(612) T-Shirts, Tüten und Tenside


Grün ist in! – 3-PET-Flaschen = 1 T-Shirt! – und schneller, sauber, sparsam! – Das Heidelberger Carl-Bosch-Museum bot eine Ausstellung über nachhaltige Chemie!

        

Der Begriff Nachhaltigkeit rückt immer mehr in den Mittelpunkt unseres Alltagslebens. Die kontinuierliche Ausbeutung und Verschmutzung unsere Natur und Umwelt durch den Menschen und die Wirtschaft, sowie das teilweise sinnlose verpulvern ihrer Ressourcen für ein ständiges mehr, oder besser gesagt immer noch mehr – das ständige noch besser, noch größer, noch höher, noch weiter – ein Teufelskreislauf, aus dem es, so wie es derzeit aussieht, auch aufgrund der großen finanziellen Interessen, kein Entrinnen zu geben scheint, zerstört systematisch unseren Planeten.

„Was können, oder besser gesagt müssen wir tun, um diesen, man könnte fast sagen Wahnsinn zu stoppen?“ – Das ist eine sehr gute Frage. In erster Linie müssten eigentlich die „ganz Großen“ – die Wirtschaft und die Politik – als Vorbilder – etwas in ihrer Einstellung verändern, was allerdings ganz große finanzielle Einbußen mit sich bringen würde. Aber auch wir – die Bürger – können ihren Teil dazu beitragen, dass die Natur und die Umwelt nicht mehr ganz so geschädigt oder ausgebeutet werden, wie in den letzten Jahrzehnten. Zum Beispiel weniger Strom und Gas verbrauchen, die Häuserwände besser dämmen, weniger Wäsche waschen, in dem man Hosen und Pullover nicht gleich nach dem ersten oder zweiten Mal tragen zur Wäsche gibt. Weniger Autofahren, oder Fahrgemeinschaften bilden. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, wie wir auch im Kleinen einen ganz großen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können.

Genau um dieses Thema, was wir für Nachhaltigkeit tun können, ging es in der sehr lehrreichen Ausstellung T-Shirts, Tüten und Tenside im Heidelberger Carl-Bosch-Museum. Hierfür hatten die Verantwortlichen eine Reihe interaktiver Stationen aufgebaut, an denen wir nachhaltige Chemie hautnah miterleben konnten.

„Was ist eigentlich nachhaltige Chemie?“ – Über dieses wichtige Thema haben wir bereits auf unseren Streifzügen durch den Mannheimer Abwasserkanal und den Führungen durch das Klärwerk in Sandhofen sehr viele wissenswerte Details mit nach Hause nehmen können. So baute diese interaktive Ausstellung auf bereits vorhandenem Wissen auf, und wir konnten uns die einzelnen Themengebiete der nachhaltigen Chemie selbständig an den einzelnen Versuchsstationen erarbeiten.

      

Experimentieren, Forschen, Herumtüfteln und schauen, was passiert. Eine bessere Grundvoraussetzung für das Lernen gibt es eigentlich nicht. Dazu bekamen wir von den Verantwortlichen noch ein Quiz ausgehändigt, dessen Fragen uns schon vor die eine oder andere ganz große Herausforderung stellten. Und so stürmten unsere Kids auch mit Feuereifer die einzelnen Stationen, um nicht nur die Fragen so schnell wie möglich richtig zu beantworten, sondern um sich auch die Wissensinhalte zu erarbeiten.

„Saubere Wäsche, ohne Chemie“, war eine der ersten Stationen, die unsere Kids ansteuerten. 200 Waschmaschinen wäscht ein Haushalt jährlich im Schnitt. Dafür werden 600.000 Tonnen Waschmittel, 6 Milliarden Kilowattstunden Energie und 330 Millionen Kubikmeter Wasser verbraucht. „Doch muss man wirklich jeden Fleck immer gleich mit der Waschmaschine herauswaschen?“ – Neben den Informationen, dass es durchaus auch natürliche Fleckenentferner (Enzyme), wie zum Beispiel den Speichel gibt, mit dem man problemlos Fruchtsaftflecken entfernen kann, erfuhren wir, was Tenside sind, und welche wichtige Aufgabe sie beim Waschen übernehmen. 

