(574) Wieso, Weshalb, Warum? – (2)


Considering Finland! – Laubschnipsel! – und abgefahrene Portraits! – ANIMUS-KLUB-KIDS retteten erneut einen Super-Workshop im Ludwigshafener Kunstverein!

        

Bei unserem letzten Besuch bei UNARTIG des Ludwigshafener Kunstvereins war die Workshop-Leiterin Janet Grau überglücklich, dass wir mit unseren Kindern gekommen waren, weil die Untugend, sich anzumelden, und dann einfach nicht zu erscheinen, leider heutzutage gang und gäbe ist, und dadurch auch immer die Gefahr besteht, dass sehr liebevoll vorbereitete Workshops am Ende sogar ausfallen müssen. „Ein Wort ist ein Wort!“, so galt es früher. Heute hingegen, ist ein Wort, oftmals nur noch ein Wort, oft wertlos. „Sich auf jemanden verlassen können!“, das war einst eine ganz große Eigenschaft der Deutschen; eine Tugend, die gerade für Kinder und Jugendliche sehr wichtig ist, legt sie doch den eigentlichen Grundstein für das Erreichen von Zielen, insbesondere Lernzielen!“

„Heute-so! – Morgen so! – Aber jetzt im Moment will ich doch lieber etwas ganz anders!“ – Das aktuelle „Klick-Symptom“, sowie das kurzzeitige „Spaß-Hype“ des Handys, oder auch die exzessive Bedürfnisbefriedigung im Jetzt und Hier, bestimmen unseren Alltag, und rauben unserer Gesellschaft immer stärker ihre Selbstbestimmtheit, ihre Freizeit, und nicht zu Letzt auch ihren inneren Frieden. Lebenswichtige soziale und emotionale Werte wie „Anstand, Empathie, Liebe, Führsorge, aber auch Wärme und Zuverlässigkeit etc.“, sie verwelken traurig im eiskalten Schatten strahlend schöner virtueller Welten.

        

So fühlte sich unser Vorsitzender Alexander Höfer durchaus geehrt, als ihn Stefanie Schubert vom Ludwigshafener Kunstverein kontaktierte, um sich zu erkundigen, ob unsere ANIMUS-KLUB-KIDS auch dieses Mal wieder dabei sein würden.    

Da das Programm schon seit ein paar Monaten auf unserer Agenda steht, und wir derzeit auch wesentlich mehr kunstaffine Kids in unseren Reihen haben, als früher, konnte unser Vorsitzender der Kunsthistorikerin eine Teilnahme von vier bis sechs Kindern garantieren.

Leider sind auch wir als Verein nicht wirklich vor Krankheiten oder kurzfristigen familiären Planungen gefeit, und so konnten wir dieses Mal „nur“ mit drei Kindern teilnehmen. Drei Kinder sind in der heutigen Zeit aber schon sehr viele, vor allem dann, wenn man die traurige Tatsache berücksichtigt, dass auch dieses Mal die anderen angemeldeten Kinder und Eltern wieder durch ihre Abwesenheit glänzten.

Considering Finland, heißt die neue und zweigeteilte Ausstellung, die der Ludwigshafener Kunstverein zusammen mit den Mannheimer Kollegen von PORT25 derzeit präsentiert, und uns einen tiefen Einblick in die Natur dieses wälder- und seenreichen Landes bietet. Im Mittelpunkt stehen aber auch der Mensch, sowie seine individuelle Beziehungen zu der dortigen Natur.

So startete der Workshop dieses Mal mit dem Anfertigen von natürlichen Hintergründen. Dafür stellte Janet unseren Kindern mehrere Farben zur Verfügung, die sie fortan mit bestimmten Wischtechniken auf A2-Bögen verteilen sollten. Passend – im Weihnachtsmann-Outfit – angezogen (der Weihnachtsmann kommt ja bekanntlich aus Lappland, also dem hohen Norden Finnlands) – füllten unsere Kids nun fleißig einen Bogen nach dem anderen mit unterschiedlichen Farbkonstellationen, und machten auch ein paar großartige Abklatsch-Bilder von Bögen, bei denen sie versehentlich mit zu viel Farbe arbeiteten.

