(28) Barbe Neige à Ludwigshafen


Schneewittchen und die sieben schlafenden Schweinchen! Oder wenn Dornröschen einen zudringlichen Prinzen bäuchlings „abmurkst“! – Oder die ANIMUS-KLUB-KIDS und der gnadenlose Lachanfall!

Schneewittchen 3

Barbe Neige © Laurent Philippe

Nach einem gemütlichen Cafébesuch am Berliner Platz, erwartete uns in dem von der Neoninstallation Kairo beleuchteten Pfalzbau ein weiteres, ebenfalls völlig unerwartetes Highlight.. Das Theaterstück „Barbe Neige et les 7 petits cochons au bois dormant“ oderzu Deutsch  „Schneewittchen und die sieben schlafenden Schweinchen“ von Laura Scozzi feierte an diesem Tag in Ludwigshafen seine Prämiere, und dieses Spektakel, wollten, oder besser gesagt, konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen.

So durften wir wenig später hautnah in der Ersten Reihe sitzend mitverfolgen, wie acht geniale Ballett- und Hip-Hop-Tänzer des „Théâtre de Suresnes Jean Vilar“  fast 80 Minutenlang mit urkomischen und witzigen Choreographien, sowie total „abgefahrenen“ und kuriosen Showeinlagen die komplette Märchenwelt mit ihrer tänzerischen und großteils pantomimischen Darbietung auf den Kopf stellten.

Bereits der Bär, der Rotkäppchens Brotkörbchen für die Großmutter direkt vor der Bühne spazieren trug, sowie die drei Bienen, die in der Ouvertüre zu der klassischen Musik des Italienischen Zaubergeigers Paganini „breakdanceartig“ und „roboterähnlich“ mit den Schultern zuckend perfekt im Takt der Musik herumschwirrten, sorgten für die ersten erheiternden Reaktionen bei den Zuschauern.

Barbe Neige © Laurent Philippe

Barbe Neige © Laurent Philippe

Danach ging es allerdings Schlag auf Schlag, denn unmittelbar nach der Eröffnung starteten die drei kleinen Schweinchen, die sich in Gummistiefeln über die Bühne tanzend und „rappend“ an den völlig verdutzten „bösen“ Wolf heranmachten, den ersten größeren Angriff auf unsere Lachmuskeln. Im Anschluss daran sorgten dann insgesamt drei Aschenputtel für Furore, als sie auf ihrer Flucht aus dem Schloss MEHR als nur einen Stöckelschuh fallen ließen. Natürlich durfte in dieser völlig verrückten Märchenwelt das bildschöne Dornröschen nicht fehlen. Aber auch sie verhielt sich, zur großen Verwunderung der vier Prinzen, nicht wirklich konträr zu der Geschichte, die im Märchenbuch steht, denn anstatt sie ihren Rettern die Chance gab, sie aus dem Schlafe wach zu küssen, ließ sie die ersten drei von ihnen mit überraschenden Posen abblitzen, und erdrosselte den vierten und größten Lustmolch bei seinem Versuch zutraulich zu werden eigenhändig mit ihrem Schal.

 

Blaue Ballerina                    Rote Ballerina                    Grüne Ballerina                Rosa Ballerina

 

Selbst das brave und unschuldige Rotkäppchen (gespielt von einem Tänzer mit Dreitagebart und Haaren an den Füßen) mutierte im Intermezzo zur brutalen Mörderin, indem sie den „bösen“ Wolf in einem verführerischen Liebesspiel auf ganz raffiniert Art und Weise um die Ecke brachte.

Das gefiel den beiden Security-Bären, die als Türsteher an der Pforte des Schlosses standen, offenbar so gut, dass sie urplötzlich anfingen wie die Verrückten synchron Breakdance zu tanzen, und dem Publikum, mit Ausnahme des Headspins (also dem schnellen Drehen auf dem Kopf), sämtliche Bewegungen dieser Tanzart (Six-Steps, Airtwists, Windmills etc.) zum Besten gaben.

Barbe Neige © Laurent Philippe

Barbe Neige © Laurent Philippe

Barbe Neige © Laurent Philippe

Barbe Neige © Laurent Philippe

Was die Luxemburgische Combo allerdings mit der Hauptfigur, dem berühmten Schneewittchen, alles auf der Bühne getrieben hat, war einfach nur „zum Feuerschreien“. So tauchte aus dem Dunkeln auf einmal ein völlig verschüchterter Zwerg auf, der bereits wenig später von sieben Schneewittchen in seinem Zuckerhäuschen umworben wurde. Ein offenbar drogengetränkter Apfel der bösen Schwarzen Hexe machte die Schneewittchen urplötzlich „high“ und vor allem gefügig, denn sie fingen in Partylaune nicht nur an zu saufen und zu kiffen, sondern sie konnten auch keinen Halt davor machen, zu siebt, wollüstig über den armen Zwerg herzufallen. Kleidungsstücke flogen synchron zu dem schnellen Takt der Musik aus den Fenstern, und lautstarkes, sowie lustvolles Gekicher war zu hören, bis sich urplötzlich die Tür des Häuschens öffnete, und die sieben Schneewittchen im Strip-Tanga einen „New Yorker“ auf die Bretter rappten, dass die Zuschauer beinahe vor Lachen zusammengebrochen wären.

Bleibt dem ANIMO zum Schluss nur noch zu sagen, dass diese Erlebnisse wieder einmal absolut großartig waren, und dass er sich schon riesig auf die großen „Events“ freut, die euch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten erwarten werden. Ein ganz besonderes Dankeschön gilt dem Théâtre Suresnes und Frau Manon Meier, die uns die Pressefotos von Laurent Philippe für diesen Artikel zur Verfügung stellten. Merci bien.

 

 

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