Alle sahen gleich aus! – Nur ich war anders! – Internationale Rassehundeschau begeisterte wieder Tausende Besucher – Zweibeiner und Vierbeiner – mit vielen Rassenvorführungen, Ausstellungen und dem genialen Dog-Diving!
Immer wenn mein Herrchen mich nach dem Spaziergang noch einmal ruft und die Leine holt, dann weiß ich, dass wir einen tollen Ausflug machen, und mit dem Auto irgendwo hinfahren. In diesen Momenten freue ich mich immer sehr, denn ich liebe Autofahren über alles, und da ich nie weiß, wohin wir fahren, bin ich auch jedes Mal unglaublich aufgeregt, weil ich auch weiß, dass ich bestimmt wieder etwas sehr interessantes und ganz tolles erleben darf.
So auch dieses Mal, denn mein Herrchen fuhr zusammen mit mir auf die Internationale Rassehundeausstellung nach Ludwigshafen, auf die ich im letzten Jahr aufgrund der Hitze leider verzichten musste. Zwar war es in diesem Jahr auch ziemlich warm, aber bei weitem nicht so heiß, wie damals.
Nach einer knapp dreißigminütigen Fahrt kamen wir auf dem Gelände des Ebertparks an. Ich war natürlich wie immer total nervös als ich ausstieg, weil ich die neue Umgebung überhaupt nicht kannte. So fing ich gleich mal an dieses völlig unbekannte Revier zu inspizieren. Ich schnupperte hier, ich schnupperte dort, und natürlich markierte ich auch das ein oder andere mir sympathische Bäumchen.
Als wir vor der Eberthalle ankamen, stockte mir erst einmal der Atem. „Wau! – So viele Artgenossen habe ich ja noch niemals auf einmal gesehen. – Was ist denn hier los?“, dachte ich, als ich, nachdem wir den Eintritt bezahlt hatten, zusammen mit ihm das Gelände betrat. Lautes, teils freudiges, teils erwartungsvolles Gebell empfing mich bereits am Eingang.
Gleich darauf begegneten mir unglaublich viele Hunde, die irgendwie alle gleich aussahen. Nur ich war anders. Das bemerkten offenbar auch meine Artgenossen sehr schnell, und so kamen mir immer mehr von ihnen entgegen, um mich zu begrüßen. Hierbei erfuhr ich, dass heute in jeder Kategorie der schönste Hund gewählt wurde, und dass ich leider nicht mitmachen durfte, weil ich kein Rassehund bin. Obwohl ich ein wenig enttäusch darüber war, dass ich mich nicht präsentieren durfte, hatte ich das Gefühl, dass die anderen alle ein bisschen neidisch auf mich waren, weil ich der einzige Hund war, der eben anders war als sie, quasi etwas ganz Besonderes.
Jede Menge Stände waren aufgebaut, bei denen es viele leckere Sachen zu essen gab. Aber Hunger hatte ich irgendwie keinen, viel zu aufgeregt war ich, dieses ganze Spektakel hier zu erleben und dabei neue Freunde kennenzulernen. Und da fand ich heute jede Menge, und zwar große, aber auch ganz kleine.
Ein prächtiger Wuschelkönigspudel saß am Entree der Halle, und ein paar Fledermausohren-Chiwawas, die aber ganz anders aussahen wie Sammy, einer meiner besten Freunde, begrüßten mich im hinteren Teil. Und dann waren da ja auch noch die Riesenhunde. Irische Hirtenhunde, heißen die, und die waren sogar höher als die Ausschanktheke der Eberthalle, sprich sie hätten mit Leichtigkeit ihre Wurst selbst bezahlen und dann auch direkt von der Theke – ohne Hilfe – mitnehmen können.
Aber lieb waren die, obwohl mir anfangs bei deren Anblick mein Herz in die Hose rutschte. Wenig später traf ich auch zwei große Russische Windhunde, die mit ihren langen Beinen sage und schreibe 65-stundenkilometer schnell laufen können. Ich war mittlerweile fasziniert und überwältigt von so vielen Hunden, die alle ganz brav und anständig miteinander umgingen.
Überall wurde ich auf das herzlichste begrüßt. Egal ob bei den wuscheligen Briards oder bei den bildschönen Bernersennen. Alle waren irgendwie toll.
Auch die Belgischen Schäferhunde und die Collis schlossen mich gleich in ihr Herz und freuten sich, dass ich ihnen bei ihrem Wettkampf zuschaute.
Dass so viel Erlebnis natürlich auch durstig macht, ist klar, und so bekam ich von meinem Herrchen mehrmals kühles Wasser zum Trinken gereicht.
Höhepunkt der Veranstaltung war das „Dog-Diving“, ein Wettbewerb bei dem wir in ein großes Wasserbecken springen mussten, und hierbei die Weite gemessen wurde.
„Nah? – Möchtest du bei diesem Spaß mitmachen?“, fragte mich mein Herrchen.
„Mitmachen? – Ich? – Ist das dein Ernst? – Ich soll in dieses Wasserbecken hineinspringen? – Bei dir piept‘s wohl! – Ich bin doch nicht verrückt, und springe da rein!“, gab ich meinem Herrchen mit meinem Gesichtsausdruck zu verstehen, und sah gleich darauf wie eine völlig durchgeknallte Jack-Rassel-Hündin 3,40 Meter weit in dieses Becken sprang. „Die ist ja total durchgeknallt“, dachte ich, und ich konnte es gar nicht glauben, dass die im Anschluss daran noch einmal da hineinhüpfte. Dieses Mal nicht ganz so weit. Nur 3,10 Meter.
Nach ihr hüpften weitere Hunde, einer nach dem anderen in dieses große Bassin, und brachten das Wasser zum Spritzen, dass es wie wild durch die Gegend flog, so wie ein Gärtner, der gerade seinen Gartenschlauch nicht richtig unter Kontrolle hat. Offensichtlich hatten die wirklich einen Heidenspaß dabei wie die Irren da hineinzuspringen. „Verrückt!“, dachte ich, allein schon bei dem Gedanken daran, in diesen Pool reinzuhüpfen und dabei ganz nass zu werden.
Da trank ich dann doch lieber einen kühlen kräftigen Schluck Wasser aus meinem Napf, bevor wir nach so einem aufregenden und erlebnisreichen Tag wieder nach Hause fuhren.
Euer Floh
Bilder: Alexander Höfer
Diese Berichte könnten euch auch interessieren:
IRA 2015 | Abenteuer mit Floh | St Sylvestre (3) | Kunst für Hunde |
Floh in Györgytarló | St Sylvestre (1) | St Sylvestre (2) | Pfingsten in Györgytarló |
ANIMUS KLUB
Der Verein für die ganze Familie (Kinder, Mama, Papa und Hund)!
„Hat euch unser Bericht gefallen?“ – Wenn ja, dann würden wir uns über euer „Like“ und einen Kommentar auf Facebook sehr freuen. Vielen Dank