Jetzt folgte der anspruchsvolle Teil des Workshops. Unsere Kinder sollten sich nun ganz intensiv mit der Ausstellung beschäftigen, sich dabei ein ganz bestimmtes Portrait-Bild heraussuchen, und von diesem eine Bleistiftzeichnung anfertigen. Des Weiteren durften sie sich ein Bild heraussuchen, das ihnen persönlich am besten gefiel, und dieses am Ende auch vorstellen.

      

Die lustigen, aber gleichzeitig auch fantastischen Fotos von Riitta Ikonen & Karoline Hjorth sind absolute Hingucker. Es sind Bilder, die nicht nur charakterlich die Finnen, sondern auch den ganz speziellen Humor Finnlands widerspiegeln. „Total verrückt!“, könnte man die Fotos ebenfalls bezeichnen, wobei die Finnen ja von sich selbst behaupten, dass sei ein wenig verrückt wären, da verrückt sein, ja auch Spaß macht, und Spaß hatten die älteren Menschen offensichtlich sehr, die hier für Riitta Ikonen und Karoline Hjorth Modell standen.

      

Ein weiteres Highlight der Ausstellung sind die Vogelbilder von Sanna Kannisto. Die Künstlerin erstellte dafür eine spezielle weiße Foto-Box in freier Natur, füllte deren Inhalt mit Ästen, und ließ im Anschluss daran Vögel hineinfliegen, um sie gestochen scharf fotografieren zu können. Dadurch entstand eine wunderschöne Manege, die sowohl den Vogel, als auch die Natur in ein ganz besonderes Licht rückte. Teilweise wirken die Bilder wie gemalt. Ein Video verdeutlichte zudem die Arbeit der Künstlerin, und zeigte uns, wie schwierig es war, dieses Unterfangen zu realisieren. Auch Janet wies uns in diese besondere Kunstform ein, und erklärte uns die einzelnen Vorgänge ganz genau.

Ein gut vierzig-minütiger Dokumentationsfilm, der teilweise auf Finnisch, Schwedisch und Englisch gesprochen wird, gewährte uns einen ganz tiefen Einblick in die Geschichte des Landes, sowie deren unsagbar schönen Natur. Viele lustige Szenen, aber auch überraschende Momente, ließen uns ein ums andere Mal Schmunzeln, und gaben uns ebenfalls einen Eindruck in das durchaus unterhaltsame Leben der Finnen.

      

Nachdem unsere Kinder mit ihren Portrait-Zeichnungen fertig waren, durften sie erläutern, warum sie sich gerade für dieses Bild zum Abzeichnen entschieden haben, und gleich darauf auch ihr absolutes Lieblingsbild der Ausstellung vorstellen. So rückten auch die sensationell modellierten Fotos von Ikka Halso, und die Schwarz-Weiß-Fotos Anna Reivilä in den Fokus.    

Mit diesen neu gewonnen Eindrücken ging es dann nach einer kurzen Mittagspause in den eigentlichen Workshop hinein, bei dem nun jeder für sich seine Ideen und Fantasien verwirklichen konnte.

        

Die anfangs erstellten Hintergründe wurden nun fein-säuberlich in kleine Stücke zerrissen, sodass sie gleich darauf wie heruntergefallenes Laub wirkten. Im Freien durften unsere Kiddies nun noch trockene Blätter aufsammeln und damit ihre Kunstwerke erstellen.

Wir bedanken uns ganz besonders bei Janet Grau für diese tolle Inspiration und ihre Geduld unseren Kindern diese neuen Kunstfacetten näher zu bringen, und wir freuen uns schon sehr auf die nächsten „Wieso-Weshalb-Warum-Workshops“ 2019.

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