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(658) Evakuiert das ICH-GEBÄUDE

„Was braucht heutzutage ein Musiker, um sich auf dem Markt etablieren zu können?“ – Und warum genügt nicht nur die Musik, um erfolgreich zu werden? – PORT25 bot einen allumfassenden Einblick in das POP-Debut-Werk von David Julian Kirchner!

KIRCHNER HOCHTIEF, das ist die Musikgruppe, bzw. das Künstlerkollektiv rund um den Sänger David Julian Kirchner, der im September sein Debutalbum „Evakuiert das Ich-Gebäude“ veröffentlichen wird. 

Musik ist ja eine ganz besondere Kunstform. Vor dreieinhalb Jahren hatten wir die große Ehre mit dem britischen Sänger Black aka Colin Vearncombe, bekannt durch seinen großen Hit „Wonderful Life“ drei Monate vor seinem tragischen Tod noch ein Interview führen zu können. Bei diesem fantastischen Treffen gab er unseren damaligen Jugendlichen ein paar ganz wertvolle Gedanken mit auf ihren weiteren Lebensweg. Unter anderem sagte er auch, dass die Musik sich von allen Kunstformen dahingehend unterscheiden würde, dass sie Einzige wäre, die man nicht anfassen könnte, die unsichtbar wäre, und daher nicht wirklich existiere, aber ihr großer Zauber dennoch durch alle anderen Kunstformen hindurchgehen würde.

Musik ist also etwas ganz Besonderes, denn sie erweckt in jedem von uns ganz besondere und emotionale Gefühle – (seien es nun Glücksgefühle und Freude, oder auch Melancholie und Traurigkeit) – Musik kann alle Stimmungen einfangen.  

Um in dem heutigen und riesigen Musikdschungel, der mittlerweile Millionen von Songs umfasst, überhaupt Gehör zu finden, oder Aufmerksamkeit zu erlangen, bzw. bemerkt zu werden, benötigt ein Künstler allerdings weit mehr als nur einen guten Song, oder ein gutes Album. Und was hierfür alles im Vorfeld gemacht werden muss, um den Grundstein dafür zu legen, dass ein Musikprodukt überhaupt erfolgreich werden kann, damit beschäftigt sich die aktuelle Ausstellung KIRCHNER HOCHTIEF – Evakuiert das ICH-GEBÄUDE.

Bereits Anfang der Achtziger erkannte die Musikindustrie, dass sie durch eine Visualisierung eines Musikstücks wesentlich mehr Menschen erreichen kann, und damit natürlich auch um ein Vielfaches mehr Geld verdienen. Fortan explodierten die Produktionen von Videos, die immer aufwendiger, spektakulärer und teurer wurden. Den Zenit dieses Wahnsinns führen heute immer noch die beiden größten Pop-Stars an, nämlich Michael Jackson, der mit seinem Video „Scream“ und Produktionskosten von sage und schreibe 7 Millionen Dollar auf Platz 1 steht, gefolgt von Madonna mit ihrem Song „Another Day“, der es immerhin auf 6,1 Millionen Dollar bringt.

Bereits Mitte der Neunziger war dieser Markt weitestgehend erschöpft. Dennoch ist dieses wertvolle Medium insbesondere für eine neue Band unerlässlich, wenn sie sowohl deutschlandweit als auch weltweit einen größeren Bekanntheitsgrad erlangen möchte.     

Ende der Neunziger war die Existenz von vielen richtig guten Gruppen und Künstlern aus den Siebzigern und Achtzigern extrem bedroht, weil das kommerzielle Musikbusiness ausschließlich radiotaugliche Hits von ihnen forderten, was wiederum deren kreative Freiheit massiv einschränkte. So entschieden sich einige Bands, allen voran Marillion, ganz mutig neue Wege zu gehen, kehrten den großen Labels den Rücken, und etablierten sich zu eigenständigen Wirtschaftsunternehmen, um zukünftig mit neuen Marketingstrategien ihre Musik direkt an die Fans zu bringen. Vor allem hatten sie mit diesem Schritt den Grundstein dafür geschaffen genau die Musik zu machen, die sie wirklich machen wollten.

Auch David Julian Kirchner geht mit KIRCHNER HOCHTIEF diesen Weg. Neben Videos, die es sowohl auf drei Großbildleinwänden zu sehen gibt, als auch auf mehreren hängenden Tablet-Bildschirmen, präsentiert diese Ausstellung wirklich alles, was für die eigenständige Produktion und Vermarktung notwendig ist. Dazu gehören natürlich auch das Image, sowie die Markenzeichen, also worin unterscheidet sich der Künstler von den anderen. Was charakterisiert ihn? – Hier rücken neben den Texten zudem die gestalterische und grafische Kunst – das Booklet, die Bilder zu den Songs etc. – in den Mittelpunkt. So beeindruckt die Ausstellung mit sämtlichen Begleitfotos des Albums, die in überdimensionaler Größe die Wände zieren.

   

KIRCHNER HOCHTIEF ist eine audiovisuelle Ausstellung. Die Besucher können sich einen drahtlosen Kopfhörer nehmen, mit der Musik des Künstlers durch die Ausstellung laufen, und damit die Atmosphäre ganzheitlich in sich aufnehmen.

Natürlich darf auch das dazugehörige Merchandise nicht fehlen. So gibt es neben des vorab ausgestellten Vinyl-Albums auch jede Menge Fanartikel, wie zu Beispiel Schuhe, Parfüms, Getränke, T-Shirts etc. Die moderne Zeit erlaubt es sogar, dass die Besucher vor Ort Fanartikel via Tablett und Kreditkarte direkt auf dem bandeigenen Shop kaufen können, und es im Anschluss daran auch gleich mitnehmen.  

Ein großes Dankeschön gilt wie immer der Kuratorin Stefanie Kleinsorge und ihrem großartigen Team, das wieder einmal eine ganz großartige Arbeit geleistet hat, uns diesen interessanten Einblick zu schenken. Wir freuen uns schon auf die nächsten Events im Raum der Gegenwartkunst.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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