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Der Animus Klub e.V. ist ein internationaler Lern-, Spiel- und Freizeitverein für die ganze Familie und fördert Kinder und Jugendliche aus der Metropolregion Rhein-Neckar in ihren besonderen Talenten. Er steht unter dem Motto: „Ich kann etwas! – Ich will etwas! – Ich mache es!
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(729) Hilfe? – Hilfe!

Hilfe! – Die Hilfe mutiert zum Milliardengeschäft! – Soziologe Thomas Gebauer sprach im DAI über die Kontraproduktivität der Hilfe sowie über unser unmenschliches und perfides Wirtschaftssystem!

Prolog: „Das ist die Geschichte eines 13-jährigen Jungen, der vom Dach eines Hochhauses springt und während er fällt, sagt er immer wieder zu sich: „Bis hierher ging‘s recht gut! – Bis hierher ging’s recht gut! – Bis hierher ging’s recht gut…..“ – (Zitat aus dem Film – La Haine – Hass)

Vor knapp zwei Wochen haben wir über den großartigen Vortrag und das neue Buch „Das Ende der Evolution“ von Matthias Glaubrecht berichtet und in diesem Zusammenhang bereits darauf aufmerksam gemacht, dass wir sowohl unser wirtschaftliches Denken, als auch unseren sehr unschönen Umgang mit der Mutter Natur, sowie der Tierwelt schleunigst verändern müssen, wenn wir in der Zukunft noch weiter auf diesem Planeten Erde leben und existieren wollen.

Die hauptverantwortlichen Vertreter unseres Systems, haben insbesondere in den letzten 50 Jahren aufgrund ihrem ständigen und profitgierigen Streben nach immer mehr – nach immer mehr Geld und Reichtum, nach immer mehr Macht, und nach immer mehr „Wohlstand“ etc. – nicht nur die Natur skrupellos ausgebeutet, Wald- und Flurgebiete zerstört und zahlreiche Tierarten ausgerottet, sondern sie haben auch Menschen rücksichtslos für ihre Ziele missbraucht, ihre Notlagen kaltblütig ausgenutzt und sie dadurch noch viel tiefer in die Armut hineingestürzt.

„Ja, das Geld der Reichen sind in der Tat die Schulden der Armen!“, so das berühmte Zitat, denn an der gewinnreichsten Methode des Kapitalismus: „Wir lassen in den ärmsten Ländern der Welt zu den niedrigsten Löhnen produzieren, kaufen den dortigen Menschen dann auch noch zu Spottpreisen sämtliche ertragreiche Ländereien ab, um dann die Produkte hier bei uns zu Höchstpreisen verkaufen zu können“, verdienten sich vor allem geniale Marketingstrategen sowie gewiefte Managements, Großkonzerne und Banken in den letzten Jahrzehnten eine richtig goldene Nase, wie das auch der Menschrechtsaktivist Thomas Gebauer in seinem aktuellen Buch „Hilfe? – Hilfe!“ sehr eindrucksvoll und erschütternd beschreibt.

Der Turbokapitalismus, ein eigentlich absolut unmenschliches und perfides System, deren Protagonisten nicht nur aus allem Geld und Profit schlagen, sondern gleichzeitig auch sämtliche Verantwortliche von Geld abhängig machen, hatten in den letzten 30 Jahren auch überhaupt keine Skrupel davor sämtliche Lebensbereiche außerhalb der traditionellen Wirtschaftszweige zu kommerzialisieren und zu privatisieren, und sie damit zu eigenständigen, teilweise auch sehr kapitalträchtigen Märkten zu formen, auf denen man Geld bis zum Abwinken verdienen kann, sofern man sich systemtreu verhält und gleichzeitig das System mit Geld oder gewinnbringenden „Win-Win-Projekten“ füttert.

So sind heute sämtliche Freizeitbereiche, insbesondere der Sport, aber leider auch die Bildung, die Gesundheit und die soziale Arbeit – die sozialen Einrichtungen und Hilfsorganisationen – ganz in der Hand der Wirtschaft sowie einflussreicher Mätzen, und jeder Verein und jede soziale Einrichtung ist unmittelbar abhängig von deren Geldern und Unterstützungen.

Dementsprechend müssen alle soziale Einrichtungen und Hilfsorganisationen erst einmal Geld erwirtschaften (?!) oder bestimmten einflussreichen Menschen – man verzeihe uns jetzt die saloppe Ausdrucksweise – ganz heftig in den „Hintern“ kriechen, um Spendengelder für ihre Projekte zu erhalten, bevor sie überhaupt die Möglichkeit haben, Menschen in Not zu helfen, oder ihre Mitarbeiter bezahlen können. Im Klartext heißt das. Jede Hilfsorganisation benötigt genau von den Menschen und Firmen Geld und Unterstützung für ihre Arbeit, die eigentlich hauptverantwortlich für die Not und das Unheil auf dieser Welt sind.

