken der Ausstellung anzupassen, durften unsere Kids diese im Hof ringsum mit weißer Farbe ansprühen. Damit die Farbe an den Gegenständen besser haften bleibt, mussten sie ihre Werke gleich zwei Mal in einem Abstand von dreißig Minuten einsprühen, und die Zeit dazwischen mit weiteren kreativen Ideen füllen.

„Alexander, wenn ich morgen meinen neuen Klassenkameraden sage, dass ich ein Schloss aus Makkaroni gebaut habe, dann glauben die bestimmt, ich sei verrückt!“, so unser neuer Dreikäsehoch Dominik. „Möglich, du bist aber nicht verrückt. Im Gegenteil. Du bist sogar unheimlich genial, wenn du aus Makkaroni ein Schloss baust“, so unser Vorsitzender zum Finale unseres Besuches im Wilhelm-Hack-Museum.

      

Was wir sonst noch alles an diesem fantastischen Tag der Kultur erlebt haben, das erfahrt ihr in unserem nächsten Bericht über die Singenden Balkone 2018.

 

 

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ANIMUS KLUB

Der schöne Moment im Blick!

        

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