(519) Zusammen klappt’s (11)


Masterplan\kino von Thomas Scheibitz und Dekalkomanie à la Max Ernst! – Oder vom Motterling zum Kakadil! – Hackmuseum bot eine farbenfrohe und unheimlich kreative Fünf-Sinnes-Führung!

      

Bereits beim letzten Besuch konnten wir schon ein wenig in die neue und bildschöne Ausstellung von Thomas Scheibitz hineinspicken, und uns war sofort klar, dass wir uns diese nicht entgehen lassen würden. Zwar war die Vorfreude auf den neuen Workshop „Zusammen klappt’s“ mit Anja Guntram enorm groß, doch eine vorübergehende Krankheitswelle und ein trauriger Fahrradunfall hatten zur Folge, dass fast alle unsere kunstinteressierten Kids leider zu Hause in ihren Betten bleiben mussten.

So war Victoria an diesem Samstagnachmittag die einzige, die in den Genuss dieser grandiosen Ausstellung kam. Überdimensional große und topmoderne, farbenprächtige Gemälde, sowie geniale Skulpturen zieren derzeit die Wände der Sonderausstellung des Wilhelm-Hack-Museums. Jedes Bild und jede Skulptur ist ein absoluter Hingucker, und unheimlich kindgerecht, da kunterbunt. Hinzu kommt, dass der Künstler Thomas Scheibitz sehr viele unterschiedliche Objekte aus Orthografie und Mathematik zusammenfügt, und sie mit anderen, bekannten, teils auch zerlegten Alltagsobjekten, wie zum Beispiel Häuser, Lego-Figuren, Vögel etc.,  zusammenmischt oder verbindet, und jedes einzelne Werk davon zum Leuchten bringt. So ist der Betrachter geradezu überwältigt von der vielfältigen Farbenpracht und der positiven Abstraktion, die von den Bildern ausgeht.

Die Ausstellung selbst ist vom Wilhelm-Hack-Museum in Kooperation mit dem Kunstmuseum Bonn entwickelt worden. Viele Werke sind gerade mal ein Jahr alt, und geben ihr Debüt hier in Ludwigshafen. Wie immer lässt die Museumspädagogin Anja Guntram die Kinder vor den Werken Objekte suchen, Farben und Formen erkennen, aber auch rätseln, was der Künstler uns mit bestimmten Hervorhebungen oder Schattierungen zum Ausdruck bringen möchte. Eines war aufgrund der bereits schon erwähnten Farbenpracht bereits jetzt schon klar, der Künstler zieht uns unweigerlich in seinen Bann hinein. Es ist quasi unmöglich sich seiner Kunst zu entziehen.

Fantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt, und gerade in der Kunst können sie sich frei entfalten, und dadurch auch neue surreale Objekte entstehen lassen. Der Malstil des Künstlers ist bei allen Bildern deutlich erkennbar. Jedes Bild glänzt mit einer genialen Farbkombination, die es ermöglicht, jedes Objekt, selbst sogar den Hintergrund, in den Vordergrund zu stellen, und vermittelt dadurch, dass die Buchstaben „A“ und „E“ fast in jedem Bild irgendwo zu finden sind, eine unverkennbare Handschrift.

In der Ausstellung ist auch ein Tisch positioniert auf dem wir viele Objekte der Bilder wiederfinden konnten. Ein gigantisches Puzzle-Teil machte dann irgendwie darauf aufmerksam, dass wir bei jedem Bild die einzelnen Teile zu einem Ganzen zusammenfügen sollten. Eine Haus-Gießkanne oder besser gesagt ein Gießkannen-Haus faszinierte uns im hinteren Teil der Ausstellung.

        

Im zweiten Teil der Führung präsentierte uns Anja das Gemälde „La nature à l’aurore“ von Max Ernst, und machte damit einen künstlerischen Zeitsprung von gut 100 Jahren. Hier machte uns die Museumspädagogin auf eine neue Maltechnik aufmerksam, nämlich die Dekalkomanie, auch Abklatschtechnik genannt, und zeigte uns wie der Maler diese Technik in sein Werk einfließen ließ.

„Wir können sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen. – Aber wie ist das mit dem Träumen?“ – „Könnt ihr im Traum riechen oder schmecken?“ – Die Träume sind in der Tat eine Dimension, die anders ist als das Leben. Vielleicht sogar der 6. Sinn?

Hier versuchte der Künstler mit einer neuen Maltechnik seine Träume darzustellen. Das Bild selbst wirkt fast wie eine Fotografie, wären da nicht die verwischten Spuren des Traumes, die er dort verewigte.

Auch die Technik des Übereinanderklebens – Blatt auf Blatt –  oder die Kombination aus Motte und Schmetterling zum „Motterling“ bekamen die Kinder unmittelbar vor Augen geführt, genauso wie das Zeichnen auf rauem Untergrund, das ja ganz spezielle Schattierungen in das jeweilige Bild einfließen lässt. Kurz um die Kiddies bekamen heute wieder jede Menge Tipps und Tricks, wie man anders malen kann, oder wie man neue Motive erstellt. „Ein „Kakadil“ wäre auch nicht schlecht!“, so die spontane Idee unseres Vorsitzenden Alexander Höfer, eine lustige Anregung, die Victoria mit ins Atelier nahm, wo sie gleich darauf zusammen mit den anderen ihrer Kreativität freien Lauf lassen durfte.  

Für die Technik der Dekalkomanie hatte Anja viele Farben, und spiegelähnliche Platten bereitgelegt. Hierauf konnten die Kinder ihre Gedanken zunächst spritzgebäckähnlich aufmalen, und danach entweder auf ein Blatt Papier pressen oder verwischen. Je nachdem für welche Technik man sich entschied, entstanden völlig andere „Abklatsche“ und ganz interessante Ergebnisse, die teilweise auch an Tiere aus der Fantasiewelt erinnerten.

So entstand zum Beispiel aus Mama und Papa ein fast dreidimensional wirkendes Bild, das durch seine Verwischungen ein richtiger Blickfang war. Je nachdem welche Farbkombination man wählte, fingen die Bilder gar an zu leuchten, oder sich farblich gegenseitig zu verstärken.

      

Auch eine Flasche konnten die Kinder kunterbunt bemalen. Diese musste aber zum Trocknen ins Freie. Wir sagen wie immer ganz lieben Dank an Anja für diesen farbenfrohen und technisch sehr versierten Workshop und freuen uns schon auf den September, wenn es wieder heißt: „Tour der Kultur“.  

 

 

Diese Berichte könnten euch auch interessieren:

Int. Museumstag 2018 Zusammen klappt’s (1-5) Zusammen klappt’s (6-10) Märchen schreibt die Zeit

 

Magische Welten I Like To Move It Der Duft von Curry Tour der Kultur 2017
img_6585

     

 

 

ANIMUS KLUB

Kunst ist der beste Weg die Kultur der Welt zu begreifen! – (Pablo Picasso)

      

„Hat euch unser Bericht gefallen?“ – Wenn ja, dann würden wir uns über euer „Like“ und einen Kommentar auf Facebook sehr freuen. Vielen Dank