Keine einzige Hilfsorganisation konnte in den letzten 50 Jahren das Hungerproblem auf dieser Welt erfolgreich lösen. Im Gegenteil, der Hunger ist heuer um ein vielfaches Größer, und das, obwohl immer noch ausreichend viele Lebensmittel und Ressourcen vorhanden wären, um alle Menschen auf dieser Welt satt zu machen.

So mutierte die Hilfe für die Großkonzerne in den letzten Jahrzehnten zum Milliardengeschäft, denn die Hilfsorganisationen benötigen für ihre Projekte sehr viele materielle Güter – Fahrzeuge, Rohstoffe, Energie, Medikamente, Versorgungszelte, Unterkünfte, Telefone etc. Diese materiellen Unterstützungen können aber weder das Problem des Hungers, noch die existenzielle Not der Menschen in der Dritten Welt lösen. Aus der anfänglichen „Win-Win-Situation“ ist am Ende eine „Double-Win-Losing-Sitaution“ aus Sicht der Wirtschaft entstanden, denn diese verdiente nicht nur an der Ausbeutung der Menschen und deren Notlage, sondern auch noch an der unmittelbar daraus resultierenden Notwendigkeit einer immer größer werdenden Hilfe.

„Je mehr Not es auf dieser Welt gibt, desto mehr materielle Unterstützung benötigen die Hilfsorganisationen, und desto mehr Geld können die großen Weltkonzerne daran verdienen!“

In diesem Zusammenhang machte Gebauer auf ein weiteres ganz trauriges Phänomen aufmerksam, nämlich, dass die Hilfe sehr häufig kontraproduktiv wäre, bzw., völlig sinnlose und rein wirtschaftlich orientierte Projekte eine große Unterstützung erhielten.

Der Soziologe und Friedensnobelpreisträger machte hier das Beispiel, dass eine Hilfsorganisation Spenden für Sri Lanka und den Kauf von 10 Motorbooten sammelte, damit die dortige Bevölkerung zukünftig Lebensmittel zwischen den einzelnen Inseln hin- und her befördern könnte. Da die dortige Bevölkerung allerdings keinerlei Benzinvorräte besitzt, um die Boote überhaupt betreiben zu können, verdiente an dieser gutklingenden Aktion am Ende nur die Wirtschaft, nämlich zum einen, die Firma, die die Motorboote herstellte, und zum anderen, die Firma, die die Boote nach Sri Lanka lieferte.

Die Kommerzialisierung und Privatisierung hatte ebenfalls enorme Folgen und Auswirkungen auf den sozialen Bereich, denn sie machten auch hier einerseits die privaten Manager und Verantwortlichen der Einrichtungen reich, trugen aber andererseits in keiner Weise dazu bei, dass die eigentlichen Probleme gelöst werden konnten. Wie pervers und perfide dieses rein auf Geld und Profit orientierte System agiert und tickt, das möchten wir anhand eines Beispiels aus dem Berufsleben unseres Vorsitzenden deutlich machen.

Eine Jugendhilfeeinrichtung bekommt zum Beispiel von einem Jugendamt Gelder für eine intensive Mutter-Kind-Betreuung. Da diese Gelder sowohl wichtig für die Existenz der Einrichtung sind, als auch zur Sicherung der Arbeitsplätze dienen, hat die jeweilige Geschäftsleitung natürlich ein gesteigertes Interesse daran, dass diese Zuschüsse für diese Maßnahme auch in den nächsten Jahren weiter gewährleistet werden, sprich, dass die Hilfsbedürftigkeit für diese Mutter weiterhin bestehen bleibt.

Die jeweiligen Mittel werden allerdings nur dann weiter zur Verfügung gestellt, wenn ein Bedarf vorhanden ist. Dieser Bedarf wird dann jeweils in einem Hilfeplan festgelegt, den die Einrichtung nach Ablauf eines Jahres vorlegen muss. Je nachdem, was aus diesem hervorgeht, entscheidet dann das Jugendamt, ob diese Maßnahme weiter mit Geldmitteln gefördert wird oder nicht.

Die sozialen Einrichtungen verdienen also Geld damit, dass sie betroffenen Menschen nicht, oder nicht wirklich helfen, und sie so lange wie möglich bedürftig halten. Auf diese Weise können sie natürlich, mittelfristig bis langfristig noch mehr betroffene Menschen bei sich in der Einrichtung aufnehmen. Der turbokapitalistische Wirtschaftskreislauf schließt sich spätestens dann, wenn die soziale Einrichtung aufgrund von Platzmangel expandieren muss. Sprich, es müssen neue Räumlichkeiten angemietet oder Wohnungen gebaut werden. Logischer Weise werden dann auch mehr Fahrzeuge benötigt, um die größere Organisation und Logistik stemmen zu können. Es fallen höhere Strom-, Wasser und Heizkosten an etc. „Und der Rubel rollt!“, könnte man jetzt auch sagen, vor allem bei dem Anblick der riesigen „sozialen“ um nicht zu sagen „dubiosen“ Imperien, die in den letzten zwei Jahrzehnten auch hier bei uns in der Metropolregion im Betreuungsbereich entstanden sind.

