(413) Das Mannheimer Erbe der Weltkulturen (4)


Karelische Piroggen, Nalysnyky, Chicharrone und Akoho sy Voanio! – Das zeitraumexit servierte zum Finale der Ausstellung gaumenschmeichlerische kulinarische Weltkulturerben!

      

Strahlender Sonnenschein begrüßte uns, als wir den Neckarauer Übergang überquerten. Das wundersame Déjà vu, dass es nach so starken nächtlichen und frühmorgendlichen Schauern, mal wieder nicht regnet, wenn wir eine Outdoor-Veranstaltung besuchen, oder uns, so wie heute, aktiv daran beteiligen, ist einfach nur zu schön, um wahr zu sein, bzw., mittlerweile schon Standard.

Das großartige Projekt „Das Mannheimer Erbe der Weltkulturen“, neigt sich dem Ende zu, und so wollten die Verantwortlichen es gebührend auf dem Gelände des zeitraumexits mit einer kulinarischen Feier ausklingen lassen. Die besondere Vernissage, deren Exponate ja nicht nur in der anschließenden Ausstellung angeschaut, sondern zum Teil auch bei einer Stadttour, entweder zu Fuß oder mit dem Rad erkundet werden konnten, gab es ja auch noch in Probierform, sowie entweder in einem tänzerischen oder in einem musikalischem Gewand.

So freuten wir uns ganz besonders auf diese Abschlussparty, denn wir hatten hier  nicht nur die Möglichkeit Spezialitäten zu probieren, die wir noch niemals zuvor gegessen haben, sondern gleichzeitig auch noch nicht alltäglichen musikalischen Melodien zu lauschen. Etwas Neues ausprobieren, oder eine neue Erfahrung machen, das steht ja ganz groß im Mittelpunkt unseres Programms, denn wer immer nur das Gleiche macht, der erlebt nichts Neues, und der lernt auch keine neuen Menschen oder Kulturen kennen, was ja gerade in der heutigen Zeit unglaublich wichtig ist, wenn man Fremdenfeindlichkeit erst gar nicht entstehen lassen möchte. Menschen und Kulturen zusammenbringen. Zusammen feiern, anstatt Vorurteile und unschöne Rivalitäten schüren. Das ist der eigentliche Schlüssel zu einem friedlichen Zusammenleben.

Da heute beim Abschlussfest alles kostenlos angeboten wurde, baten uns die Verantwortlichen eine Spezialität mitzubringen von der mindestens sieben Personen probieren konnten. Ungarisches Gulasch wäre in diesem Fall zu aufwendig gewesen, und Kroatischen Wein wollten wir ebenfalls nicht servieren, weil die anwesenden Kinder davon nicht probieren konnten.

        

So entschieden wir uns für die Russische Spezialität „Маша и Медведь“ – Mascha i Medwijed – zu Deutsch „Mascha und der Bär“, eine süße Knabberei aus Mais in Flips-Form, umhüllt mit einem leckeren Vanillebukett, sowie Polnische „Ciasteczka“, ein superweiches Gebäck mit Johannisbeere.

Gegen 15.00 Uhr füllte sich das Büffet, und die Kulturerben tischten wahre Essensschätze auf. Hier gab es zum Beispiel Chicharrone, ein bolivianisch-peruanisches Gericht mit Kartoffeln, Knoblauch und Schweinerippen, Karelische Piroggen mit Eierbutter aus Finnland, urkainische Nalysnyky – gefüllte Pfannkuchen mit Pilzen, Akoho sy Voanio – Huhn mit Kokosnuss – sowie Ravitoto sy Hena-Kisoa – ein Schweinefleischgericht – aus Madagaskar, und Onigiri – eine Reisspezialität – aus Japan, u.v.m.

Parallel dazu, gab es südamerikanische Musik von dem kubanischen Gitarristen Marcos Jesús Gonzálés Jiménez, der auch sein Land Kuba beim Weltkulturerbe vertrat. Dieser spielte sowohl bekannte südamerikanische Folkloresongs à la „Los Paraguayos“, wie zum Beispiel „Guantanamera“, sowie traditionelle Lieder aus seiner Heimat, solo, mit seiner Akustikgitarre.

Im Anschluss daran stimmte die Mannheimer Alternativ-Band FUTUREFAMILYRAP etwas lautere und modernere Beats an. Die teils rockigen, teils punkigen Songstrukturen veredelten die sechs Musiker, um den Erben der Dominikanischen Republik Johandy Pablo Frias Moreno de Leon, mit gekonnten Rapeinlagen. Die Band, von denen wir zwei Mitglieder auch schon 2014 bei der Trommel-Fraktion Gorilla Grove auf dem Mannheimer Kinderfest miterleben durften, bot den Zuschauern eine sehr stimmungsvolle und rhythmische Show im Ausstellungsraum des zeitraumexits.   

Indes ging draußen im Hof das gemeinsame Beisammensein der unterschiedlichen Kulturen munter weiter. Hier konnten wir den Vertreter des eritreischen Kulturerbes bei ihrer traditionellen Kaffeezeremonie zuschauen und frischen Kaffee genießen. Drei verschiedene Kaffeesorten bereiteten die Frauen über den kompletten Nachmittag zu, darunter auch grünen Kaffee.

Am Rande der Kaffeezeremonie bekam unser Klub-Fotograf Slawa Kostin dann eine professionelle Einführung in die traditionelle Fotografie. Die Vertreterin des niederländischen Kulturgutes Elles Magermans, die gleichzeitig auch ein Fotoatelier betreibt, zeigte ihm, wie er mit einer Kamera aus den Sechzigern Fotos erstellt. Das war natürlich sehr interessant, denn mit einer solchen Kamera muss man ganz anders fotografieren wie mit unserer digitalen. Die dabei entstandene Idee, vielleicht einmal in den Herbstferien in einer Dunkelkammer dabei zuzuschauen wie Bilder entwickelt werden, bzw. mitzuhelfen, fand natürlich sofort einen würdigen Platz auf unserem Programmplan.

Entspannen, relaxen und die Seele auf besondere Art und Weise baumeln lassen, gehörte natürlich auch zu dem äußert abwechslungsreichen Nachmittag, bei dem wir allerlei neue Spezialitäten kennengelernt und tolle Musik gehört haben.

      

Schade nur, dass dieses tolle und völkerverbindende Projekt schon vorbei ist. Die schöne Erinnerung jedoch bleibt, und ist hier auf unserer Homepage in vier Berichten dokumentiert und verewigt.

Wir sagen den Verantwortlichen noch einmal Danke dafür, dass wir ein Teil dieses großartigen Projektes sein durften, und freuen uns schon auf eventuelle Folgeaktionen.

Bilder: Slawa Kostin

 

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