Weiter ging es mit der Station „Die Ökobilanz“, bei der wir auf den Produktlebenszyklus aufmerksam gemacht wurden. Erklärt wurde der Weg von der Kuh bis hin zu der Milch im Laden. „Welche Schritte sind dafür notwendig, und welche Verpackung ist die umweltfreundlichste?“ – Ist es die Einwegflasche, ist es die Mehrwegflasche, der Tetra-Pack, oder vielleicht doch eher die Glasflasche? …

Gegenüber gab es die Wissensinsel „Funkstille ohne Chemie?“, eine Station, der wir unser besonderes Augenmerk schenkten, ging es doch um Handys und andere Kommunikationsmedien. Lithium und Nickel standen hier im Mittelpunkt. Lithium ist ja ein Element, das uns zwar langlebige und leistungsstarke Akkus beschert, aber zur Erstellung Unmengen von Wasser benötigt, die nach der Produktion der Batterie für immer verloren sind. „Langlebiger heißt als nicht wirklich umweltfreundlicher!“ – Experimentieren war auch hier angesagt. Sowohl über Kopfhörer als auch durch ausprobieren – durch das Verschieben einer mobilen Lupe – bekamen wir sämtliche Informationen rund um die Kommunikation.

„Ist euer Haus richtig gedämmt, oder ist es überhaupt gedämmt?“ – Diese Fragen erwarteten uns an der Station „Gut gedämmt“ bei der wir verschiedene Dämmmaterialen auf ihre Gewicht und ihre Konsistenz testen konnten. Dämmen ist heute eine sehr wichtige Sache, um Energie – insbesondere Heizkosten zu sparen.

„3 PET-Flaschen = 1 T-Shirt“, diese interessante Tatsache bekamen wir an der gleichnamigen Wissensinsel vermittelt. Hier waren verschiedene Säulen aufgebaut, in denen PET-(Polyethylenterephthalat)-Flaschen, oder auch als Einweg- oder Mehrwegflaschen aus Plastik bekannt, in kleine Bestandteile zerlegt. Diese Flaschen sind keinesfalls Abfall, sondern gut 63% der gesammelten Kunststoffe können zur Energiegewinnung oder für andere Dinge verwendet werden, wie zum Beispiel dem Erstellen eines T-Shirts.

Als nächstes wartete mit „Passende Trennverfahren“ eine weitere hochinteressante Station auf uns. „Öl und Wasser sind wie Hund und Katz!“, so die Einleitung in das Themengebiert, und in der Tat, wenn wir Öl ins Wasser gießen, dann verbinden sich diese beiden Substanzen nicht. Deshalb brauchen wir Spülmittel, um das Fett von Töpfen, Pfannen oder Tellern wieder abzuwaschen. An dieser Station konnten wir zusätzlich anhand von Teststreifen noch lernen, dass Braun nicht nur Braun ist.

In der Ausstellung erfuhren wir weiterhin, wie kostbar Leitungswasser ist, was man beim Recycling von Papier unbedingt beachten sollte, und wie wir Sonne, Wind und Wasser als neue Energiequellen nutzen können. Des Weiteren bekamen wir große Hilfe von einer Mitarbeiterin, die unserer Viktoria die komplizierten chemischen und technischen Vorgänge auf Russisch übersetzte, damit sie sich auch die einzelnen Experimente erschließen und die Fragen des Quiz beantworten konnte.   

        

Unser Besuch war also eine lehrreiche Reise durch das wichtige Themengebiet der Nachhaltigkeit, und wir sind uns sicher, dass unsere Kiddies heute sehr viele Ideen und Anregungen mit nach Hause genommen haben, die sie auch sofort im täglichen Leben anwenden können. Wir sagen den Verantwortlichen recht lieben Dank für diesen spannenden Einblick, und freuen uns schon auf die nächste Sonderausstellung. 

Bilder: Alexander Höfer

 

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