(408) SUPERCOPY – WORLDCOPY


„Durch Mark und Bein!“ – PORT25 drückte bei seiner Ausstellungseröffnung dem interdisziplinären Festival SUPERCOPY einen ganz besonderen Stempel auf!

      

Ein lauter – explosionsähnlicher Knall, der einem durch Mark und Bein ging, erschütterte urplötzlich, wie aus heiterem Himmel, die Grundmauern des PORT25, als sich unser erster Vorsitzender gerade im Parterre mit einem interessierten Vater unterhielt. „Oh Gott, hoffentlich ist da nichts passiert!“, sagte er beunruhigt, als es schon ein zweites Mal knallte, und nicht nur ihn, sondern auch sämtliche anderen Gäste zusammenzuckten.

„Wir haben ja schon viel erlebt, aber im PORT25 erleben wir in Sachen Kunst und Kreativität jedes Mal etwas mehr!“

Doch bevor wir darüber berichten, was es mit dem Knall auf sich hatte, wollen wir euch zunächst einmal in die Welt der WORLDCOPY ein wenig einführen. Kopieren, steht im Mittelpunkt des interdisziplinären Festivals SUPERCOPY und in der Ausstellung SUPERCOPY – WORLDCOPY. Es ist ein Thema, das gerade im heutigen digitalen Zeitalter ganz groß im zentralen Mittelpunkt steht. Man kopiert sich zum Beispiel einen Text und verwendet diesen für seine Ausführungen. Man kopiert Bilder. Man bringt Kopien kultureller Güter als Andenken aus dem Urlaub mit nach Hause etc. „Es gibt sehr viele Arten etwas zu kopieren, doch wann beginnt der Moment, an dem man Urheberrechte verletzt?“ – Das war eine zentrale Frage, die Kuratorin Stefanie Kleinsorge in ihrer Eröffnungsrede in den Raum stellte.

Spätestens, wenn Sie ihre Doktorarbeit abschreiben, und dieses Plagiat dann als Urheber ausweisen, hört der Spaß auf. In der Kunst ist es jedoch sehr schwer, nicht, nicht zu kopieren, denn alles, war in ähnlicher Form schon einmal irgendwie in den letzten Jahrtausenden in gleicher oder ähnlicher Form vorhanden.

Besonders freute sich die Kuratorin darüber, dass es gelungen sei über die Kooperation mit dem zeitraumexit das Madrasse Collective, ein internationales Kollektiv aus Kuratoren und Kuratorinnen hier in Hause begrüßen zu dürfen. Bis zum 02. Juli werden deren Bilder und Künste in den Räumlichkeiten des PORT25 zu sehen sein.

Interdisziplinär, mal visuell in Form von Bildern und Videos, mal auditiv als Soundscape-Hörspiel zum Versinken, präsentieren sich die Ausstellungstücke der SUPERCOPY – WORLDCOPY. Man muss sich für diese Ausstellung wirklich Zeit nehmen, um die einzelnen Inhalte vollständig zu erschließen.

Auch der Chef des zeitraumexits Jan-Philipp Possmann hinterfragte in seiner Rede, ob ein illegaler Download in der heutigen Zeit okay ist oder nicht. Die multiple Künstlervereinigung Madrassa Collective, das wir leider mangels zeit- und verkehrstechnischen Gründen nicht live miterleben konnten, präsentiert hier zusammen mit anderen Künstlern Werke, die den Besuchern die Methoden des Kopierens auf unterschiedliche Art und Weise vor Augen führen.

Guido Münchs Bilder zum Beispiel erinnern von ihrem Ursprung sehr stark an Mondrian mit dessen malerischer Kunst wir ja regelmäßig im Wilhelm-Hack-Museum bei unseren „Zusammen-klappt’s-Workshops“ in Berührung kommen.

Am Eindrucksvollsten erschütterte die Kopie der Bürokratie den großen Ausstellungssaal. Hier drückte die libysche Künstlerin Hadia Gana den Zuschauern einen ganz besonderen Stempel auf. Unter Berücksichtigung der Tatsache, dass bei uns OHNE STEMPEL überhaupt nichts geht, oder besser gesagt OHNE mindestens SIEBEN STEMPEL, knallte die Frau als Notarin den Besuchern mit einem speziell dafür präparierten Flip-Flop-Schuh, gleich alle erforderlichen Stempel mit einem lauten „Wumms“ auf eine Urkunde.

Um den Unterschied zwischen Original und Kopie darzustellen, lief hinter der Rückwand ein Video über den Bildschirm, allerdings mit anderen Personen.

Unmittelbar dahinter wurde ein Film von „Tomorrows Pioneers“ ausgestrahlt. Das ist eine Sendung der Hamas für Kinder, in der eine Micky-Mouse-ähnliche Figur als islamisch-palästinensischer Widerstandskämpfer agiert. Innerhalb der gut 10-minütigen Sendung, die in Dauerschleife läuft, bekommt der Zuschauer auf ganz erschütternde Weise aufgezeigt, wie Kinder bereits im Kindergarten militärisch gedrillt und zum Töten ausgebildet werden.

Neben sehr schönen Bildern, und der 3D-Filmanimation „Ornament & Crime“, gibt es im Parterre zwei Soundscapes-Hörspiele von Abdellah M. Hassak in arabischer Sprache zu hören. In pfundsbequemen Sitzkissen, kann man den wundersamen Geräuschen lauschen, die von ebenso wunderschön Gesprochen Worten begleitet werden. Gleich vom ersten Moment an fühlt sich der Besucher in dieser Welt auch dann sehr wohl, wenn er der arabischen Sprache nicht mächtig ist. Kunst kennt eben keine Grenzen, und Schönheit der WORLDCOPY auch nicht.

 

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ANIMUS KLUB

Wir kopieren nicht! – Wir halten nur die sehr schöne Momente unseres Erlebten für immer fest!

      

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