Als Krönung lege man dann auch noch wirtschaftliche Indikatoren als Bemessungsgrundlagen für die Qualität der Hilfe zu Grunde. Ein Faktor den Gebauer in seinem Vortrag erwähnte, lautete zum Beispiel „Wir viele Prothesen wurden in diesem Jahr unter der Bevölkerung verteilt?“

Ja, die Hilfe ist ein Milliardengeschäft geworden, und da sich die Probleme in den nächsten Jahren allein schon aufgrund der enormen Bevölkerungsexplosion noch um ein Vielfaches vergrößern werden, wird dieser Wirtschaftszweig für gewissenlose Menschen weiterhin ein ganz lukrativer Markt bleiben, in den es sich lohnt zu investieren, weil man sehr viel Geld dabei verdienen kann.

Aus diesem Grund möchten wir heute zum Schluss unseres Berichtes noch auf ein ganz trauriges Phänomen aufmerksam machen, das Thomas Gebauer nicht nur in seinem Vortrag erwähnte, sondern auf das er auch in seinem Buch „Hilfe? – Hilfe!“ ausführlich zu sprechen kommt. Obwohl sehr viele Menschen wissen, was passieren wird, wenn wir – allen voran die Politiker, die Wirtschaftsfunktionäre und die Banker – in der nächsten Zeit nichts daran verändern, gibt es leider nur sehr wenige Menschen, die den Mut haben, hier wirklich Verantwortung zu übernehmen, ihr Leben zu verändern, eine Veränderung sichtbar zu leben oder auch gegen dieses unmenschliche System zu rebellieren. Der Kapitalismus und die unmittelbare Abhängigkeit von Geld und Konsum haben uns mittlerweile nicht nur vollständig unter Kontrolle und halten uns dadurch auch in diesem System ganz fest gefangen, sondern sie rauben uns und insbesondere unseren Kindern gleichzeitig auch noch das Interesse am eigentlichen Leben sowie das Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Mitmenschen und der Umwelt.

Das gleiche Phänomen – diese Gleichgültigkeit und Apathie – können auch wir hier bei uns im Animus Klub erkennen. Seit Jahren setzten wir uns als Verein sowohl innerhalb unserer Programme, als auch in unseren Berichten ganz stark für ein neues Miteinander und Zusammenleben ein und leben dieses auch vor. Wir stellen Bildung – insbesondere das Lernen, das Experimentieren und das Tüfteln sowie Kunst und Kultur, Sport und Bewegung und besondere Erlebnisse – in den Mittelpunkt unserer Aktionen. Wir schenken Kindern das demokratische Recht der Mitbestimmung. Sie dürfen innerhalb unseres Programmes ihre Träume verwirklichen und von Zeit zu Zeit auch Stars kennen lernen. Wir versuchen das Leben lehrreicher, interessanter und schöner zu gestalten. Zu verändern, umzudenken, es anders zu machen. Und obwohl es in der Metropolregion bestimmt viele Menschen und Eltern gibt, die das, was wir machen, großartig finden, und die die aktuelle Entwicklung, insbesondere die Entwicklung im Bildungsbereich, genauso kritisch sehen, können wir diese Menschen nicht zum Mitmachen aktivieren, und nicht dafür begeistern, dieses neue Leben fortan zu leben. Die Gründe dafür werden spätestens mit diesem Bericht deutlich.

Wer das System kritisiert und Tatsachen als starke Argumente liefert, wer sich also gegen das System stellt oder es sogar verändern möchte, der bekommt schon sehr schnell die demokratische Waffe der Ignoranz ganz schmerzhaft zu spüren und verliert – genauso wie wir – automatisch jegliche Vorteile und Prioritäten bei den Vettern. Und diese Vorteile und Prioritäten hängen natürlich wieder, wie könnte es auch anders sein, in irgendeiner Form – beruflich oder privat – mit Geld oder materiellen Dingen zusammen.

Eine Veränderung, hin zu einem schöneren, gesünderen, nachhaltigeren aber vor allem menschlicheren Miteinander und Zusammenleben, wird daher wahrscheinlich nur eine wunderschöne Illusion bleiben.

Epilog: „Das ist die Geschichte einer Gesellschaft die fällt und während sie fällt, sagt sie immer wieder zu sich: „Bis hierher ging’s recht gut! – Bis hierher ging’s recht gut! – Bis hierher ging’s recht gut! – Aber wichtig ist nicht der Fall, sondern die Landung!“ – (Zitat aus dem Film – La Haine – Hass)

Bilder: Alexander Höfer

 

 

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