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(684) 20. Internationales Straßentheater (3)

Das Duo „Spot the Drop“! – Ein geräuschvoller Pantomimentanz! – Die primitiven Alten aus Belgien! – Und Funky La Dinamo! – Unser Finale des diesjährigen Straßentheaters!

Auch heute am 3,. Tag des Straßentheaters sah das Wetter nicht wirklich gut aus. Viele graue Wolken standen über dem Himmel Ludwigshafens. Dennoch waren wir wie immer guter Dinge, dass es nicht regnen würde. Die Wolken zogen nämlich dank unseres Wettergotts nach Mannheim. Zwar tröpfelte es noch ein wenig als das Duo Spot the Drop ihre Bühne auf dem Karl-Kornmann-Platz betraten, aber just in dem Moment, als sie mit ihrem exzellenten Kleinkunsttheater begannen, war der Regen wie weggeblasen.

 

11. Spot the Drop

Im Folgenden bestachen die beiden Akteure mit einer genialen Synchron-Jonglage, einen wahrlich wunderschönen Genuss für die Augen. In exzellenter Eleganz und Leichtigkeit schwangen die beiden erst einmal zwei Gartenstühle durch die Gegend. Danach begann das berühmte Spiel mit den Bällen. Mit einer unheimlichen Brillanz bewegten die beiden Künstler erst einen Ball, dann zwei Bälle und zum Ende auch vier Bälle mit vier Händen hin und her, dass es eine wahre Freude war, ihnen zuzuschauen. Was so leicht aussieht, ist in Wirklichkeit unheimlich schwer. Die Wirkung ist jedoch wie immer verblüffend.

Als nächstes kamen die Ringe an die Reihe. Auch mit diesen zeigten die beiden großartigen Künstler Kabinettstückchen, die ungeheuer verblüfften. In einer perfekten Geschmeidigkeit drehten und wirbelten die beiden ihre Ringe hin und her, und um sie herum, sowie über den anderen hinweg. „Ja, mit ganz einfachen Sachen begeistern.

Genau das ist Straßentheater pur. Das ist die Magie, die dieses Genre ausstrahlt und auch auszeichnet.“ – Und das Duo Spot the Drop lebte und führte uns genau diese große Leidenschaft vor Augen. Eine extravagante Zeitlupen-Jonglage mit Keulen markierte den Höhepunkt ihrer fantastischen Show. Mehr über die zwei genialen Straßenkünstler findet ihr unter Spot the Drop

 

12. Cie Concordance

Weiter ging es mit der Formation Cie Concordance aus Frankreich. Erstmals wurde das Restaurant des Jugendkulturzentrums mit in die Performance eingebunden. So ließen die beiden Akteure einige Zuschauer auf den Stühlen der Terrasse Platz nehmen, und begannen gleich darauf mit ihrem Spektakel. Er, ein technischer Freak, ausgestattet mit modernster Musik-Sound-Maschinen-Technik am Jackett. Sie eine exzellente Tänzerin und Slow-Motion-Artistin, die sich in die unterschiedlichsten Positionen verbiegen konnte. Gemeinsam spielten sie das Stück „Bug ‚n‘ Buzz“, was so viel bedeutet, wie „Abhören und Summen“.

Schnell fand der Freak heraus, dass die Tänzerin nicht nur auf Geräusche reagierte, sondern dass er sie auch mittels Tönen in bestimmte Richtungen und Positionen steuern und verbiegen konnte. Fortan entstand im Restaurant ein unheimlich unterhaltsames Bewegungstheater.

Dass diese moderne Jackett-Sound-Maschine, ähnlich wie ein Mellotron bestimmte Geräusche oder Sounds aufnehmen, abspeichern und in Dauerschleife wiedergeben konnte, führte dann zu einem exzellenten Hype, der die Tänzerin noch stärker in Trance tanzen ließ. Wer mehr über dieses fantastische Duo erfahren möchte, der sollte mal auf deren Webseite Cie Concordance gehen. 

 

13. The Primitives

Die dritte Gruppe des Tages, war das belgische Trio „The Primitives“, dargestellt von drei betagten, aber topfitten Pantomimen. Die drei agierten zu Beginn der Show als total verwirrter gemeinsamer Drilling, der noch nicht einmal in der Lage war die Bühne zu finden, und wie ein Sturzbetrunkener durch die Gegend torkelte. Erst nach ein paar Minuten fanden sie die Richtung und steuerten auf die Bühnenmitte zu. Gekleidet wie drei reiche Bonzen, trieben sie gleich darauf ihren Schabernack mit vor und dem Publikum.

Sie ließen sich die Jacketts von hübschen Frauen zuknöpfen oder gar ausziehen. Hierbei zeigten sich auch ein paar turnerische Hochleistungen. Elegante Hüftschwünge und gegenseitige Provokationen gab es zu sehen. Irgendwie wollten uns die drei auch eine Botschaft vermitteln, doch welche, konnten wir nicht erkennen. Ständig torkelten und trottelten die drei miteinander, durcheinander, und bauten gekonnte Improvisationen mit in ihre Show ein.

Zu guter Letzt wurden drei „Freiwillige“ aus dem Publikum ausgewählt, die dann zusammen mit ihnen Show machen durften. Den Leichtesten ließen die drei unter dem Applaus der Zuschauer zuerst wie eine Bierbank auf der Bühne und danach ins Hausboot tragen, und die Show beenden. Mehr über die primitiven Belgier gibt es unter The Primitives

 

14. La Dinamo

Der vierte Akt, den wir uns anschauten war die großartige Walking-Funk-Band La Dinamo aus Spanien. Gepaart mit einer gehörigen Portion spanischem Temperament und viel musikalischem Feuer im Blut. Das Septett präsentierte einen fantastischen Brass-Funk à la Tower Of Power. „Let’s get hip“, war für die nächsten knapp 40 Minuten angesagt. Dance und „Give-Me-The-Funk“ – Tolle positive Vibration, und jede Menge Sound haute uns die Formation gleich zu Beginn ihres Konzertes um die Ohren, und der Sänger heizte als großartige „Rampensau“, sowohl seine Band als auch das Publikum ein.

So etwas reißt natürlich sofort mit. So etwas vertreibt auch kurzzeitig den Gedanken, dass es vielleicht Regnen könnte. Und der Sänger tat hierzu sein Bestes, indem er einer Zuschauerin ihren Regenschirm stibitzte und den Wolken lautstark trotzte.

Nach einer geballten Portion „We-Will-Funk-You“ setzte sich die Band samt Schlagzeug als Fahrradtross in Bewegung, und führte die Zuschauer durch die Bismarckstraße Richtung Rathaus-Center. Auf halbem Weg angekommen stoppte der Konvoi und die Band ließ auch hier noch einmal ganz gehörig die Fetzen fliegen. Was diese großartige Combo noch so alles fliegen lässt, das erfahrt ihr unter La Dinamo

Danach war allerdings Schluss, denn die Verantwortlichen sagten aufgrund einer erneuten Unwetterwarnung alle Vorstellungen bis auf weiteres ab. So konnten wir die vier uns noch fehlenden Gruppen leider nicht mehr anschauen. Wir freuen uns aber heute schon auf das 21. Internationale Straßentheater im nächsten Jahr.

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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